Drei Dinge, die bei VfB Stuttgart - FC Bayern München auffielen: Leon Goretzka spekuliert Kompanys Team ins Glück

Der FC Bayern bezwang den VfB Stuttgart zum Auftakt des 24. Spieltags in der Schwabenmetropole nach zwischenzeitlichem 0:1-Rückstand verdient 3:1. Vor allem, weil sich aufseiten der Gäste gleich zwei Akteure in bestechender Form präsentierten - und die Hausherren am Freitagabend in absoluter Gönnerlaune waren. Drei Dinge, die im Duell zwischen dem Vizemeister und dem Rekordmeister auffielen.

Bayern-Coach Kompany: "VfB erste halbe Stunde klar besser"

Quelle: Perform

Die Generalprobe ist geglückt: Der FC Bayern hat fünf Tage vor dem Hinspiel im Achtelfinale der Champions League gegen Bayer Leverkusen einen weiteren Schritt zur 34. Meisterschaft gemacht.
Durch Treffer des überragenden Michael Olise (45.), des hartnäckigen Leon Goretzka (64.) und Joker Kingsley Coman (90.) gewannen die Münchner in Abwesenheit von Dauerbrenner Joshua Kimmich beim kriselnden VfB Stuttgart 3:1 (1:1).
Angelo Stiller hatte die Stuttgarter im 128. Südderby mit einem Weitschuss zunächst in Führung gebracht (34.), im Nachgang verteilten die Schwaben aber deutlich zu viele Geschenke an die Gäste - vor allem zwei ehemalige Münchner fielen im entscheidenden Moment negativ auf.
Drei Dinge, die zwischen Stuttgart und Bayern auffielen.

1.) Olise stellt Kane und Co. in den Schatten

Stark angefangen - und stark nachgelassen. So in etwa ließ sich Michael Olises erstes Halbjahr beim FC Bayern zusammenfassen. Insgesamt und insgeheim, so grummelte es zwischenzeitlich an der Säbener Straße, hatte man sich vom viertteuersten (53 Millionen Euro) Einkauf der Klubgeschichte schon ein bisschen mehr erhofft.
Dieser Tage dürften die kritischen Stimmen sukzessive abnehmen, zuletzt präsentierte sich der französische Nationalspieler in bestechender Form. Gegen Stuttgart absolvierte Olise eines seiner besten Spiele überhaupt für den neuen Arbeitgeber.
In der 45. Minute behielt er nach feinem Sané-Steckpass vor Alexander Nübel die Nerven und schob locker zum Ausgleich ein, in der Folge war er - was für einen Flügelspieler ungewöhnlich ist - überall auf dem Feld zu finden, Olise verbuchte gar die meisten Ballaktionen aller Bayern-Spieler (85).
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Michael Olise wusste gegen den VfB Stuttgart zu überzeugen

Fotocredit: Getty Images

Doch nicht nur in der Offensive vermochte der dribbelstarke Olise zu überzeugen. Auch in der eigenen Hälfte, nicht zwingend das Habitat eines Schöngeistes, ging der 23-Jährige die gern bemühte "Extrameile", warf sich in Zweikämpfe und klärte in der 85. Minute in höchster Not.
Während die beiden Superstars Harry Kane und Jamal Musiala einigermaßen blass blieben, avancierte Olise zum Unterschiedsspieler - und rang "DAZN"-Experte Sami Khedira ein besonderes Lob ab: "Olise ist mit das Beste, was Europas Fußball zu bieten hat."

2.) Der hartnäckige Spekulant

Dass Leon Goretzka über die ersten Saisonwochen hinweg wie ein Ausgestoßener behandelt wurde, Bayern den Mittelfeldspieler unbedingt loswerden wollte, ist mittlerweile hinlänglich bekannt.
Genauso wie die Renaissance des gebürtigen Bochumers, der sich zurück in die engere Auswahl der Startelfkandidaten malochte.
In Stuttgart setzte Trainer Vincent Kompany einmal mehr von Beginn an auf Goretzka - weil mit Joshua Kimmich (Oberschenkelverletzung) und Aleksandar Pavlovic (krank) gleich zwei potenzielle Goretzka-Nebenmänner passen mussten, durfte nach langer Startelf-Absenz Sorgenkind João Palhinha an der Seite des 30-Jährigen ran.
Obwohl der Portugiese nach kurzer Eingewöhnungszeit ansprechend spielte, stahl Goretzka dem einstigen Tuchel-Wunschspieler die Show. Dabei zeigte er insbesondere seine Qualitäten als Antizipationskünstler.
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Leon Goretzka (M.) erzielte in Stuttgart sein viertes Saisontor

Fotocredit: Getty Images

Bevor er zum letztlich entscheidenden 2:1 einschob, begab sich Goretzka zunächst in Stillers Rücken und luchste dem verdutzten Ex-Münchner gekonnt die Kugel ab.
"Ich habe danach mit Leon gesprochen. Er meinte, er hat die ganze Zeit auf diesen Ball spekuliert", gab Stiller im Anschluss am "DAZN"-Mikrofon zu: "Er hat das gut gemacht, aber ich hätte es auch sehen müssen. Das war auf jeden Fall zu leicht."
Der hartnäckige Spekulant selbst erklärte: "Ich habe dem Trainer in der Halbzeit gesagt, dass ich genau so ein Tor machen werde. Ich weiß, dass Angelo häufig über den linken Fuß rüberspielen will. Darauf habe ich spekuliert."
Beim Abschluss habe er dann "ein bisschen Glück" gehabt, immerhin sei Torwart Nübel mit der Hand noch am Ball gewesen.

3.) VfB in Gönnerlaune

Das war wahrlich nicht schlecht, was der VfB im Südgipfel gegen die Bayern auf den Platz gebracht hat. Spielerisch sah das bisweilen sehr gut aus, auch die eigene Defensive war anfangs sattelfest.
Nach 90 Minuten muss jedoch konstatiert werden: Stuttgart hat sich ein Stück weit selbst geschlagen, die Münchner mit drei haarsträubenden Fehlern zum Toreschießen, letztlich dann zum Punkteentführen, eingeladen.
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Geschenke an die Bayern? Hoeneß: "Schwer zu beantworten"

Quelle: Perform

Beim Ausgleich war das Team von Coach Sebastian Hoeneß viel zu weit aufgerückt, Atakan Karazor ließ einen Kim-Kopfball aufgrund eines Stellungsfehlers über sich hinwegsegeln und Sané somit freie Bahn.
Das 1:2, das einer Nübel-Stiller-Leichtsinnigkeit entsprang, wurde bereits im vorangegangen Punkt skizziert und bei Comans Entscheidung hatte Josha Vagnoman mit verknoteten Beinen zu kämpfen, die einen viel kurzen Rückpass produzierten.
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Alexander Nübel und Angelo Stiller leiteten Bayerns Siegtor ein

Fotocredit: Getty Images

"Fakt ist: Wir machen es den Gegnern zu leicht", ärgerte sich Stiller: "Wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht. Das hätte nicht sein müssen."
Nübel befand mit Blick aufs 1:2: "Der Ball von mir ist in dieser Situation zu riskant, den nehme ich auch auf meine Kappe." Er schob nach: "Aber das ist unser Style, wir wollen so spielen."
Diesmal wurde der bewusst risikoreiche Stil den Schwaben jedoch zum Verhängnis.
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Schonen für Bayern? Alonso: "Spielen immer Vollgas"

Quelle: Perform


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