Drei Dinge, die beim Bayern-Sieg bei St. Pauli auffielen: Leon Goretzka nutzt seine Chance in der Startelf
Update 09/11/2024 um 22:19 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern tat sich im Auswärtsspiel beim FC St. Pauli schwer, nahm aber dank einer starken Einzelaktion von Jamal Musiala drei Punkte mit. Leon Goretzka stand völlig überraschend in der Startelf und bewies, dass Vincent Kompany sich auf ihn verlassen kann. St. Pauli bekam viel Lob von Thomas Müller & Co., ist aber zu Hause einfach nicht effektiv. Drei Dinge die am Millerntor auffielen.
Kompany erklärt: Darum durfte Goretzka starten
Quelle: Perform
Ein Geniestreich von Jamal Musiala genügte dem FC Bayern für den 1:0 (1:0)-Sieg am Millerntor - der fünfte Pflichtspielerfolg ohne Gegentor in Serie.
Doch es war ein hartes Stück Arbeit für den Rekordmeister. "Wir haben gegen ein Team mit einer hohen Energie gespielt. St. Pauli hat es uns schwer gemacht", sagte Trainer Vincent Kompany.
Am Ende steht dennoch der achte Saisonsieg im zehnten Spiel für die Bayern. Die Münchner sind gierig, wie Thomas Müller bei Eurosport verriet: "Wir wollen in jedem Spiel noch einen drauflegen, an unseren Prinzipien weiter schleifen und arbeiten. Es macht uns aktuell viel Spaß, wenn wir diese Dinge dann auch umgesetzt sehen."
Drei Dinge, die uns am Samstag in Hamburg auffielen.
1. Goretzka gibt Startelf-Debüt und darf auf weitere Einsätze hoffen
In der Saisonvorbereitung wurde Leon Goretzka unmissverständlich mitgeteilt, dass er in Kompanys Planungen keine nennenswerte Rolle spielt. Doch der Mittelfeldspieler erweist sich einmal mehr als Stehaufmännchen. Nach mehreren Einwechslungen stand Goretzka am Millerntor erstmals in dieser Saison in der Startelf.
"Wir haben immer darüber gesprochen, wie wichtig es für uns ist, dass jede Position doppelt besetzt ist", sagte Kompany auf zu Eurosport. "Im Sommer war es nicht einfach für Leon, da müssen wir nicht drumherum reden. Aber wir haben danach gesehen, dass er immer weiter gearbeitet hat. Er hat sich diese Chance verdient und hat natürlich auch die Qualität."
Sportdirektor Christoph Freund sieht dies ähnlich: "Er hat im Sommer gesagt, dass er sich der Konkurrenz stellen wird. Er hat gekämpft, hat immer wieder einmal seine Einsätze gehabt, heute hat er begonnen und eine gute Leistung erbracht. Das sagt viel über seinen Charakter aus."
Goretzkas Arbeitsnachweis? Nach einem ersten Fehlpass wählte er meist die sichere Variante, stabilisierte zudem die Defensive und war somit eine gute Ergänzung zu seinem Nebenmann Joshua Kimmich, der wie gewohnt auf dem kompletten Spielfeld unterwegs war.
Bis zu seiner Auswechslung (81.) hatte Goretzka beachtliche 95 Ballkontakte und eine Passquote von 86 Prozent. In der zweiten Halbzeit kam er auch selber einmal zum Abschluss.
Ob er weiterhin eine Zukunft beim FC Bayern hat? "Ja, das sieht man ja", antwortete Freund. "Wenn wir ihn nicht brauchen würden, würde er nicht spielen. Leon ist ein Spieler vom FC Bayern, macht es richtig gut und war wieder wichtig.“
2. Musiala kompensiert die Schwächen seiner Mitspieler
Musiala ist der Mann, der den Unterschied ausmacht. Bereits am Mittwoch gelang ihm im Spiel gegen Benfica Lissabon (1:0) der Siegtreffer - per Kopfball. Auch das entscheidende Tor auf St. Pauli war für Musiala eher ungewöhnlich. In der gegnerischen Hälfte gewann er einen Ball und knallte diesen kurzerhand aus 25 Metern unter die Latte.
Freund gefällt vor allem die neue Vielseitigkeit von Musiala: "Dreimal mit dem Kopf, jetzt ein Weitschusstor, das ist untypisch für Jamal. Aber wenn er das in sein Repertoire aufnimmt, ist das natürlich super."
Musiala gelang am Samstag beileibe nicht alles. In der ersten Halbzeit lief er sich mehrmals gegen die Defensivreihe der Paulianer fest, wollte manchmal zu sehr das Dribbling erzwingen. Doch Musiala genügt eben eine Aktion, um ein Spiel zu entscheiden und die Probleme seiner Mitspieler zu kompensieren.
Vor allem die Flügelspieler Kingsley Coman und Leroy Sané taten sich schwer. "Es war wenig Platz und daher nicht einfach“, sagte Freund über das Flügelspiel des FC Bayern. Coman bekam bis zu seiner Auswechslung nach 69 Minuten weder einen Torschuss noch eine Torschussvorlage zustande.
Auch Sané hatte speziell vor der Pause unglückliche Aktionen. Seine Dribblings endeten oftmals beim Gegenspieler oder sogar im Toraus. Erst zum Ende hin steigerte er sich und erzwang die Torabschlüsse. Doch ihm fehlte das Glück im Abschluss - im Gegensatz zu Musiala.
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Jamal Musiala erzielte ein Traumtor gegen den FC St. Pauli
Fotocredit: Getty Images
3. St. Pauli bietet Bayern die stirn -aber vorne hakt's
Statistisch mag der FC Bayern die klar überlegene Mannschaft gewesen sein. Der Tabellenführer hatte 76 Prozent Ballbesitz und ein Torschussverhältnis von 9:3. Dennoch erwiesen sich die Hamburger als einer der besten Gegner, den der deutsche Rekordmeister in dieser Bundesliga-Saison hatte.
"FC St. Pauli hat ein exzellentes Spiel gemacht", lobte Müller, der bis zu seiner Einwechslung kurz vor Spielende die Partie von der Bank aus verfolgte. "Sie spielten in einem 5-4-1 mit einer Aktivität, haben uns immer wieder die Meter geklaut, indem die ganze Kette von hinten aus dem Sechzehner rausgeschoben ist. Dadurch war der Raum für uns einfach sehr klein und sehr eng. Das haben sie das ganze Spiel über sehr diszipliniert gemacht. Dann kommt noch die Stimmung dazu. Daher geht das Spiel nur 1:0 aus."
Umso ärgerlicher aus Sicht von St. Pauli, das kein Punkt zustande kam. Schlimmer noch: Auch nach dem fünften Heimspiel warten die Hamburger noch auf das erste Tor am Millerntor. Alle anderen Bundesligisten haben zumindest vier Treffer im eigenen Stadion erzielt.
"Die Enttäuschung überwiegt, auch wenn es eine gute Leistung war. Wenn man so ein Gegentor bekommt, ist es umso ärgerlicher. Aber das ist auch schwer zu verteidigen", sagte Stürmer Johannes Eggestein.
Warum seine Mannschaft wieder einmal torlos blieb? "Der FC Bayern ist brutal gut organisiert und hat eine gute Restverteidigung", so Eggestein.
Auf die Leistung kann der Aufsteiger aber definitiv aufbauen. Defensiv gehört St. Pauli sogar zu den Topteams. Mit zwölf Gegentoren stellen die Kiezkicker die fünftbeste Abwehr der Liga - mit sieben eigenen Treffern allerdings auch den schwächsten Angriff.
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