Drei Dinge, die beim Sieg des FC Bayern in Wolfsburg auffielen: Die anfällige Defensive bleibt ein riesiges Problem
Update 25/08/2024 um 21:59 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München hat zum Bundesliga-Auftakt mit 3:2 (1:0) beim VfL Wolfsburg gewonnen. Für den neuen Trainer Vincent Kompany war es ein gelungener Einstand. Routinier Thomas Müller sorgte zunächst mit einem Zettel aus seiner Unterhose für Aufregung und wurde dann zum Rekordmann. Ein riesiges Bayern-Problem bleibt allerdings bestehen. Drei Dinge, die beim Sieg des FCB in Wolfsburg auffielen.
"Naiv!" Kompany kritisiert Bayern-Reaktion auf Ausgleich
Quelle: Perform
Es war eine wilde erste Bundesliga-Partie, die Vincent Kompany als Trainer des Rekordmeisters an der Seitenlinie verlebte.
Dabei dominierte der FC Bayern in den ersten 45 Minuten in Wolfsburg auch dank eines starken Auftritts von Sacha Boey nach Belieben und ging durch Jamal Musiala (20.) verdient in Führung.
Im zweiten Durchgang allerdings zeigte sich bei den Münchnern einmal mehr eine eklatante Schwäche bei Auswärtsspielen.
Nach zwischenzeitlichem Rückstand sorgte schließlich Serge Gnabry für den Siegtreffer (82.) - und lobte anschließend Rekordmann Thomas Müller.
Drei Dinge, die uns bei Bayern gegen Wolfsburg auffielen.
1.) Auswärts geht es nicht schlechter
Die Statistik mag überraschen, aber wahr ist sie dennoch: Im Jahr 2024 kassierte kein anderes Bundesliga-Team auswärts so viele Gegentore wie der FC Bayern. Vor dem Spiel beim VfL Wolfsburg waren es 23 – zwei kamen in Niedersachsen nun hinzu.
Die Probleme der vergangenen Saison konnte auch Neu-Trainer Kompany offensichtlich noch nicht abstellen. Die Defensive bleibt das große Wackel-Thema bei den Münchnern.
Vor dem Strafstoß in der 47. Minute stellte sich Sacha Boey im eigenen Strafraum ungeschickt an. Vor dem zwischenzeitlichen 1:2 war es Minjae Kim, der in der Vorwärtsbewegung leichtfertig den Ball an Patrick Wimmer verlor. Der Südkoreaner war bereits in seinem ersten Jahr beim FC Bayern immer wieder für Böcke gut - nun patzte er auch in Wolfsburg.
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Machte vor dem zweiten Gegentreffer den entscheidenden Fehler: Min-jae Kim
Fotocredit: Getty Images
Bereits im ersten Durchgang verbuchte Kim zwölf Ballverluste. Insgesamt kam er auf 17 in seiner Einsatzzeit. Eindeutig zu viel für einen Innenverteidiger auf Topniveau. Die Diskussion um den Transfer von Fan-Liebling Matthijs de Ligt zu Manchester United dürften nach diesem Auftritt zumindest nicht verstummen.
Woran die eklatante Auswärtsschwäche des FC Bayern kommt, lässt sich rational kaum erklären. Trainer Vincent Kompany ärgerte sich anschließend bei "DAZN" über den Kontrollverlust im zweiten Durchgang: "Wenn du schon nach 20 Sekunden das erste Gegentor bekommst, dann gibst du das Momentum aus der Hand."
Serge Gnabry gab hingegen an: "Nach dem 1:2 wird es sehr viel schwerer, auswärts brennt dann die Hütte."
Dabei machen sich die Bayern das Leben in der Fremde aktuell vor allem selbst schwer.
2.) Boey zwischen Himmel und Hölle
Sacha Boey galt bereits als Fehleinkauf – ein Überbleibsel der missglückten Transferpolitik des vorvergangenen Sommer- bzw. Wintertransferfensters. Gegen den VfL Wolfsburg rückte der Franzose aufgrund der Verletzung von Josip Stanisic aber plötzlich in die Startaufstellung.
Das in ihn gesetzte Vertrauen zahlte der 23-Jährige mit einem – vor allem in der ersten Halbzeit - starken Auftritt zurück. So bereitete der Außenverteidiger das 1:0 durch Jamal Musiala stark vor und sorgte über seine rechte Seite im Zusammenspiel mit Landsmann und Neuzugang Michael Olise immer wieder für Gefahr.
Im zweiten Durchgang erlebte Boey dann allerdings eine kalte Dusche. Kaum eine Minute war nach dem Seitenwechsel gespielt, da verursachte der Franzose durch sein beinahe plumpes Foul an Tiago Tomás einen Strafstoß, den Lovro Majer zum 1:1 verwandelte (47.).
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Bayerns Sacha Boey im Zweikampf mit Wolfsburgs Tiago Tomás
Fotocredit: Imago
Von Offensivbemühungen war bei Boey in der Folge nichts mehr zu sehen, zu sehr war er anschließend mit Defensivaufgaben gegen immer stärker werdende Wölfe beschäftigt.
In der 64. Minute war sein Arbeitstag schließlich beendet - Boey wurde durch Thomas Müller ersetzt und erlebte ein Spiel zwischen Himmel und Hölle.
3.) Müller mit Unterhosen-Zettel zum Rekordspieler
Es war vielleicht die kurioseste Szene der Partie: Müller ordnete sich direkt nach seiner Einwechslung im Strafraum ein, kurz darauf köpft Harry Kane Jakub Kaminski an, der den Ball über die eigene Torlinie drückte (65.) - und Müller holte erst einmal einen Zettel aus seiner Unterhose.
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Thomas Müller holte den Zettel von Trainer Vincent Kompany aus der Unterhose hervor
Fotocredit: Getty Images
Die taktischen Anweisungen hatte ihm Trainer Kompany zuvor mitgegeben, der 34-Jährige steckte anschließend die Köpfe mit seinen Mitspielern zusammen und klärte sie über die Ideen des Übungsleiters auf.
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Zum Naserümpfen? Thomas Müller erklärt seinen Kollegen die taktischen Anweisungen von Trainer Vincent Kompany
Fotocredit: Getty Images
Eine klassische Müller-Szene, über die auch der Trainer nach der Partie schmunzeln musste: "Ich habe ihm nicht gesagt, dass der in die Unterhose geht."
Dabei feierte Müller an diesem Tag einen ganz besonderen Rekord. Der Offensivspieler, der erst vor Kurzem seine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft beendet hatte, absolvierte in Wolfsburg sein 474. Bundesligaspiel für den FC Bayern und zog damit am bisherigen Rekordspieler Sepp Maier vorbei.
Insgesamt steht Müller bei 709 Pflichtspielen für seinen Verein. Dabei erzielte der Weltmeister von 2014 wettbewerbsübergreifend 244 Tore und bereitete 269 weitere Treffer vor.
Müller gewann in seiner Karriere bislang zwölf deutsche Meisterschaften und ist damit alleiniger Rekordhalter. Außerdem ist er der dienstälteste Feldspieler Europas und der vereinstreueste Spieler der Bundesliga.
Kollege Gnabry konnte da nur überschwänglich loben: "Einfach nur sehr, sehr, sehr viel Respekt an ihn. Was er für den deutschen Fußball hingelegt hat, für Bayern - mit so vielen Spielen. Davon träumen alle."
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Kompany lobt Bayern-Fans: "Etwas Besonderes in Deutschland"
Quelle: Perform
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