FC Bayern: Leroy Sané mit seinem auslaufendem Vertrag am Scheideweg beim deutschen Rekordmeister - glänzen oder gehen

Im DFB-Pokal-Spiel beim 1. FSV Mainz 05 (4:0) stand Flügelspieler Leroy Sané erstmals in dieser Saison in der Startelf des FC Bayern München - und beschenkte sich und Trainer Vincent Kompany auf Anhieb mit einem Glanzauftritt. Nach Monaten voller Schmerzen und Auftritten mit Handbremse wirkt der Nationalspieler gelöster. Spielt er sich so doch noch zu einem neuen Vertrag bei Bayern?

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Quelle: Eurosport

Endlich konnte Leroy Sané seinen Jubel wieder zeigen: Nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 3:0 setzte er an, schloss die Hand, als würde er ein Mikrofon fest umschlossen halten und öffnete sie, lässt das Mikro fallen.
Wie ein Künstler, der seine Performance beendet hat. Sané ist ein Künstler und nun zaubert er auch wieder. Ein Jahr musste die Fans warten, jetzt zeigt sich der 28-Jährige wieder mit alter (neuer) Stärke.
Am 28. Oktober 2023 schoss er beim 8:0 gegen Darmstadt 98 sein letztes Bundesliga-Tor. Fast genau ein Jahr dauerte es bis zum nächsten Torjubel in der Liga: Am Sonntag traf er als Joker beim 5:0 in Bochum, am Mittwoch folgte ein weiterer Treffer in der zweiten Pokalrunde in Mainz.
Mit seinem Tor beim 9:2 zum Champions-League-Auftakt gegen Dinamo Zagreb, als Sané, ebenfalls eingewechselt wurde, steht er bei drei Treffern - noch ausbaufähig.
Positiv für ihn: Im Pokalspiel setzte Trainer Vincent Kompany zum ersten Mal von Beginn an auf ihn und wurde belohnt: Sané überzeugte, blühte im Vergleich zu den letzten Monaten regelrecht auf. Der Nationalspieler arbeitete mehrere Chancen heraus, scheiterte aber noch zweimal am Mainzer Torhüter Robin Zentner, bevor er den Ball ins Tor brachte (45.+1).

Sané: Vergangene Saison ein Auf und Ab

Sané brachte Schnelligkeit und Kreativität ins Spiel - so wie man es von ihm kennt. Jamal Musiala, der gegen Mainz dreimal traf, schwärmte. "Mit Leroy macht es immer Spaß", sagte er: "Es war einfach cool, ihn wieder auf dem Platz zu sehen." Ist Sané dauerhaft ein Startelfkandidat?
Nach einer starken Hinrunde in der vergangenen Saison wurden Sanés Schmerzen am Schambein größer, die Ausfallzeiten länger. Zuletzt stand er für den FC Bayern bei der Halbfinal-Niederlage gegen Real Madrid in der Startelf.
Bei der WM wollte er unbedingt dabei sein. In den K.o.-Spielen gegen Dänemark (2:0) und Spanien (1:2 n.V.) stand er in der Startelf, gegen Spanien musste er aber zur Halbzeit ausgewechselt werden.

Sanés Vertrag läuft aus

Danach unterzog er sich einer Leisten-OP. Als sich im September ein fitter Sané zurückgemeldet hatte, sagte Bayerns Sportdirektor Christoph Freund über ihn: "Ich habe einen richtigen Kämpfer kennengelernt."
Der frühere Schalker, der in der Vergangenheit nicht immer top motiviert, manchmal gar ein wenig lustlos wirkte, will also kämpfen.
Um einen Startplatz beim FC Bayern - und damit auch um einen neuen Vertrag. Sein Arbeitspapier läuft nämlich zum Saisonende aus, was andere Klubs auf Gedanken bringt. So soll zum Beispiel der FC Arsenal interessiert sein.
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Leroy Sane beim Spiel gegen Spanien

Fotocredit: SID

Sané kämpft gegen neue Konkurrenz

Das Problem für Klub wie Spieler: In München ist Sané einer der Topverdiener, soll rund 20 Millionen Euro pro Jahr bekommen. So viel werden sie ihm in München nicht mehr zahlen wollen, schon gar nicht für einen Ergänzungsspieler. Angesichts seiner Verletzungsmisere erst recht nicht, auch wenn sich Sané mit 28 Jahren im sogenannten "besten Fußballeralter" befindet.
Er selbst muss also Argumente sammeln. Um seinen Wert hochzuhalten, braucht Sané also Spielzeit. Die ist jedoch bei der aktuellen Konkurrenzsituation nicht einfach zu bekommen. Gegen Mainz stellte Vincent Kompany Sané und Serge Gnabry auf die Flügel - ein Novum unter ihm.
Von den Flügelspielern kann der wieder erstarkte Gnabry die meisten Startelfeinsätze vorweisen (elf), der groß aufspielende Neuzugang Michael Olisé kommt auf zehn, Kingsley Coman auf vier. Sané musste sich bislang hintenanstellen.
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Quelle: Perform

Sanés Vorteil ist Kompany

Was bei allem Konkurrenzdruck für Sané spricht: Er und Kompany kennen sich schon lang, spielten drei Jahre zusammen bei Manchester City (2016 bis 2019). Der Belgier weiß, wie Sané tickt und wie er ihn zu nehmen hat.
"Seine Minuten werden kommen. Er wird zeigen, wie gut er ist", sagte der Bayern-Trainer schon vor dem Pokalspiel in Mainz. Und: "Ich bin zuversichtlich, dass wir bald einen top Leroy Sané sehen werden."
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Einst Teamkollegen bei Manchester City: Leroy Sané (l.) und Vincent Kompany

Fotocredit: Getty Images

Auch Sané kennt Kompany und seine Eigenheiten. Im Juni sagte er bei "Sky" über seinen zukünftigen Trainer: "Als Spieler war Vincent ein absoluter Anführer - jemand, der die Richtung vorgibt, der dominanten, schnellen und mutigen Fußball sehen will." Sané weiß also, was der neue Bayern-Trainer will. Dass er es auch umsetzen kann, hat er am Mittwoch gezeigt.
Bleibt nur die Frage, was er selbst will: Bayern überzeugen und um einen neuen Vertrag spielen - oder im Sommer das Weite suchen. Für beides sind Leistungen wie in Mainz nicht die schlechteste Werbung.
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Kompany: "Großes Kompliment an die Mannschaft"

Quelle: Perform


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