FC Bayern mit rätselhafter Torkrise: Muss es jetzt Leon Goretzka als Stürmer-Ersatz von Harry Kane richten?
Update 20/02/2025 um 15:03 GMT+1 Uhr
Das Weiterkommen des FC Bayern München in der Champions League gegen Celtic Glasgow war glücklich. In der Offensive fehlt es an Ideen und Raffinesse. Jetzt droht auch noch Mittelstürmer und Toregarant Harry Kane im Topspiel gegen Eintracht Frankfurt auszufallen. Wer soll den Engländer nun ersetzen? Mathys Tel wurde ausgeliehen und auf FCB-Ikone Thomas Müller setzt Trainer Kompany offenbar nicht.
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Quelle: Perform
Die Erleichterung an der Säbener Straße hätte nicht größer sein können nach dem Sieg am Dienstagabend. Denn der FC Bayern steckt komplett in den Planungen zu sämtlichen Feierlichkeiten rund um den 125. Geburtstag des Vereins am 27. Februar:
Eine Feier in der Innenstadt mit zig geladenen Gästen, ein Sondertrikot, zahlreiche spezielle Veröffentlichungen, ein Hallenturnier mit ehemaligen Stars zu Ehren des verstorbenen Ehrenpräsidenten Franz Beckenbauer. Dazu die kürzlich weltweit beachtete Vertragsverlängerung mit Jamal Musiala bis 2030.
Was wäre losgewesen, wäre die Mannschaft am Dienstagabend in der Allianz Arena gegen Außenseiter Celtic Glasgow aus der Champions League ausgeschieden? Nach einem 2:1-Erfolg im Hinspiel! Gegen eine schottische Mannschaft! In der Runde vor dem Achtelfinale! Und das in der Saison, die dank der Vergabe des Endspiels der Königsklasse eine besondere Pointe bereithält – theoretisch.
Durch das 1:1 im Rückspiel der Playoffs gegen Celtic, durch den Ausgleichstreffer tief in der Nachspielzeit, erzielt von Alphonso Davies, können die Bayern ihre Träume vom zweiten "Finale dahoam" am 31. Mai aufrechterhalten. Die Auslosung fürs Achtelfinale findet am Freitag (12:00 Uhr im Liveticker) statt. 50 Prozent Leverkusen, zu 50 Prozent Atlético Madrid?
Folgt ein Neues Duell mit Leverkusen?
Ein Wunschlos? Nein, betonte Trainer Vincent Kompany, meinte vielsagend: "Wenn es Leverkusen wird, dann..." Er machte eine Pause, Revanchegedanken schimmerten in seinen Augen. "Dann - gut." Sechs Mal hintereinander hat es Leverkusens Erfolgstrainer Xabi Alonso geschafft, gegen die Münchner nicht zu verlieren. Auf Kompanys Kappe gehen drei nicht gewonnenen Partien in dieser Saison (1:1 in der Hinrunde, 0:1 im DFB-Pokal und zuletzt das 0:0). Es wäre eine große Genugtuung und Bestätigung, sollte es Kompany und seiner Mannschaft im erneuten direkten Duell gelingen, den Spieß umzudrehen, die Rückeroberung der nationalen Vormachtstellung zu zementieren. Man hätte plötzlich etwas zu gewinnen. Wobei - auch Atlético wäre ein sehr unbequem zu bespielender Gegner.
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Bundesliga: Bayer 04 Leverkusen am 22. Spieltag im Duell mit dem FC Bayern München
Fotocredit: Imago
Vor allem, da es spielerisch aktuell nicht läuft beim Rekordmeister. Ergebnisse ja, acht Punkte Vorsprung auf Leverkusen in der Liga. Erlebnisse nein, vor allem für die Zuschauer nicht. In der Königsklasse haben die Bayern schon die ganze Saison über ihre liebe Müh' und Not. Vor allem in den Auswärtsspielen der Ligaphase in Barcelona (1:4), bei Aston Villa (0:1) und Feyenoord Rotterdam (0:3).
Überzeugen konnte man lediglich beim 2:1 gegen Celtic im Playoff-Hinspiel, bei den Arbeitssiegen gegen Benfica Lissabon und PSG (beide 1:0) und bei den Erfolgen gegen die international drittklassigen Dinamo Zagreb (9:2), Schachtar Donezk (5:1) und Slovan Bratislava (3:1). Um es positiv zu sehen, betonte Sportvorstand Max Eberl "die Mentalität der Mannschaft". Die Stars hätten sich "gegen das Schwer-tun gestemmt". Schönes Bild, es war eher ein Kraftakt gegen sich selbst, gegen die eigene Schwerfälligkeit.
Eberl gesteht: "Wir tun uns schwer"
Die Umstände waren nicht einfacher geworden durch das 0:0 am Samstag beim Titelshowdown in Leverkusen, als die Bayern unterlegen waren wie lange nicht, dem Gegner taktisch und spielerisch ausgeliefert. Beide Spiele seien "keine Offenbarung" gewesen, räumte Eberl ein. Man sitze "nicht da und sagt: Wir sind in Topform, alles ist fantastisch. Wir tun uns schwer. Jetzt müssen wir ein paar Dinge daraus lernen." Harmlos nach vorne, zumindest widerstandsfähig in der Defensive.
Daran zieht man sich hoch und sieht die Belastung als ein Argument für das Gerumpel gegen Celtic. Man habe "in sechs Tagen viel Energie gelassen", meinte Kompany. "Wir hätten uns den Abend leichter machen können ohne das Gegentor. Aber mit drei Spielen in sechs Tagen ging es einfach nur darum, Ergebnisse zu erzielen", sagte Leon Goretzka bei "Prime Video", "das haben wir geschafft, und darüber sind wir sehr glücklich."
Hauptsache durch, abhaken - okay, so ticken die Sportler. Aber der Trainer und die Bosse? Ist das Formtief eine große Delle oder könnte das erarbeitete Weiterkommen der Durchbruch sein? Der Algerien-Moment dieser Mannschaft? 2014 hatte sich die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Brasilien im Achtelfinale zu einem 2:1 nach Verlängerung gegen Algerien gezittert - wenig später war man Weltmeister.
Pragmatismus ja, Spektakel nein
"Diese Phasen sind ganz wichtig", betonte Goretzka, "genau das sind die Momente, wenn man eben nicht die Sterne vom Himmel spielt, die einen durch so eine Saison tragen. Wenn du es schaffst, da Ergebnisse zu liefern." Kompany gestand, dass "wir natürlich immer wollen, dass der Unterschied zum Gegner groß ist. Aber wenn nicht, muss man sich die Ergebnisse eben erarbeiten". Pragmatismus ja, Spektakel nein.
Auch, weil neuerdings die Tore fehlen. In der Liga kommt man nach 22 Spielen auf 65, ein Schnitt von knapp drei pro Spiel. Das ist gut. Aber: Drei Treffer nur in sieben Tagen, in den beiden Celtic-Spielen und in Leverkusen. Dort wurde die offensive Harmlosigkeit am offensichtlichsten. Kein Schuss, kein Tor – die Bayern. Okay, zwei Schüsschen aufs Tor (zumindest die grobe Richtung) waren es ja. Aber nicht, weil man gegen ein unterlegenes Team Schwierigkeiten hatte, sondern weil man von Alonso ausgecoacht und zu sehr in die eigene Hälfte gedrängt wurde. Gegen Celtic, eine zwar mutig nach vorn verteidigende, aber größtenteils doch tief stehende Mannschaft, fehlten erst die Ideen und die Raffinesse, nach der Pause dann auch noch Mittelstürmer und Toregarant Harry Kane.
Kane ist für das Frankfurt-Spiel fraglich
Der englische Mittelstürmer habe "keinen Sprint anziehen können", sagte Eberl. Es sei "besser" gewesen, "ihn in der Halbzeit rauszunehmen und zu schonen". Am Mittwochmittag folgte im Fall Kane dann die Entwarnung. Der 31-Jährige müsse wegen einer Einblutung in der Wade, die er bei einem Schlag erlitten habe, "in den kommenden Tagen kürzertreten", teilten die Bayern nach einer MRT-Untersuchung mit.
Kane war bereits angeschlagen ins Spiel gegangen, hatte Kompany allerdings signalisiert, dass es schon gehe. Ob Kane am Sonntag im Bundesliga-Heimspiel gegen den Tabellendritten Eintracht Frankfurt dabei sein kann? Eher unwahrscheinlich.
Warum gibt Müller nicht den Kane-Ersatz?
Interessant war, dass Kompany auf Kanes Ausfall gegen Celtic zur Pause mit der Einwechslung von Flügelstürmer Kingsley Coman reagierte. Der Franzose übernahm die linke Außenbahn-Position von Serge Gnabry, der ins Zentrum rückte. Beide blieben äußerst harmlos, hier wie dort. Und gegen die Eintracht? Da Mathys Tel im Januar bis zum Saisonende mit Kaufoption an Tottenham Hotspur ausgeliehen wurde und dort in drei Einsätzen (zwei von Beginn an) bereits einen Treffer erzielte, bleibt im Kader lediglich Oldie Thomas Müller, der gegen Celtic lediglich ein paar Sekunden als Zeit-von-der-Uhr-Einwechselspieler mitmischen durfte.
Vertraut Kompany nicht (mehr) auf Müllers Vollstreckerqualitäten? Diese Saison kommt der 35-Jährige bei 1120 Einsatzminuten (im Durchschnitt 37 pro Spiel) auf fünf Tore und vier Vorlagen. Eine Abschiedsbilanz? Der Vertrag läuft zum Saisonende aus. Noch ist unklar, ob er seine Karriere beendet. Unter diesen Umständen wohl schon.
Goretzka, mehr als eine Notlösung?
Auf den Kauf oder die Leihe eines Ersatz-Mittelstürmers für Kane hatten die Bosse im Transferfenster Januar bewusst verzichtet. Ein wahrer Ersatz sei zu teuer, hieß es. Sollte man gegen die Eintracht am Ende der Partie nicht das gewünscht Ergebnis erzielen ohne Kane, könnte einer auf die Mittelstürmer-Position rücken, dessen Kopfballspiel Torjäger-like ist:
Leon Goretzka, 1.89 m, ein Körper wie ein Neuner. Seine Kopfballstärke bewies er gegen Celtic. Ein Kopfball ging zwar knapp vorbei. Einer, der entscheidende, war die indirekte Vorlage für den Abstauber von Davies.
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Kompany mit starker Botschaft: "Mein Herz ist 100 % kongolesisch"
Quelle: Perform
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