FC Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach: Mehr Arbeit als Meisterleistung - Elfmeter sorgt für Diskussionen
Update 11/01/2025 um 23:51 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern hat das Topspiel in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach knapp 1:0 (0:0) gewonnen und so einen Spieltag vor Ende der Hinrunde die "Wintermeisterschaft" klar gemacht. Auf Torjäger Harry Kane war am Samstag beim entscheidenden Elfmeter Verlass, doch insgesamt hat es sich die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany selbst schwer gemacht. Drei Dinge, die auffielen.
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Quelle: Perform
Wenig Glanz, dennoch Wintermeister: Dank Torgarant Harry Kane hat Spitzenreiter FC Bayern gegen die Borussia im verschneiten Mönchengladbach einen 1:0 (0:0)-Arbeitssieg geholt und seinen Vier-Punkte-Vorsprung auf Bayer Leverkusen verteidigt.
Damit wird der Rekordmeister zum 27. Mal die Hinrunde auf Platz eins beenden.
Der bis dahin unauffällige Kane traf in der 68. Minute per Foulelfmeter für die Bayern, die ohne den erkrankten Jamal Musiala lange Zeit trotz Überlegenheit ideenlos agierten. Für den Engländer war es das 15. Saisontor im 14. Spiel. Für die leidenschaftlich verteidigenden Gladbacher endete eine Serie von sechs Heimspielen ohne Niederlage.
Drei Dinge, die uns in Mönchengladbach auffielen.
1. Dann hat Bayern ein Problem...
Der FC Bayern schloss zum 27. Mal in der Bundesliga eine Hinrunde als Erster ab, in 23 der vorherigen 26 Fälle wurden die Münchner anschließend auch Deutscher Meister. Und in diesem Jahr? Vier Punkte Vorsprung beträgt der Vorsprung auf Bayer Leverkusen.
Viel wird in den kommenden Wochen von gezielter Belastungssteuerung abhängen und davon, ob Chancen auch wirklich konsequent genutzt werden. "Letztlich muss ich ein Kompliment an die Mannschaft richten, weil sie die Mentalität hatte, bis zum Ende weiterzumachen und den Sieg zu holen."
Was er aber auch sah: Sowohl Thomas Müller als auch Leon Goretzka und Leroy Sané waren nicht in der Lage, ihre Top-Möglichkeiten zu nutzen. Um jedoch in der entscheidenden Phase im März/April voll da zu sein, muss sich der Rekordmeister solche Spiele wie gegen Gladbach leichter machen.
"Wir haben es zu spannend gemacht, weil wir es nicht früh genug entschieden haben. Am Ende geht es ums Gewinnen, wir nehmen die drei Punkte mit", bilanzierte Joshua Kimmich. Auf Elfmeter-Held Kane bleibt immerhin Verlass, doch der Rest der Offensive bleibt ohne Jamal Musiala, der am Samstag wegen einer Grippe fehlte, auch unzuverlässig.
Flanken waren unpräzise, auch so manche Ballannahme unsauber. Die "Fohlen" hielten so locker hinten dicht in der ersten Halbzeit, weil sie viele Bälle klärten. Michael Olise ist zwar ein Unruheherd für jeden Gegner, doch wirkt er zuweilen ausrechenbar, weil er sich den Ball wirklich immer auf links legt.
Wenn dann Leroy Sané - sein Pendant auf der anderen Offensivseite - keinen guten Tag erwischt (siehe Punkt 2), hat der FCB ein Problem. Gegen große Gegner sowieso - Gladbach war kein Maßstab und hätte mit mehr Präzision im Abschluss sogar einen Punkt gewinnen können.
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Quelle: Perform
2. Sané schießt Eigentor
Das Haupt gesenkt, die Schulten hängend, das Gesicht frustriert wirkend: So eilte Leroy Sané nach seiner Auswechslung in der 73. Minute in die Kabine. Sein 29. Geburtstag war kein Sahnetag für den Offensivspieler.
Der negative Höhepunkt seines dürftigen Auftritts war eine vergebene Großchance: In der 71. Minute schaffte er es, den Ball aus 17 Metern über das leere Tor zu setzen. Dabei wäre ein Erfolgserlebnis beziehungsweise ein Statement in Sachen Vertragsverlängerung zu setzen, so wichtig für ihn gewesen.
Andere Akteure laufen zur Bestform auf, wenn sie merken, dass sie bei den Bossen unter Beobachtung stehen und unbedingt beim Verein bleiben wollen. Sané wirkt stattdessen gehemmt, verunsichert und überfordert. Keine seiner unbestrittenen Stärken im Tempospiel oder Dribbling kam gegen Gladbach zur Geltung.
"Es fehlt was", stellte nicht nur "Sky"-Experte Lothar Matthäus fest und urteilte: "Das war kein Bewerbungsschreiben."
Bei Davies, dessen Arbeitspapier ebenfalls ausläuft und deshalb Verhandlungen laufen, sehe er hingegen "Energie dahinter". Die Bayern-Fans sind bei Sané mittlerweile hin- und hergerissen zwischen Mitleid und Unverständnis.
Das Versprechen, das er war, als er 2020 von Manchester City kam, hat er nie eingelöst. Kompany hatte sich von ihm Schnelligkeit und Torgefahr erhofft. "In der zweiten Halbzeit hatten wir die größeren Chancen. Da hätten wir das Spiel entscheiden müssen", kritisierte Kompany dann aber auch Sané indirekt.
Gegen Gladbach kamen Sanés Werte aber nicht über Durchschnitt hinaus. Für die Vertragsgespräche hat sich seine Ausgangslage nun verschlechtert, zumal der FCB weiter an Spielern wie Florian Wirtz und Xavi Simons Interesse zeigt. Auch Leihgabe Paul Wanner ist im Blickfeld. Sané Zukunft ist ungewiss.
3. Hand-Diskussionen auch 2025 lästig
Es war die 37. Minute. Müller kam zum Abschluss, Weigl klärte jedoch und traf aus minimaler Distanz die Hand von Teamkollege Reitz, die er offensichtlich zum Schutz seines Gesichts in die Höhe gerissen hatte. Problem und anschließend mal wieder Anlass für hitzige Diskussionen über die Regeln beim Handelfmeter: Die Hand von Reitz befand sich ÜBER seinem Kopf, laut Regelwerk ist genau das ein klarer Elfer.
ABER: Schiedsrichter Felix Zwayer pfiff nicht. Und der DFB reagierte sofort und stellte klar, dass solche Handspiele nicht strafbar seien, wenn der Ball vom eigenen Mann komme, es also ein Klärungsversuch sei. "Die Regel kannte ich so nicht, aber wenn dem so ist, dann hat zwar die Hand da nichts zu suchen, es war aber trotzdem regelgerecht gepfiffen", kommentierte "Sky"-Experte Lothar Matthäus die Szene.
Das wiederum sagt allerdings auch einiges mehr aus. Denn wenn selbst ein fußballerfahrener Mann noch von Regeln überrascht wird, sind die Regeln eventuell immer noch nicht eindeutig. Klar dagegen: Die Diskussionen über die Regeln werden nicht weniger und nicht weniger lästig.
"Wird künftig dann auch nur noch Foul gepfiffen, wenn Ball oder Spieler gerade Richtung Tor unterwegs ist?", könnte ein kritischer Zuschauer überspitzt fragen. Trotz einiger Anpassungen, trotz VAR, trotz Schulungen bleibt ein Umgang damit für jeden Schiedsrichter ein Vabanquespiel und sind tödlich für den Spaßfaktor im Fußballsport.
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