50-Millionen-Euro-Transfer Joao Palhinha: Warum der Neuzugang beim FC Bayern München nur auf der Bank sitzt

João Palhinha war der Wunschtransfer des FC Bayern: Schon vergangene Saison sollte er kommen, diesen Sommer hat es endlich geklappt. Doch trotz aller Vorschusslorbeeren spielte der 29-Jährige bislang kaum eine Rolle in der Startelf des Rekordmeisters. Warum Trainer Vincent Kompany in den ersten Spielen andere Spieler im defensiven Mittelfeld einsetzte - und wie er künftig spielen könnte.

João Palhinha sitzt beim FC Bayern München bisher meist auf der Bank

Fotocredit: Imago

In der 74. Minute des Heimspiels gegen den SC Freiburg war es endlich so weit: João Palhinha klatschte mit Aleksandar Pavlovic ab, den er von nun an vertrat und sprintete aufs Spielfeld. Premieren-Einsatz für 16 Minuten im zweiten Bundesliga-Spiel der Saison. Im Erstrunden-Spiel des DFB-Pokals gegen den SSV Ulm hatte der 29-jährige Portugiese 13 Minuten auf dem Feld gestanden.
Mit viel Vorschusslorbeeren und einem Jahr Verzug war Palhinha Ende Juli endlich beim FC Bayern vorgestellt worden. Die Geschichte um Thomas Tuchels Wunschtransfer der vergangenen Saison war nach dem geplatzten Wechsel im Sommer 2023 doch noch gut ausgegangen, Palhinha bei den Bayern angekommen. Für 51 Millionen Euro kam er vom FC Fulham. Ein Happy End also – aber wie geht es weiter?
Direkt bei seiner Ankunft sagte er: "Ich bin hier, weil die Bayern mich wollten und sehr, sehr glücklich darüber." Jetzt aber scheint es fast, als bräuchte der FC Bayern den defensiven Mittelfeldspieler nicht zwingend. Bislang nämlich spielte Palhinha keine tragende Rolle beim deutschen Rekordmeister.

Kimmich und Pavlovic auf der Sechs

In den ersten beiden Bundesliga-Spielen und im DFB-Pokalspiel gegen Ulm spielten Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic auf der Doppelsechs.
Kimmich, der in der vergangenen Saison von Ex-Trainer Thomas Tuchel oft genug auf die Rechtsverteidigerposition beordert wurde, erhält unter Kompany eine neue Chance im Mittelfeld, wo er sich ohnehin sieht.
picture

Joshua Kimmich (l.) und Aleksandar Pavlovic gegen Wolfsburgs Patrick Wimmer.

Fotocredit: Getty Images

Der 20-jährige Pavlovic spielte sich in den vergangenen Monaten beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft in den Fokus, verpasste nur aufgrund einer Mandelentzündung die EM. Beide spielen extrem souverän, pass- und zweikampfstark und empfehlen sich für weitere Einsätze.
Gleichzeitig kann Pavlovic auch eine Linie weiter vorne spielen, die Rolle im defensiven Mittelfeld muss für ihn nicht in Stein gemeisselt bleiben.

Kompany passt sein Spiel gern an

Was Kompany in seinen ersten beiden Liga-Spielen bereits bewiesen hat: Von starren Rollenverteilungen hält er nicht viel. Die Aufstellung gegen Freiburg war für viele Fans wie Journalisten anfangs ebenso kreativ wie rätselhaft.
Wer neben Dayot Upamecano und Minjae Kim in der Verteidigung spielte, anfangs ebenso unklar wie die genaue Verteilung der Spieler im Mittelfeld. Kimmich spielte zum Beispiel eine Hybridrolle zwischen Rechtsverteidiger und defensivem Mittelfeldspieler.
Auch Palhinha wird in den kommenden Wochen auf seine Einsatzzeit kommen. Denn Kompany passt seine Startelf an den Gegner an.
Bei offensivstarken Gegnern braucht es eher eine "Holding Six", wie sie Palhinha darstellt. Also jemanden, der vor der Verteidigung abräumt und die Bälle vom eigenen Tor fernhält.

João Palhinha: Das "Monster im Mittelfeld"

"Er ist ein Monster im defensiven Mittelfeld", sagte etwa Harry Kane über ihn. "Er packt an, er fängt ab und liest das Spiel wirklich gut."
Auch Max Eberl schwärmte von Palhinhas Qualitäten: Er sei "einer, der da steht, die Kontrolle des Spiels hat und die Viererkette mit seiner Präsenz und Kopfballstärke entlastet."
Sein spielerisches Können wird also in jedem Fall gefragt sein, egal, ob Kompany nun Fan einer "Holding Six" ist oder nicht.
Palhinha gab sich jedenfalls lernfähig und bemüht: "Für mich geht es darum, Minuten zu bekommen, mich zu verbessern und die Vorgaben des Trainers umzusetzen", sagte er nach dem Freiburg-Spiel.

FC Bayern: Kompany braucht viele Spieler

Doch nicht nur seine spielerische Qualität, sondern auch schlichtweg die Vielzahl der Spiele in dieser Saison verspricht jede Menge Einsätze. Insbesondere in der Champions League könnte Palhinha zum Trumpf werden.
Seine Erfahrung ist ein Bonuspunkt. Über die Gegner in der Champions League sagte er: "Gegen Benfica zu spielen, ist besonders. Ein portugiesisches Team, das ich sehr gut kenne. Und auch bei Barcelona und Paris habe ich einige Freunde." Der 29-Jährige weiß, was zu tun ist.
In der Nations League spielt Portugal gegen Kroatien (Mittwoch ab 20:45 Uhr im Liveticker) und Schottland (Sonntag ab 20:45 Uhr im Liveticker).
Dort wird Palhinha in jedem Fall spielen. Vielleicht ja auch bald beim FC Bayern.
Das könnte Dich auch interessieren: Wanner mischt die Liga auf - und die Bayern freut's
picture

Barça: Gündogan-Abgang "eine sportliche Entscheidung"

Quelle: Perform


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung