FC Bayern nimmt mit 4:0-Sieg gegen Stuttgart eine gelungene Kurskorrektur vor: Ein Beruhigungsmittel namens Harry Kane

Der FC Bayern München beendet die Mini-Ergebniskrise mit einem überzeugenden 4:0 (0:0) gegen den VfB Stuttgart im Top-Spiel der Bundesliga. Ein 33-minütiger Wirbelsturm mit Hattrick-Schütze Harry Kane an der Spitze reicht den Münchnern, um die Verhältnisse geradezurücken - und Berichte über interne Querelen zu übertünchen. Einzig die Verletzung von Aleksander Pavlovic trübt das Bild.

Kompany schwärmt von Kane "nicht nur, weil er drei Tore schießt"

Quelle: Perform

Harry Kane kam, sah - und tütete ein; den Spielball nämlich. Beim 4:0 gegen den VfB Stuttgart war dem Mittelstürmer des FC Bayern ein lupenreiner Hattrick gelungen (57./60./80.), womit der Engländer in beeindruckender Manier einen torlosen Monat zwei Tage vor Frist noch abwendete und seinem dreijährigen Sohn Louis ein schönes Präsent bescherte.
"Der freut sich, wenn er morgen aufwacht und den Ball sieht", meinte der 31-Jährige: "Damit wird morgen bei mir zuhause gekickt."
Ganz nebenbei entledigten sich die Bayern mit dem überzeugenden Sieg gegen die Schwaben der "Krisen"-Vorsilbe. Nach zuletzt drei sieglosen Spielen vor der Länderspielpause hatte das böse K-Wort in München schon wieder die Runde gemacht.
Am Samstagabend jedoch strahlte K wie Kane alles weg; sein 27-Meter-Tor in Minute 57 ließ das Pendel wuchtig Richtung Bayern ausschlagen. "Das 1:0 hat uns gekillt", musste VfB-Angreifer Deniz Undav zugeben.
Bundesliga: Harry Kane nach seinem Hattrick für den FC Bayern München gegen den VfB Stuttgart mit eingetütetem Spielball

Bundesliga: Harry Kane nach seinem Hattrick für den FC Bayern München gegen den VfB Stuttgart mit eingetütetem Spielball

Fotocredit: Eurosport

Beim 2:0 hob der Bayern-Stürmer den Ball nach Hackenvorlage von Thomas Müller kunstvoll über den ungelenken VfB-Verteidiger Julian Chabot hinweg und netzte, später führte ein schnöder Abstauber gar noch zum Hattrick-Attribut "lupenrein". Und alles Krisen-Gerede war dahin.

Kane-Tore gegen interne Querelen

Kane wirkte so auch wie eine Beruhigungspille auf interne Querelen um den Vorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen. Der Vereinsboss soll sich laut "manager magazin" vor drei Jahren eine interne Verfehlung gegenüber einer Mitarbeiterin geleistet haben, die das Magazin nun öffentlich machte. Auch die "Bild" berichtet darüber. Außerdem soll Dreesen sein Zutun als DFL-Präsidiumsmitglied am verkorksten TV-Deal der Deutschen Fußball Liga im Verein negativ ausgelegt worden sein, heißt es.
Der CEO steht nun angeblich vor der Wahl, freiwillig auf eine Vertragsverlängerung über Saisonende hinaus zu verzichten - oder hinauskomplimentiert zu werden. Ein Votum darüber könne schon am 11. November auf einer der Aufsichtsratssitzung fallen.
Dreesen selbst wollte sich am Samstag nicht äußern. Sportvorstand Max Eberl, der zum Zeitpunkt der angeblichen Verfehlung noch nicht im Verein war, reagierte achselzuckend. Eberl hatte zwar das Spiel auf der Tribüne zeitweise neben Dreesen verbracht, ihn aber nicht auf den Bericht angesprochen. "Was in der Vergangenheit passiert ist: keine Ahnung, interessiert mich am langen Ende aber auch gar nicht", sagte Eberl - und beendete damit die Diskussion relativ barsch.
Man wolle bei Bayern "eine Wagenburg sein". Fragt sich nur, wie der interne Vorgang dann an die Öffentlichkeit gelangen konnte. Sei's drum.

Kompany mit leichter Kurskorrektur

Wohl dem, der einen Harry Kane hat, der aus der Wagenburg fröhlich herausschießen kann. Die Bayern überzeugten gegen Stuttgart, immerhin die drittbeste Offensive der Liga, aber auch defensiv.
Trainer Vincent Kompany war nach dem 3:3 bei Eintracht Frankfurt zu einer leichten Kurskorrektur gezwungen. So wies er seine Innenverteidiger Dayot Upamecano und Min-Jae Kim gegen die Stuttgarter Angreifer Deniz Undav und Ermedin Demirovic an, rustikal mit Manndeckung zu spielen - was vortrefflich aufging.
"Wir brauchten keine große Änderung, nur ein paar Details", meinte Kompany zu seinen Anpassungen, was die Defensive betrifft. Gegen Mannschaften, die nominell mit zwei Angreifern antreten, sei es wichtig, den defensiveren der beiden gegnerischen Stürmer auch in zurückgezogener Position aggressiver zu verteidigen, weil dieser nur auf Konterauslöser lauere.
Was gegen Frankfurts Stürmer Omar Marmoush und Hugo Ekitiké noch nicht zu seiner Zufriedenheit geklappt hatte, lösten die Bayern gegen den VfB ausgesprochen gut.

Pavlovic-Verletzung als Chance für Palhinha

So blieb als einziger Wermutstropfen die Verletzung von Aleksander Pavlovic, der schon nach wenigen Spielminuten unglücklich nach einem Luftkampf auf seine rechte Schulter fiel und sich das Schlüsselbein brach - eine längere Pause ist unvermeidlich.
"Er war vielleicht unser bester Spieler bis jetzt. Es wird nichts an seiner Karriere ändern, aber es ist natürlich schade für uns, dass er ausfällt", sagte Kompany.
Vorteil jedoch für ihn und Eberl: Durch Pavlovics Unglück erhält 50-Millionen-Neuzugang João Palhinha nun seine Bewährungschance - und Bayern-Trainer wie -Vorstand müssen nicht mehr ständig lästige Fragen zur Bankrolle des neben Michael Olise teuersten Sommer-Transfers beantworten.
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Quelle: Perform


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