FC Bayern - Palhinha nach Wechsel im Sommer in München nur außen vor: 50-Millionen-Mann wird zum Missverständnis
Joao Palhinha war im Sommer 2023 der absolute Wunsch-Sechser von Trainer Thomas Tuchel beim FC Bayern. Weil der Transfer im letzten Moment platzte, kam der Portugiese mit einem Jahr Verspätung nach München. Das Problem: Tuchels Nachfolger Vincent Kompany hat kaum Verwendung für den 50-Millionen-Mann, Palhinha droht zum teuren Missverständnis zu werden. Ist das Kapitel bald schon wieder beendet?
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Quelle: Eurosport
Es war ein absolutes Novum, als Joshua Kimmich im Duell mit Eintracht Frankfurt nach 43 Minuten den Rasen verletzungsbedingt verließ. Erstmals in der laufenden Saison musste der FC Bayern ohne seinen Dauerbrenner, der bis dato jede einzelne Pflichtspiel-Minute bestritten hatte, auskommen.
Kein Novum hingegen war, dass Leon Goretzka eingewechselt wurde – und ein anderer potenzieller Kandidat für die Sechserposition weiter auf der Bank schmoren musste: Joao Palhinha.
Der Portugiese, der im Sommer für rund 50 Millionen Euro vom FC Fulham nach München gewechselt war, sportlich aber bislang noch keineswegs in der bayrischen Landeshauptstadt angekommen ist, absolvierte in dieser Spielzeit lediglich 653 Minuten.
Ein Umstand, der einerseits einer langen Verletzung (Muskelbündelriss) geschuldet ist, andererseits jedoch auch damit zusammenhängt, dass Trainer Vincent Kompany offensichtlich nicht allzu viel mit dem kostspieligen Palhinha anzufangen weiß.
Palhinha hintendran
Der 33-malige Nationalspieler ist aktuell hinter Kimmich, Aleksandar Pavlovic und eben Goretzka nur die Nummer vier in der Hierarchie der defensiven Mittelfeldspieler. Dabei galt der 29-Jährige als absoluter Wunschspieler, als kommender Stabilisator, als Problemlöser für eine Problemposition.
Nur eben nicht für Kompany, sondern dessen Vorgänger Thomas Tuchel, der bereits im Sommer 2023 vehement für eine Verpflichtung geworben hatte. Obwohl die Bayern dem Wunsch nachkommen wollten, Palhinha schon an der Säbener Straße aufgeschlagen war, platzte der Deal in letzter Sekunde. Weil Fulham nicht rechtzeitig für Ersatz sorgen konnte.
Versprechen an Palhinha?
Doch angeblich ließ sich der Klub im Anschluss an die peinliche Palhinha-Posse ein brisantes Versprechen abringen. Wie die "tz" berichtet, gaben die Verantwortlichen dem enttäuschten Fast-Neuzugang ihr Wort, im Sommer des kommenden Jahres einen neuerlichen Anlauf zu unternehmen.
Dass Palhinha-Fan Tuchel nach der ersten titellosen Saison seit zwölf Jahren gehen musste, war damals freilich noch nicht absehbar. Trotz der Trennung wagten die Bayern einen zweiten Versuch. Vor allem, weil Goretzka den Verein verlassen sollte und somit Alternativen benötigt wurden.
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Joao Palhinha muss meist mit einer Bankrolle vorlieb nehmen
Fotocredit: Getty Images
Goretzka ließ sich bekanntermaßen aber nicht vom Hof jagen und beharrte auf seinem Vertrag bis 2026. Eine Rolle spielte der gebürtige Bochumer aber zu Beginn der Saison ebenso wenig wie Palhinha, beide wurden von Kimmich und Pavlovic ausgestochen. Als Pavlovic aufgrund eines Schlüsselbeinbruchs Ende Oktober passen musste, war Palhinhas Chance aber gekommen.
Goretzka glänzt in Palhinhas Abwesenheit
Er zeigte weitestgehend ansprechende Leistungen, ohne für die ganz großen Glanzmomente zu sorgen. Allerdings waren die Gegner mit Kiel, Union und Bochum auch nicht sonderlich namhaft. Dass Palhinha weitere Beweise seiner Klasse schuldig blieb, hing mit dem bereits skizzierten Muskelbündelriss zusammen, der ihn von November bis Januar, also knapp drei Monate, außer Gefecht setzte.
In der Zwischenzeit fand Streichkandidat Goretzka zu allem Überfluss wieder zu alter Stärke und avancierte zur ersten Option im Falle eines Ausfalls von Kimmich oder Pavlovic. Dementsprechend ist er auch derjenige, der den erstmals verletzten Kimmich im Spitzenspiel beim VfB Stuttgart (Fr., 21:00 Uhr im Liveticker) voraussichtlich vertreten wird.
Doch wie geht es weiter mit Palhinha, der immerhin der fünftteuerste Einkauf der Klubgeschichte nach Harry Kane (100 Millionen Euro), Lucas Hernández (80 Millionen Euro), Matthijs de Ligt (67 Millionen Euro) und Michael Olise (53 Millionen Euro) ist?
Palhinha im Sommer schon wieder weg?
Der "tz" zufolge könnte Palhinhas Zeit in München nach nur einer Saison schon wieder enden, neben Goretzka würde der Rekordmeister demnach auch den einstigen Tuchel-Liebling ziehen lassen. Zudem steht Kimmichs Zukunft nach einem zurückgezogenen Vertragsangebot seitens der Bayern plötzlich wieder auf der Kippe.
Aber unabhängig davon - sollte Palhinha abgegeben werden, müssten die Bayern erhebliche Einbußen hinnehmen. Dass der Stratege seinen Einkaufspreis wieder hereinholt, ist nahezu ausgeschlossen. Stattdessen könnte er als teures Missverständnis in die eigentlich so ruhmreiche Münchner Historie eingehen.
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