FC Bayern: Raphael Guerreiro ist der unterschätzteste Spieler des Rekordmeisters - großer Gewinner unter Vincent Kompany

Beim 9:2 Kantersieg gegen Zagreb tauchte Raphael Guerreiro plötzlich als Rechtsverteidiger in der Aufstellung des FC Bayern München auf. Mittlerweile gibt es wenige Positionen, auf denen der Portugiese noch nicht gespielt hat. Für das flexible Spielsystem von Vincent Kompany ist der 30-Jährige ein wichtiger Faktor. Eurosport.de erklärt, warum Guerreiro zu Unrecht ein unbesungener Held ist.

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Quelle: Eurosport

Tor-Hype um Harry Kane, Vertragspoker von Joshua Kimmich, Rekorde für Thomas Müller, Weltklasseleistungen von Jamal Musiala, Rätselraten um Leon Goretzkas Rolle.
Beim FC Bayern München gibt es in gewohnter Tradition viele (öffentlichkeitswirksame) Themen. Über Raphael Guerreiro spricht hingegen kaum jemand.
Dabei ist der Portugiese ein wichtiger und extrem flexibler Baustein im System des deutschen Rekordmeisters - und wird dank Vincent Kompanys Spielidee wohl noch wichtiger werden.
In den letzten Jahren, auch schon beim Borussia Dortmund, war er immer mal wieder Teil einer Doppelsechs oder sogar ein Achter in einem 4-3-3. Nun tauchte er beim 9:2-Auftaktsieg in der Königsklasse gegen Zagreb als Rechtsverteidiger auf.

Bayerns zweiter Raumdeuter

In Bayerns neuem Aufbau gibt es viele Positionswechsel. Einem so vielseitig einsetzbaren Spieler wie Guerreiro kommt das natürlich entgegen: Statt an der Linie zu kleben, kann er sich immer wieder Räume suchen, die ihm mehr liegen.
Mal als Teil einer Doppelsechs, mal in einem Dreieraufbau mit den Innenverteidigern und mal um Stürmer Kane herum wie ein Achter bzw. Zehner.
Was Guerreiro von den meisten ausgebildeten Außenverteidigern unterscheidet, ist die Orientierung in engen Räumen. Normalerweise muss man sich als Außenverteidiger "nur" in drei Richtungen zurechtfinden: nach vorne, nach hinten und ins Zentrum - schließlich ist auf der anderen Seite die Außenlinie.
Weil von hinten in der Regel kein Gegnerdruck zu befürchten ist, bleiben nur zwei Achsen, die man im Blick behalten muss. Guerreiro hingegen schafft es auch, im Zentrum den Überblick zu behalten. Im Stile eines Sechsers schaut er sich ständig um und weiß, von wo der Druck kommt.

Warum Guerreiro kaum vom Ball zu trennen ist

Mit seinem tiefen Körperschwerpunkt, seiner (beidfüßigen!) Ballbehandlung und eben dieser Orientierungsfähigkeit ist er kaum unter Druck zu setzen.
Obwohl er nicht der schnellste Spieler ist, kann er sich so ständig einen entscheidenden Vorsprung gegenüber seinen Gegenspielern verschaffen.
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Quelle: Perform

Unabhängig von den Räumen, in denen er auftaucht, ist Guerreiro kein Mann, der Abwehrreihen mit Tempo überläuft. Vielmehr sind es kleine Körpertäuschungen, mit denen er sich kurz Zeit verschafft - und das Spiel dann sauber fortsetzt.
Oftmals spielt er einen einfachen Kurzpass und bewegt sich dann mit einem kurzen Antritt wieder in die Tiefe. So reißt er Löcher oder kommt selbst in vielversprechende Situationen im letzten Drittel.

Kommt mit dem neuen Spielstil auch die Torgefahr?

Ein Manko - neben seiner Verletzungsanfälligkeit - war bislang die direkte Torgefahr: Guerreiro konnte lediglich vier Tore und zwei Vorlagen in 32 Pflichtspielen für die Bayern beisteuern.
Nicht zuletzt sein Traumtor gegen Zagreb hat jedoch gezeigt, dass Kompanys Spielstil dem portugiesischen Nationalspieler entgegenkommt.
Durch die vielen Positionswechseln und der Vorgabe, dass nur ein Spieler die Außenbahn besetzt, wird Guerreiro noch öfter in zentralen Räumen zu seinen Aktionen kommen.
Mit seiner Spielintelligenz und seinem guten Gespür für den richtigen Moment, um einen Lauf hinter die Abwehrkette anzuziehen, scheinen weitere Tore nur eine Frage der Zeit.
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Quelle: Perform

Gute Aussichten für Guerreiro

Der 30-Jährige ist der Traum eines jeden Trainers: Verlässlich, flexibel, ballsicher und mit einem hervorragenden Spielverständnis ausgestattet.
Dass er bei der Ansammlung von Stars (und Themen um diese) irgendwie ein bisschen untergeht in der öffentlichen Wahrnehmung, stört den Portugiesen offenbar überhaupt nicht.
Guerreiro agiert mit einem Selbstverständnis und ist einer der großen Profiteure von Kompanys neuem Stil. Bleibt Bayerns Allzweckwaffe verletzungsfrei, wird er weiterhin eine wichtige Rolle spielen - und vielleicht des Öfteren mal in den Schlagzeilen auftauchen.
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