RB Leipzig in der Krise: Coach Marco Rose unter Druck, Geschäftsführer Marcel Schäfer sieht Team gefordert

Nach dem 0:0 bei Union Berlin hadert RB Leipzig mit sich selbst. Gerade die Offensivstars um Rekordmann Xavi Simons schwächeln bedenklich. Nach dem frühen Aus in der Champions League steht Coach Marco Rose unter Druck. Geschäftsführer Marcel Schäfer machte deutlich, dass die gesamte Mannschaft in dieser schwierigen Situation gefordert sei. Sich selbst schließe er da ausdrücklich ein.

Marco Rose, RB Leipzig

Fotocredit: Getty Images

Marco Rose schnappte sich den sichtlich frustrierten Xavi Simons noch auf dem Rasen der Alten Försterei für ein paar Worte, RB Leipzigs Trainer war sofort als Psychologe gefragt. Nach dem nächsten Dämpfer muss er seine Künstler um den 50-Millionen-Mann Xavi schnellstmöglich aus ihrer Schaffenskrise führen, um die Saisonziele - und damit seinen Job - nicht zu gefährden.
"Das ist im Moment alles nicht toll, was wir auf den Platz zaubern", gab Rose am Samstag bei "Sky" nach dem ernüchternden 0:0 beim tapfer kämpfenden Abstiegskandidaten Union Berlin zu. Zwar rückte RB durch das Remis gar auf Champions-League-Platz vier vor, weil die Konkurrenz verlor, doch das vierte Bundesliga-Spiel ohne Sieg nacheinander und vor allem die Leistung in Berlin-Köpenick gaben reichlich Anlass zur Sorge.
Rose steht unter Druck, nach dem ernüchternden Aus in der Ligaphase der Königsklasse muss er Leipzig zwingend erneut in die Champions League bringen und im DFB-Pokal weit kommen. Sehr weit. Noch hat er dafür Zeit.
Auf den Trainer angesprochen, beteuerte Sportgeschäftsführer Marcel Schäfer nach dem Union-Spiel, er habe "sehr viel Geduld". Schäfer hatte zuvor jedoch auch keinen Hehl daraus gemacht, dass er Ergebnisse wünscht.
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Quelle: Perform

"Wir werden versuchen, die Dinge in aller Sachlichkeit zu besprechen", sagte er im Aktuellen Sportstudio des "ZDF": "Aber das haben wir schon öfter getan in der Saison. Vom Reden wird es nicht besser. Wir müssen das irgendwann auch mal zeigen und machen."
Er nehme dabei ausdrücklich alle Beteiligten in die Pflicht. Die Mannschaft, das Trainerteam - und auch sich selbst. Und doch werden es letztlich die Spieler richten und Rose den Kopf hinhalten müssen.
Dabei sind die Leipziger aktuell weit davon entfernt, eine zuverlässige Siegesmaschinerie zu sein. Im Gegenteil. Paradoxerweise offenbarte RB bei Union und auch beim ungenügenden Champions-League-Auftritt bei Sturm Graz (0:1) große Schwierigkeiten in der Chancenkreation. Und das trotz Ausnahmekönnern wie Benjamin Sesko, Lois Openda oder eben Xavi Simons, den die Leipziger unter der Woche für die vereinsinterne Rekordsumme von 50 Millionen Euro fest von Paris Saint-Germain verpflichtet hatten.

Orban: "Freier in der Birne"

Kapitän Willi Orban erklärte sich die Probleme der Kreativen mit der eigenen Erwartungshaltung. Er habe das Gefühl, dass die Leipziger aktuell "ein bisschen verkopft" sind, so der Verteidiger: "Wir haben viele Spieler auf dem Platz, die unheimlich viel Qualität haben, aber die müssen dafür frei sein. Da müssen wir irgendwie hinkommen, dass wir die Jungs wieder freier in der Birne bekommen."
Wie auch immer Rose das anstellen will: Er muss es schnell tun, denn der Februar wird ein Monat voller entscheidender Weichenstellungen.
Die nächsten Gegner in der Liga heißen FC St. Pauli, FC Augsburg und 1. FC Heidenheim. Drei Pflichtsiege für ein Top-Team im Champions-League-Rennen, aber im Union-Modus drohen RB erneut Abnutzungskämpfe mit Potenzial für ungeplante Punktverluste.
"Jetzt kommen die Gegner, die unangenehm sind, aber die du auch besiegen musst, wenn du für dich beanspruchst, nächstes Jahr Champions League zu spielen", sagte Orban. Dazu geht es im Pokal-Viertelfinale am 26. Februar gegen den VfL Wolfsburg, auch hier ist ein Ausscheiden nicht vorgesehen.
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