Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe kritisiert Schiedsrichter-Boss Knut Kircher scharf: "Das hilft nicht"

Die Diskussion um einen Handelfmeter für Eintracht Frankfurt im Spiel gegen Bayer Leverkusen, den die Eintracht von Schiedsrichter Felix Brych nicht bekommen hat, geht weiter: Der ehemalige Bundesliga-Topschiedsrichter Manuel Gräfe kritisiert Referee-Boss Knut Kircher scharf. Es würde nur schaden, die Tätlichkeit von Jonathan Tah als Graubereich auszulegen, wie Kircher es tat.

Die viel diskutierte Szene zwischen Tah (l.) und Ekitike

Fotocredit: SID

Gräfe schrieb bei "X": "Das hilft nicht, auch Brych nicht." Für ihn sei in der Szene klar: Tah hätte Rot sehen und Brych einen Elfmeter für Frankfurt geben müssen.
Vorbildlich sei hingegen, wie Schiedsrichter Sven Jablonski jüngst mit einer falschen Entscheidung umgegangen sei. Man solle "Fehler eingestehen" und "daraus lernen wollen". Brych hingegen hatte sich am Samstag nach dem Spiel nicht öffentlich äußern wollen.
Ehrlichkeit und Geradlinigkeit sind für Gräfe aber elementar; "dann macht doch niemand Menschen, die Verantwortung übernehmen, einen längeren Vorwurf, denn Fehler machen alle".
In der Nachspielzeit hatte Leverkusens Verteidiger Jonathan Tah Frankfurts Stürmer Hugo Ekitiké in einem Duell in der Luft mit dem Arm gestoßen, der Frankfurter kam zu Fall. Für Eintracht-Trainer Dino Toppmöller wäre das Rot und "ein ganz klarer Elfmeter" gewesen, wie er bei "Sky" ausführte.

Krösche äußert Unverständnis

Kirchers Aussage konnte indes auch Frankfurts Sportdirektor Markus Krösche nicht nachvollziehen.
"Es ist verständlich, dass Knut Kircher seine Schiedsrichter per se schützen will. Damit tut er aber in diesem Fall seinen Schiedsrichtern und dem Fußball insgesamt keinen Gefallen", sagte er.
Denn: "Wenn diese Aktion in der Nachbetrachtung in das Ermessen des Schiedsrichters fällt, dann öffnet dies einer Beliebigkeit Tür und Tor, die dem Fußball schadet."

"Ermessensspielraum": Kircher verteidigt Brych

Schiedsrichter-Boss Kircher hingegen verteidigte, dass Brych in dieser Situation nicht den Video-Schiedsrichter eingeschaltet hatte.
"Felix ordnet die Szene für sich in seinem Ermessensspielraum ein", sagte er im "Doppelpass" bei "Sport1".
Wenn der Video-Assistant-Referee "Günter Perl nicht andere Bilder hat, die die Wahrnehmung des Schiedsrichters widerlegen oder ihm vielleicht noch zusätzliche Indizien bringen, um auf eine andere Entscheidung zu kommen, dann greift der VAR nicht ein".
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Quelle: Perform


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