Uli Hoeneß mit deutlichen Worten zu vollem Spielplan und Klub-WM: "Es geht nicht mehr lange gut mit unserem Sport"

Das Thema der Überbelastung ist im Fußball akut und neue Wettbewerbe, wie eine große Klub-Weltmeisterschaft im Sommer, verschärfen die Thematik aber zusätzlich. In einem Gesprächsforum der Zeitung "Finanz und Wirtschaft" in Zürich hat sich am Donnerstagabend auch Uli Hoeneß dazu geäußert. "Es geht nicht mehr lange gut mit unserem Sport", betonte der Ehrenpräsident des FC Bayern München.

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Quelle: Perform

Die Entwicklungen der vergangenen Jahre verfolgt der 72-Jährige kritisch. "Die Leistungsfähigkeit des Menschen ist endlich. Und wenn das so weiter geht, können die Spieler irgendwann einfach nicht mehr", betonte Hoeneß in Zürich.
In aller Regel lässt sich das Rad nur schwierig zurückdrehen. Die größte Möglichkeit sieht der langjährige Bayern-Funktionär bei den Akteuren selbst.
"Der Druck muss von uns Vereinen und den Spielern kommen", erklärte Hoeneß, der verstehen könne, warum Spieler aus Angst vor Verletzungen, Aufgebote der Nationalmannschaften nicht mehr wahrnehmen würden.
Da passt es nicht ins Bild, dass die FIFA mit der Ausweitung der Klub-WM auf 32 Mannschaften zusätzliche Spiele in den Kalender platziert hat. Der FC Bayern könne es sich allerdings "nicht erlauben", das Turnier nicht zu spielen, so Hoeneß.

Premier League als schlechtes Vorbild

Die Premier League mit ihrer finanziellen Übermacht sieht Hoeneß als Extrembeispiel der aktuellen Entwicklungen. "Da ist es noch schlimmer. Die haben ja noch mehr Wettbewerbe. Das ist wahnsinnig", betonte der Weltmeister von 1974, dem vor allem die Gründe für die weitere Aufblähung nicht passen.
"Alles nur, um noch mehr Gelder in die Berater und in die Spieler reinzustecken. So geht es nicht weiter", sagte Hoeneß.
Unabhängig von den Bedenken seines Ehrenpräsidenten wird auch der FC Bayern weiterhin ein gewichtiger Bestandteil des Spielplans sein - auch die Qualifikation für die Klub-WM im kommenden Sommer ist bereits fix. Borussia Dortmund ist ebenfalls sicher dabei.

Guardiola riet Bayern zu Kompany

Bei den Münchenern wird dann aller Voraussicht nach Vincent Kompany an der Seitenlinie stehen. Dass der Rekordmeister einen Trainer holte, der gerade erst mit dem FC Burnley aus der Premier League abgestiegen war, hatte auch mit dem Rat eines prominenten Ex-Trainers zu tun.
"Er ist kommunikativ und kümmert sich um seine Spieler. Das wussten wir zuvor aber nicht", so Hoeneß. Die Bayern meldeten sich zur Sicherheit bei einem alten Bekannten in Manchester, wie der Ex-Präsident erzählte: "Deshalb haben wir bei Pep Guardiola angerufen und ihn um Rat gefragt. Er sagte uns bloß, den könnten wir blind nehmen, er schaffe das."
Die ersten 16 Pflichtspielen unter Kompany lassen zumindest den vorsichtigen Schluss zu, dass Star-Trainer Guardiola recht behalten sollte.
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Quelle: Perform


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