FC Bayern - Sogar Star-Stürmer Harry Kane hat keine Lust auf Min-Jae Kim: Das "Monster" macht sich unverzichtbar
VonThomas Gaber
Update 22/11/2024 um 08:19 GMT+1 Uhr
Min-Jae Kim hat in seiner zweiten Saison beim FC Bayern als Innenverteidiger enorm gesteigert und bildet mit Dayot Upamecano mittlerweile ein starkes Duo im Abwehrzentrum der Münchner. Die Geduld der Bayern-Bosse mit dem 28 Jahre alten Südkoreaner zahlt sich aus und mit Vincent Kompany hat Kim jetzt auch einen Trainer, der weiß, wie schwierig sich verteidigen anfühlen kann.
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Quelle: Eurosport
Thomas Tuchel widmete Min-Jae Kim eine Minute und 37 Sekunden. So lange dauerte die "Abrechnung" des Bayerntrainers mit seinem Innenverteidiger im Anschluss an das 2:2 im Champions-League-Halbfinalhinspiel gegen Real Madrid.
Kim hatte bei beiden Gegentoren gepatzt, was er von seinem Coach auch unverblümt öffentlich vorgehalten bekam. "Zu gierig" habe Kim in den entscheidenden Momenten verteidigt, "viel zu gierig und viel zu aggressiv", so Tuchel. Oder mit anderen Worten: einfach nur naiv.
Tuchel war als Trainer der Münchner selten um öffentliche Kritik an seinen Spielern verlegen. Das unterscheidet den Ex-Coach maßgeblich vom neuen. Vincent Kompany kam in knapp fünf Monaten noch kein schlechtes Wort über die Lippen, wenn es um seine Mannschaft geht. Im Gegenteil: Kompany redet die Spieler stark und bekommt von ihnen viel zurück, wie der Fall des eigentlich ausrangierten Leon Goretzka zeigt.
In seinem zweiten Jahr in München hat Min-Jae Kim eine erstaunliche Entwicklung genommen. Im Sommer 2023 als "Monster von Neapel", so Kims Beiname in Italien, für 50 Millionen Euro verpflichtet, spielte der Südkoreaner zunächst eine vernünftige Hinrunde.
Leverkusen-Spiel als Knackpunkt
"Dann war er beim Asien-Cup und wurde nach seiner Rückkehr gegen Leverkusen (0:3, d. Red.) gleich wieder auf den Platz geworfen", erinnerte sich Sportvorstand Max Eberl. "Er hat da nicht gut gespielt, das galt aber eigentlich für alle Bayernspieler an diesem Tag. Doch Min-Jae hat Vertrauen verloren und landete auf der Ersatzbank."
Das habe sich langfristig negativ ausgewirkt. "Bei Kim hat dann ein Überlegen, ein Nachdenken eingesetzt. Das ist bei Spielern meist ein Problem. Sie wollen dann alles bestmöglich machen und dadurch fehlt ihnen die Intuition, die sie im Spiel brauchen", verdeutlichte Eberl am Tag vor dem Bundesligaspiel des FC Bayern gegen den FC Augsburg (Fr., 20:30 Uhr im Liveticker).
Dieses Vorhaben, ja alles top erledigen zu wollen, wurde Kim im Mai gegen Real zum Verhängnis. Er wollte zu viel - und wurde zu gierig.
Doch es ist dem 28-Jährigen gelungen, sich anzupassen und zu stabilisieren. "In Italien war Min-Jae in einer Liga, in der sehr viel verteidigt wird, herausragend. In der Bundesliga hat man als Innenverteidiger aber deutlich weniger Zeit für den Spielaufbau. Das war sein Problem", sagte Eberl.
"Aber er hat von uns und vom Trainer das Vertrauen bekommen im Sommer, als wir Entscheidungen gefällt haben, was die Innenverteidigung betrifft. Wir haben ganz klar Min-Jae und Upa (Dayot Upamecano, d. Red.) das Vertrauen ausgesprochen und sie zahlen das jetzt zurück, auch wenn es ein bisschen Zeit gebraucht hat", so Eberl weiter.
Kompany: Bayernstürmer haben keine Lust auf Kim und Co.
Mit Kompany hat Kim jetzt auch einen Trainer, der sich bestens in ihn hineinversetzen kann. "Ich war selbst Innenverteidiger und weiß, wie schwer das manchmal sein kann. Als Verteidiger braucht man mindestens 15 Spiele, damit andere erkennen, was der Spieler wirklich drauf hat", erklärte Kompany am Donnerstag.
Er habe früh im Training gespürt, "dass es unseren Stürmern keinen Spaß macht, gegen unsere Verteidiger zu spielen. Wenn dem so ist, bist du auf einem guten Weg", so Kompany.
"Wenn man als Trainer sieht, dass es für die Stürmer zu leicht ist, im Training Tore zu schießen, dann hat man ein Problem", schob der Coach grinsend hinterher. "Aber das ist bei uns nicht der Fall. Unsere Stürmer spielen nicht gerne gegen unsere Verteidiger."
Wenn selbst ein Harry Kane mitunter an Min-Jae Kim verzweifelt, muss viel richtig laufen im Spiel des einst so gierigen "Monsters".
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