Von Hiroki Ito bis Nick Woltemade: Diese elf Spieler werden 2025 in der Bundesliga richtig durchstarten
VonLuca Baier
Update 26/12/2024 um 20:18 GMT+1 Uhr
Eurosport.de wirft nach dem ersten Halbjahr der Saison einen Blick nach vorne: Im neuen Jahr wird diese Top-Elf die Bundesliga so richtig aufmischen und vielleicht auch sogar DFB-Nationaltrainer Julian Nagelsmann ins Grübeln bringen. Denn diese elf Spieler starten 2025 so richtig durch, werden noch mehr Bewegung in die Liga bringen und von Geheimtipps zu absoluten Fanlieblingen werden.
Paul Nebel, Nick Woltemade, Hiroki Ito (v.l.)
Fotocredit: Getty Images
Dass Hiroki Ito Spieler des FC Bayern München ist, hat man fast schon vergessen.
Im Sommer war der Japaner vom Vize-Meister VfB Stuttgart an die Isar gewechselt - und war fortan nur verletzt.
Für 2025 ist dem Innenverteidiger mit dem guten linken Fuß nun aber der Durchbruch zuzutrauen - genau so wie zehn anderen Profis, die Eurosport.de unter die Lupe nimmt.
Die Top-Elf der Spieler, die in der Rückrunde durchstarten könnten:
Tor: Michael Zetterer - Werders elfter Feldspieler
Mit klarem Abstand zu den Abstiegsrängen, einem gesicherten Platz im Mittelfeld und einem verstohlenen Blick auf die internationalen Plätze geht Werder Bremen in die Winterpause.
Die Mannschaft bleibt unter Ole Werner ihrer Spielphilosophie treu: Man baut das Spiel sehr kontrolliert auf, lockt den Gegner mit vielen kurzen Pässen nach vorne und versucht ihn dann kontrolliert zu überspielen. Michael Zetterer ist dabei der perfekte Torhüter.
Wohl kein anderer Keeper in der Bundesliga trägt so viel Verantwortung im Spielaufbau für sein Team wie der 29-Jährige. Weil Zetterer zudem sehr stabile Leistungen in seinem Kerngeschäft mit den Händen bringt, werden größere Vereine sicherlich genau hingucken – genau wie Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Abwehr: Lukas Ullrich - nach langer Wartezeit ins kalte Wasser
Als Lukas Ullrich in der vergangenen Saison von Absteiger Hertha BSC zu Borussia Mönchengladbach gewechselt ist, haben sich nicht wenige gefragt: Moment, die haben doch gerade erst Luca Netz geholt. Auch von Hertha. Auch für die Position hinten links.
Ullrich spielte vorerst keine Rolle, verschwand sogar etwas vom Radar – und wurde nach einem schwierigen Lehrjahr nun plötzlich gebraucht. Der spielstarke Linksfuß wurde mitten in Gladbachs Verletzungsmisere hineingeworfen und hat sich festgebissen.
Mit seiner Ballsicherheit, seinem Mut im Dribbling und seiner Unbekümmertheit sammelt er seit mehreren Wochen erste Bundesligaerfahrung – und zwar so, als hätte er nie etwas anderes getan. Ullrich geht als Stammspieler ins Jahr 2025.
Abwehr: Hiroki Ito - nochmal Neuzugang
Vincent Kompany kann sich über einen Neuzugang freuen: Hiroki Ito, bereits im Sommer vom VfB Stuttgart gekommen, sollte 2025 endlich zur Verfügung stehen.
Verletzungen und Rückschläge beim Reha-Prozess verhinderten bislang den ersten Pflichtspieleinsatz für den Rekordmeister. Im neuen Jahr soll und will der Japaner endlich angreifen – und bietet seinem Trainer neue Möglichkeiten. Bayerns aggressives Pressing würde auch mit einer Dreierkette hervorragend funktionieren.
Weil Ito ein gutes Tempo hat und gerne nah am Mann verteidigt, passt er perfekt zu Kompanys Spielidee. Sein linker Fuß bietet zudem neue Möglichkeiten im Spielaufbau.
Abwehr: Nordi Mukiele - Frimpongs neuer Bodyguard
Erst wenige Tage vor Ende des Transferfensters kam Nordi Mukiele zu Bayer Leverkusen – und war damit erst einmal eine Art Fremdkörper im eingespielten Team von Xabi Alonso.
Der wuchtige Verteidiger, der sowohl innen als auch rechts spielen kann, kam in den letzten Wochen nun regelmäßig zum Einsatz und zeigte sofort, warum er für den deutschen Meister so wichtig werden kann: Mit seinem Tempo kann er auch die absoluten Topspieler der Gegner im direkten Duell verteidigen.
Dies ist vor allem für Leverkusens hohes Pressing und die riskante Restverteidigung bei eigenen Angriffen wichtig. Mukiele wird im neuen Jahr eine wichtige Rolle auf der rechten Seite als Bodyguard für den noch offensiver eingesetzten Jeremy Frimpong spielen.
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Alonso lobt Matchwinner Mukiele
Quelle: Perform
Mittelfeld: Felix Nmecha - Ablösung in der BVB-Schaltzentrale?
Es ist und bleibt ein Auf und Ab beim BVB. Verheißungsvoller Saisonstart, unerklärliche Leistungen in einzelnen Spielen, Verletzungssorgen, dann wieder überzeugende Siege.
Dabei ging fast unter, dass sich Felix Nmecha immer mehr zum Herzstück im Mittelfeld der Schwarz-Gelben entwickelt. Während der oft kritisierte und nicht optimal zu Nuri Sahins Spielstil passende Kapitän Emre Can zuletzt immer wieder als Innenverteidiger gebraucht wurde, nahm Nmecha die so wichtige Rolle im Mittelfeldzentrum ein.
Mit seiner Dynamik ist er ein passendes Gegenstück zum Ballverteiler und Organisator Pascal Groß. Nmecha dürfte auch im neuen Jahr sehr gute Karten haben – und endlich Konstanz ins BVB-Mittelfeld bringen?
Mittelfeld: Patrick Osterhage - same Procedere as every Year
Alle Jahre wieder bringt der SC Freiburg junge Spieler hervor – sei es aus dem eigenen Nachwuchs oder aber durch clevere Transfers.
Patrick Osterhage, der in der Vorsaison seinen Durchbruch beim VfL Bochum schaffte, dürfte der nächste in der Reihe sein. Nach einer respektablen ersten Jahreshälfte findet er immer besser ins Freiburger Spiel.
Der großgewachsene und körperlich starke Mittelfeldspieler langt zwischen den Strafräumen ordentlich zu, kann aber auch für Torgefahr sorgen. Läuft er weiter so fleißig die Angriffe bis in beziehungsweise an den Strafraum mit, wird er 2025 sein erstes Tor für Freiburg machen – und weitere folgen lassen.
Mittelfeld: Romano Schmid - auf dem Sprung
Romano Schmid gehörte schon in der Vorsaison zu Werders besten Spielern. Auch in dieser Saison ist er nicht wegzudenken aus der Bremer Startelf. Egal ob als Achter oder als Stürmer: Schmid sorgt immer für Betrieb.
Er ist einer der wenigen Werder-Spieler, die Situationen durch individuelle Qualität lösen – so kann er sich beispielsweise immer wieder dank seines tiefen Körperschwerpunkts auch gegen robuste Gegenspieler durchsetzen und das Spiel mit seinem guten Antritt beschleunigen.
Seine Scorerbilanz ist mit einem Tor und einer Vorlage noch klar ausbaufähig. So oft wie der Österreicher aber an letzten und vorletzten Aktionen Werders beteiligt ist, ist es nur eine Frage der Zeit bis der Knoten platzt.
Mittelfeld: Paul Nebel - der nächste Schritt
Zunächst als Backup für Mwene und Caci auf den Außenverteidigerpositionen eingeplant, dann als Einwechselspieler in der hängenden Spitze für frischen Wind gesorgt und nun plötzlich auf dem Weg zum Leistungsträger: Paul Nebel hat im Schnelldurchlauf eine Entwicklung bei Mainz hingelegt, die ansonsten auch mal zwei Jahre dauert.
Der kleine und bewegliche Offensivspieler hat einen überragenden rechten Fuß und sorgt zuletzt mehr und mehr für Torgefahr. Schüsse, Flanken, letzte Pässe: Nebel hat alles im Werkzeugkasten, was ein Spieler im letzten Drittel benötigt.
Weil er die Mainzer Intensität und die Arbeit gegen den Ball auch angenommen hat, wird er in der zweiten Jahreshälfte gemeinsam mit Jae-Sung Lee hinter Jonathan Burkardt wirbeln – und den Mainzer Höhenflug vielleicht noch weiter fortsetzen.
Sturm: Nick Woltemade - Hallenfußballer auf dem Großfeld
Knapp zwei Meter groß und von Haus aus Angreifer: Das muss doch ein klassischer Stoßstürmer sein! Auf Nick Woltemade trifft dieses Klischee nicht zu. Der schlaksige U21-Nationalspieler gehört zu den Spielern mit der besten Ballbehandlung in der Bundesliga.
Kaum jemand führt den Ball so eng wie er, dabei nutzt er beide Füße, zeigt mitunter spektakuläre Tricks und agiert mit dem Rücken zum Tor oft wie ein Hallenfußballer. Schirmt er den Ball ab, kommt kein Verteidiger ran.
Die Verletzungssorgen im Stuttgarter Angriff konnte Woltemade nutzen, um sich zu positionieren. Sieben Tore und zwei Vorlagen in zwölf Pflichtspieleinsätzen werden erst der Anfang sein. Macht "der Lange" so weiter, muss er sich auch nach der Rückkehr von Deniz Undav und El-Bilal Touré nicht verstecken.
Sturm: Benjamin Sesko - wenn der Knoten platzt, ist er unaufhaltsam
Zugegebenermaßen ist Benjamin Sesko kein Geheimtipp. Mit seiner Größe, seinem Tempo, seiner Wucht und seiner Abschlussstärke bringt der Slowake alles mit, um ein Weltklassenstürmer zu werden. In der wechselhaften Saison der Leipziger konnte Sesko bislang jedoch nur selten glänzen.
Kaum ein Stürmer hat in dieser Saison so viel liegenlassen wie der 21-Jährige. Schaut man sich aber sein Timing bei den Läufen in die Tiefe an und bedenkt, dass Spielmacher Xavi 2025 zurückkommt, kann man sich jedoch sicher sein, dass Sesko noch genug weitere Chancen bekommt.
Elf Tore in 23 Pflichtspielen hat er trotz nicht allzu guter Effizienz gemacht. Kommt er in den Flow, ist er nicht aufzuhalten.
Sturm: Elias Saad - St. Paulis Unterschiedsspieler
Mit zwei Toren und zwei Vorlagen hat Elias Saad einen Blitzstart in seinen ersten sechs Bundesligaeinsätzen hingelegt. Seitdem fällt er mit einer Bänderverletzung aus und wird schmerzlich vermisst: St. Pauli ist, mit zwölf Toren, die harmloseste Offensive der Liga.
Saad soll im neuen Jahr wieder dabei helfen, das Flügelspiel der Kiezkicker anzukurbeln. Mit seiner unkonventionellen, mutigen Art im Dribbling kann er auch gegen die Top-Verteidiger der Liga für Wirbel sorgen.
Übersteiger, Tempowechsel oder klassisches Spielen und Gehen: Saad bringt das schmerzlich vermisste Tempo zurück und wird im neuen Jahr ein wichtiger Faktor für die Mission Klassenhalt sein.
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Quelle: Perform
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