Mal wieder Unruhe beim BVB: Warum Top-Spieler gehen wollen - und Verhandlungen stocken

Zwei Spieler sind bei Borussia Dortmund in der Winterpause schon gegangen, weitere könnten folgen, wie Sportdirektor Sebastian Kehl im Trainingslager im spanischen Marbella erklärte. Gleichzeitig herrscht weiter Unklarheit über die Vertragsverlängerungen gestandener Spieler wie Julian Brandt und Nico Schlotterbeck. Obwohl der BVB auf Platz zwei steht, herrscht Unruhe. Warum bloß?

BVB-Coach Kovac mahnt vor starker Eintracht-Offensive

Quelle: Perform

Es könnte alles so schön sein beim BVB. In der Sonne Spaniens (Marbella) startete das Team direkt mit einem Trainingslager ins neue Jahr.
Doch so schön die Situation auch sein könnte, das Bild bekommt Risse. Und das liegt nicht nur am teils stark regnerischen Wetter an der spanischen Mittelmeerküste, das die Mannschaft und das Trainerteam zum zeitweisen Wechsel des Trainingsplatzes zwang.
Die Unruhe entsteht vor allem, weil (mal wieder) nicht klar ist, wer Teil der Mannschaft ist - und über Winter und Sommer hinaus bleibt. Zwei Spieler haben den BVB bereits verlassen.
Ein Berater heizt Abschiedsgerüchte an - und ob Spieler wie Julian Brandt und Emre Can über den Sommer hinaus bleiben, ist längst nicht klar. Wie es um Dortmunds Personal bestellt ist.

Groß und Campbell sind weg - was ist mit Silva?

Zwei Spieler hat Sportdirektor Sebastian Kehl in diesem Winter schon ziehen lassen. Wegen mangelnder Einsatzzeit schloss sich Mittelfeldspieler Pascal Groß für drei Millionen Euro seinem Ex-Verein Brighton & Hove Albion an.
Youngster Cole Campbell, der unter Nuri Sahin sein Debüt feierte, wird an die TSG Hoffenheim ausgeliehen. Er spielte zuletzt keine Rolle mehr im Bundesliga-Kader von Niko Kovac.
Unzufrieden scheint indes auch Fábio Silva zu sein, dessen Berater einen Wechsel im Winter auszuloten scheint. Dem schob Kehl aber einen Riegel vor. "Es gibt gerade kein Szenario, in dem wir Fábio abgeben wollen. Das weiß der Spieler, das weiß auch sein Berater", sagte er der "dpa".
Der 23-jährige Portugiese war erst im Sommer für 22 Millionen Euro von Wolverhampton, in der Hinrunde aber nicht über den Joker-Status hinaus gekommen.

Bricht dem BVB eine Achse weg?

Unabhängig vom Personal, das Kovac in der Rückrunde zur Verfügung steht, geht es für die Verantwortlichen um Sebastian Kehl schon jetzt darum, wer über den Sommer hinaus in Dortmund bleibt. Die Verträge von Kapitän Can und Offensivspieler Brandt laufen zum Saisonende aus.
"Wir werden uns das ganz in Ruhe anschauen. Bis jetzt ist noch keine Entscheidung gefallen", sagte Kehl bei einer Medienrunde in Marbella über die beiden - wohlwissend, wie unruhestiftend Transferverhandlungen in der heißen Saisonphase sein können.
Auch Niklas Süles Zukunft gibt Rätsel auf: Die Zeichen standen auf Trennung, doch dann gab der 30-Jährige sein Startelf-Comeback. Laut "Sky" soll er im Sommer gehen. Unter anderem sollen beide Mailänder Top-Klubs interessiert sein.
Brisanter ist die Lage bei Schlotterbeck: Laut "Sky" und "Bild" zögert der 26-Jährige weiter, seinen Vertrag zu verlängern. Unter anderem der FC Barcelona soll Interesse zeigen. Es gibt aber auch Gerüchte um den FC Bayern. Und Real Madrid, das nach einem Nachfolger für Antonio Rüdiger sucht.
"Wir versuchen ihn zu überzeugen mit der Power, die dieser Klub hat. Auch mit der Wertschätzung, die der Junge spürt", sagte Kehl. Ein Selbstläufer dürften die Verhandlungen nicht werden. Klar ist: Sollten alle genannten Spieler gehen, bricht den Dortmundern viel Erfahrung und Struktur im Kader weg.
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Sportdirektor Sebastian Kehl und Trainer Niko Kovac.

Fotocredit: Imago

Stressfaktor Adeyemi ebenfalls bald weg?

Dann wäre da auch noch Karim Adeyemi, der nicht nur mit Wechselgerüchten für Schlagzeilen sorgt. Unruhe brachten zuletzt der Waffenskandal, ein Flaschenwurf und ein wenig Drama nach einer Auswechslung. Er steht beim BVB unter genauer Beobachtung.
Laut Medienberichten soll aber auch Adeyemis Frau, Rapperin Loredana, lieber in einer anderen Stadt wohnen wollen. Der Vertrag des 23-Jährigen läuft noch bis 2027. Interesse soll etwa aus England von Arsenal und Manchester United kommen.
Matthias Sammer, der beim BVB als Berater fungiert, nahm den Offensivspieler zuletzt in Schutz. "Karim befindet sich noch in seiner Entwicklung, seine Emotionen hat er noch nicht immer hundert Prozent im Griff. Der Verein hat ihn im letzten Fall entsprechend ermahnt und sanktioniert. Das war richtig. Aber jetzt, glaube ich, ist es der richtige Weg, ihm zu helfen und zu unterstützen", sagte er der "Sport Bild".
Und dann wäre da noch Stürmer Serhou Guirassy, der diese Saison beim BVB so gar nicht richtig in Schwung kommt. Der Guineer hat zwar noch einen Vertrag bis 2028; sollte die Formkurve jedoch weiter nach unten zeigen, ist eine Trennung im Sommer nicht ausgeschlossen.

Kehl sieht positive Entwicklung

Generell steht Borussia Dortmund aber auf soliden Beinen. Platz zwei in der Bundesliga - und auch in der Champions League ist der BVB auf K.o.-Runden-Kurs. Auch deshalb müsse man im Winter auf dem Transfermarkt "nicht unbedingt zugreifen", wie Kehl meinte.
Dennoch stören Gerüchte, Klagen und Zweifel an Vertragsverlängerungen das Teamklima. Sammer sieht die Dynamik der jungen Spieler als Grund für Reibung: "Die Spieler werden in ihrer Rolle wachsen, um Typen zu werden. Es sind einige auf dem Weg dorthin, das tut auch mal weh und nervt."
Für Kehl habe man mit Kovac zuletzt aber auch "einiges auf die Beine gestellt", wie er in Marbella betonte: "Es ist etwas zusammengewachsen hier in Sachen Team-Hygiene, Disziplin und Hierarchie."
Ab Freitagabend wird man sehen, ob sich das auch in Ergebnisse ummünzen lässt.
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Kehl mit Klartext zu Anselmino: "Wir planen mit ihm"

Quelle: Perform


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