BVB: Ideenarmut und Transferstau bei Borussia Dortmund - Sebastian Kehl zwischen Kreativarbeit und Bewährtem

Borussia Dortmund steht noch vor einigen Fragezeichen in Sachen Kaderplanung vor der kommenden Saison. Nur ein echter Neuzugang steht einer ganzen Reihe an Gerüchten gegenüber. Sportdirektor Sebastian Kehl scheint noch zu zögern und die Namen, die gehandelt werden, sind größtenteils keine Unbekannten beim BVB. In Dortmund schwankt man zwischen Kontinuität und fehlender Kreativität.

Anton adelt Bellingham: "Absoluter Mentalitätsspieler"

Quelle: Perform

Bellingham, Sancho, Couto, Chukwuemeka - was sich liest, wie der Borussia-Kader der vergangenen Jahre sind tatsächlich die hauptsächlich gehandelten Namen in der Kaderplanung des Sommers. Natürlich auf verschiedene Art und Weise: Jobe Bellingham ist der einzige "echte" Neuzugang in dieser Liste und er ist der Bruder von Jude, dessen Karriere beim BVB in Richtung Weltklasse ging.
Der jüngere Bellingham konnte auch schon bei der Klub-WM sein Potenzial andeuten. Jadon Sancho ist aktuell ein heißes Gerücht - der Brite würde zum dritten Mal in Dortmund anheuern, angeblich wäre die Ablösesumme verhältnismäßig gering und er wäre zu Gehaltsverzicht bereit.
Yan Couto und Carney Chukwuemeka waren im vergangenen Jahr an die Borussia ausgeliehen, ersterer wurde für 20 Millionen schon fest verpflichtet, letzteren möchte man unbedingt fest an sich binden. Laut aktuellem Stand im Blätterwald sieht es derzeit nach einer erneuten Leihe mit Kaufoption aus.
Das ist der Stand rund eine Woche vor dem Saisonauftakt im DFB-Pokal. "Ich verstehe in Teilen die Ungeduld, aber wir wissen, dass wir noch ein wenig Zeit haben", sagte Kehl während der Klub-WM Ende Juni - seitdem wurden nur Spieler abgegeben - und zwar für eine stattliche Summe. Für Jamie Gittens überwies der FC Chelsea 56 Millionen Euro. Dieses Geld wurde bislang noch nicht in den Kader reinvestiert.
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Sebastian Kehl erlebt einen komplizierten Sommer mit Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

Kontinuität nach starkem Saisonfinale?

Beim BVB hat man es nach dem starken Saisonfinale mit der Qualifikation für die Champions League in letzter Sekunde und einer sehr ordentlichen Klub-WM nicht eilig mit dem Umbruch im Kader.
"Man muss auch nicht jeden Wahnsinn mitmachen", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im "Sky"-Interview. "Man muss beharrlich bleiben. Letztes Jahr hatten wir unsere Transfers schon relativ früh eingetütet, haben da eine Rieseneuphorie erzeugt, anschließend haben wir nur auf die Schnauze gekriegt dafür und vielleicht ist es jetzt ganz gut, wenn wir ohne so eine Rieseneuphorie in die Saison starten."
Diesem leicht zu erfüllenden Ziel kommt man bei den Entscheidern in Dortmund derzeit gut nach. Laut "Bild" regen sich aber auch intern Zweifel - vor allem im Zusammenhang mit einer möglichen erneuten Rückholaktion von Sancho. Demnach würden einige im Verein das Comeback als "Ideenarmut" betrachten und stellten sich die Frage, ob Kehl und Lars Ricken die Kreativität auf dem Transfermarkt abhandengekommen sei.
Blickt man auf die erwähnten Gerüchte, liegt dieser Schluss nahe. Die gehandelten Namen waren entweder schon beim Verein oder haben andere Verbindungen nach Dortmund - Watzke selbst ließ bei "Sky" durchblicken, die guten Kontakte zur Familie Bellingham beim Jobe-Transfer genutzt zu haben. Auf Bewährtes zurückzugreifen, mag funktionieren - Euphorie löst es nicht aus, zumal noch einige Mittel in der Hinterhand ruhen.

Neuzugänge und die Systemfrage

Es wäre unfair, sich handverlesen Transfers und Gerüchte herauszupicken, um das Argument der "Ideenlosigkeit" durchzubringen. Die Liste möglicher Neuzugänge ist länger - und Geduld kann sich, wie Watzke sagte, auch auszahlen.
Zudem ist der Kader tatsächlich bereits breit aufgestellt und könnte in seiner Zusammensetzung ins "System Kovac" passen. Der musste im vergangenen Jahr während der Saison übernehmen und soll jetzt großes Mitspracherecht bei den Transfers bekommen. Mit Gittens, Youssoufa Moukoko (nach Kopenhagen) und Sebastien Haller (wohl nach Utrecht) wurden bereits Spieler abgegeben, die entbehrlich, oder - wie im Fall Gittens - lukrativ waren. Der Flügelspieler war bei Kovac ohnehin längst nicht mehr gesetzt.
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Der einzige "echte" Neuzugang beim BVB - Jobe Bellingham

Fotocredit: Getty Images

Die Abgänge reißen beim ansonsten breit aufgestellten Kader eine Lücke im Sturm. Die soll Fábio Silva von Wolverhampton füllen. Der 23-Jährige war im vergangenen Jahr an UD Las Palmas ausgeliehen und spielte dort seine bisher beste Saison. Auf höchstem Niveau bewährt hat sich der Portugiese allerdings noch nicht.
Das gilt auch für den erst 20-jährigen Facundo Buonanotte. Der offensive Mittelfeldspieler steht derzeit bei Brighton & Hove Albion unter Vertrag - vergangene Saison war er leihweise beim Premier-League-Absteiger Leicester City.
Es könnte sich also durchaus noch etwas tun beim BVB und die Spieler müssen zu Kovac' System mit Dreierkette passen - Sancho wäre hier als Flügelspieler schon einmal fraglich. Die beiden derzeit heißesten Gerüchte könnten echte "BVB"-Transfers sein - junge Spieler, die sich weiterentwickeln können, zurück zu den Wurzeln. Nur wären sie wohl, für Dortmunder Verhältnisse, sehr teuer und dafür eine wenig sichere Bank - und beide stehen, wie alle aufgezählten Spieler - bei einem Premier-League-Team unter Vertrag.
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Fünf Teenager-Talente im Fokus für die neue Saison

Quelle: Perform


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