BVB ist das erfolgreichste Team der Liga, Serhou Guirassy der beste Torschütze - doch wo bleibt die Dortmunder Euphorie?
Update 31/08/2025 um 23:28 GMT+2 Uhr
Borussia Dortmund scheint endgültig in dieser Bundesliga-Saison angekommen zu sein. Vor allem dank Doppelpacker Serhou Guirassy bezwangen die Schwarz-Gelben den 1. FC Union Berlin mit 3:0 (2:0) und machten den schweren Auftakt gegen den FC St. Pauli beinahe vergessen. So richtig zufrieden wirkt in Dortmund allerdings niemand. Dabei ist die Statistik des BVB viel besser, als man meinen würde.
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Quelle: Perform
Was wurde nicht schon wieder geunkt, als der BVB zum Bundesliga-Auftakt den bereits sicher geglaubten Sieg beim FC St. Pauli in den Schlussminuten noch verspielte. Neue Saison, alte Probleme - Borussia Dortmund ist und bleibt das Sorgenkind der Liga.
Richtig viel Euphorie wollte sich auch nach dem gelungenen Heimauftakt gegen Union Berlin nicht einstellen. Der 3:0-Erfolg konnte nicht über die spielerischen Makel der Schwarz-Gelben hinwegtäuschen.
Auch "DAZN"-Experte Michael Ballack fand Anlass zur Kritik: "Trotzdem müssen wir hohe Ansprüche an Borussia Dortmund stellen. Das war in der ersten Halbzeit nicht gut. Mit dem zweiten Tor sind sie lockerer und beweglicher geworden. Dann sieht man auch, welches Potenzial diese Mannschaft hat."
So richtig scheint der Funke noch nicht übergesprungen zu sein - eben auch, weil das Potenzial im Team dermaßen groß ist. Dabei könnte die Stimmung beim BVB und seinen Fans viel besser sein als es aktuell wirkt.
Guirassy erinnert an Lewandowski-Zeiten
"Guirassy ist einfach ein Topspieler, den kann man nicht immer wegverteidigen", musste Unions Christopher Trimmel nach Spielende eingestehen. Der 29-Jährige ist nicht erst seit seinem Doppelpack gegen die Berliner der Lichtblick aller schwarz-gelben Hoffnungen.
Der Guineer hat nun in saisonübergreifend sieben Bundesliga-Spielen in Folge getroffen - und erinnert damit an die "guten alten Zeiten". Zuletzt gelang das in Dortmund Pierre-Emerick Aubameyang im Jahr 2015 (10) und Robert Lewandowski 2013 (12) in noch mehr Bundesliga-Spielen in Serie.
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Serhou Guirassy trifft für Borussia Dortmund gegen Union Berlin
Fotocredit: Getty Images
Die Treffer gegen die Gäste aus der Hauptstadt waren bereits Guirassys Ligatore Nummer 17 und 18 im Kalenderjahr, in Europas fünf großen Ligen übertrifft lediglich Kylian Mbappé diesen Wert.
Statt zu bemängeln, dass der BVB sich zu abhängig von seinem Goalgetter macht, kann man den Spieß durchaus umdrehen: In Guirassy hat Niko Kovac neben Harry Kane den wohl besten Mittelstürmer der Liga in seinen Reihen. Wohl dem, der daraus einen Nutzen ziehen kann.
Graue Maus Borussia? Kein Team ist besser
Ja, der BVB spielt keinen mitreißenden Hurra-Fußball. Ja, die Spielidee unter Kovac mutet beinahe konservativ an. Aber: Legt man die vergangenen zehn Auftritte zugrunde, ist in der Bundesliga kein Klub erfolgreicher als Borussia Dortmund.
Das mag angesichts von Platz vier in der Tabelle und zwei Punkten Rückstand auf Branchenprimus FC Bayern merkwürdig anmuten - aber es stimmt.
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Borussia Dortmund bejubelt den Sieg gegen Union Berlin
Fotocredit: Getty Images
Der BVB ist seit saisonübergreifend zehn Partien ungeschlagen. Seit dem 27. Spieltag der Vor-Saison holte kein Team mehr Punkte als die Kovac-Elf, auch nicht der FC Bayern (der allerdings genau so viele, nämlich 26).
In Kombination mit der wiedererwachten Heimstärke (fünf Siege in Serie) sollte dies dazu beitragen, dass sich die Stimmung rund um den Signal-Iduna-Park deutlich aufhellt.
Nun muss der BVB sein eigenes Potenzial endlich erkennen. Oder wie Julian Brandt nach dem Spiel sagte: "In der Mannschaft schlummert viel, wir müssen es uns am Ende nur auch zutrauen."
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