BVB nach herbem Rückschlag zum Auftakt gegen St. Pauli von sich selbst geschockt: "Wir müssen vieles besser machen"
Update 24/08/2025 um 11:45 GMT+2 Uhr
Nachdem der sicher geglaubte Auftaktsieg beim FC St. Pauli in der Nachspielzeit verschenkt wurde, besteht bei Borussia Dortmund Fassungslosigkeit - und Handlungsbedarf. Was besser werden muss? Vieles! Sportdirektor Sebastian Kehl hofft auf Neuzugänge, Mittelfeldspieler Julian Brandt fordert fußballerische Lösungen und Torhüter Gregor Kobel erinnert an die Grundtugenden.
Kovac über Kader: "Haben nicht die Bank, die wir uns vorstellen"
Quelle: Perform
Das Spiel war etwa 45 Minuten vorüber, als Sebastian Kehl sich in den Katakomben den Fragen der Journalisten stellte. Dem BVB-Sportdirektor war anzusehen: Er konnte noch immer nicht fassen, was zuvor geschehen war.
"Wenn man hier 3:1 führt, darf man das Spiel nicht innerhalb weniger Minuten aus der Hand geben", stellte er klar. Doch genau das war geschehen: Rote Karte für Filippo Mane, Elfmeter für St. Pauli, zwei Gegentreffer innerhalb von drei Minuten - Sieg verspielt.
"Es war kein gutes Spiel von uns", gab Julian Brandt nach dem 3:3 zu. Was ihm fehlte? "Ein bisschen Ballbesitz, schnelles Passspiel, das war alles ein bisschen zu wenig. Wir haben uns sehr schnell dafür entschieden, lange Bälle zu spielen. Ich bin aber der Meinung, dass das nicht unser Spiel ist."
Umso mehr schmerzte die vergebene Siegchance: "Wenn man sich das ganze Spiel anschaut, war das ein bitterer Tag für uns, weil das total unnötig war."
BVB muss nicht "wie der FC Barcelona von 2012 spielen"
Torwart Gregor Kobel hingegen forderte die Grundtugenden aus dem Ende der vergangenen Saison. Man brauche "diese Intensität, den Willen, den Biss - all das Zeug, was uns letzte Saison so stark gemacht hat. Wir haben letzte Saison nicht angefangen, wie der FC Barcelona von 2012 zu spielen. Wir waren einfach gierig und wach in den Zweikämpfen. Daran müssen wir wieder anknüpfen."
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Schlechte Laune bei Gregor Kobel
Fotocredit: SID
Kehl war um eine sachliche Einschätzung bemüht: "Wir haben den ersten Spieltag. Auch andere Mannschaften hatten Anlaufschwierigkeiten", sagte er. "Wir müssen die Dinge hart erarbeiten. Viele Dinge haben heute nicht gepasst. Wir waren nicht ballsicher, wir haben wenig tiefe Läufe gemacht, wir haben wenig Torchancen herausgespielt und einige zugelassen. Die Balance im Spiel hat nicht gepasst."
Die logische Konsequenz: "Wir müssen vieles besser machen. Dann werden wir Spiele gewinnen."
Neuzugänge in der kommenden Woche möglich
Der BVB war auf dem Transfermarkt bislang eher zurückhaltend. Mittelfeldspieler Jobe Bellingham und Ersatztorwart Patrick Drewes sind die einzigen echten Neuzugänge. Dabei ist der Handlungsbedarf offensichtlich.
Auf die Frage, ob dem BVB ein kreativer Mittelfeldspieler wie zum Beispiel Carney Chukwuemeka (FC Chelsea) guttäte, antwortete Kehl: "In manchen Dingen sind wir dran. Ich bin sehr optimistisch, dass wir in der kommenden Woche etwas machen können. Mehr kann ich noch nicht sagen, aber wir arbeiten dran."
Noch größer ist der personelle Engpass in der Verteidigung, wo Niklas Süle, Nico Schlotterbeck, Emre Can und Julian Ryerson verletzungsbedingt fehlen.
Der 20-jährige Filippo Mane kam dadurch im DFB-Pokal und in der Bundesliga zu seinen ersten beiden Pflichtspielen für Borussia Dortmund. Umso bitterer, dass Mane aufgrund der Roten Karte gesperrt sein wird.
Personalsorgen in der Abwehr: Kovac denkt bereits an seinen Bruder
Wie Kovac darauf im Hinblick auf das Spiel am Sonntag gegen den 1. FC Union Berlin reagieren wird? Mit Galgenhumor dachte er an seinen Co-Trainer Robert Kovac.
"Mein Bruder war Innenverteidiger, aber das klappt nicht mehr", sagte er scherzhaft und fügte dann hinzu: "Wir werden genau hinschauen, was möglich ist. Ryerson saß heute auf der Bank, aber es war noch kein Einsatz möglich. Wenn ansonsten niemand in der nächsten Woche zurückkommt, dürfte zumindest er zurückkommen und könnte die Position übergangsweise bis zur Länderspielpause auffüllen. Er ist zwar kein gelernter Innenverteidiger, könnte das aber spielen."
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Borussia Dortmund erlebt gleich zum Auftakt der Bundesligasaison einen herben Stimmungsdämpfer
Fotocredit: Getty Images
Oder könnte die Sperre von Mane vielleicht sogar den Impuls verstärken, einen neuen Verteidiger zu verpflichten? "Es gibt Planungen, die wir sowieso voranbringen müssen", sagte Kehl. "Die werden sich dadurch nicht unbedingt verändern. Wir sind ja eh in Planung."
Kommenden Sonntag trifft Dortmund mit Union (17:30 Uhr im Liveticker) erneut auf eine kampfstarke Mannschaft. Was Kehl zuversichtlich stimmt, dass der BVB das Spiel gewinnen wird?
"Ich glaube, dass wir viele Dinge besser machen werden. Wir werden eine gute Trainingswoche machen, das Spiel analysieren, einen Schritt weiter sein und zu Hause ein anderes Spiel abliefern."
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Quelle: Eurosport
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