Drei Dinge, die bei Borussia Dortmund - FC Bayern auffielen: Eine 90-minütige Dauerwerbesendung für die Bundesliga

Der FC Bayern München feiert einen spektakulären 3:2-Auswärtssieg bei Borussia Dortmund. Harry Kane trifft doppelt, doch der Unterschiedsspieler ist Joshua Kimmich. Der DFB-Star schießt den Siegtreffer und spielt so überragend, dass selbst der gegnerische Trainer ihm das Prädikat "Weltklasse" verleiht. BVB-Verteidiger Nico Schlotterbeck hingegen wird zum tragischen Held. Drei Dinge, die auffielen.

Kovac adelt Kimmich: "Der kleine, aber feine Unterschied"

Quelle: Perform

Der FC Bayern München hat mit dem 3:2 (0:1) bei Borussia Dortmund einen großen Schritt in Richtung Deutsche Meisterschaft gemacht. Der Vorsprung beträgt nun stolze elf Punkte.
Nico Schlotterbeck brachte Dortmund in der 26. Minute mit 1:0 in Führung. Harry Kane drehte die Partie, traf in der 54. Minute zum 1:1, dann in der 71. Minute per Foulelfmeter zum 2:1. In der 83. Minute sorgte Daniel Svensson für den erneuten Ausgleich.
Doch die Freude darüber währte nicht lange, denn Joshua Kimmich erzielte in der 87. Minute den Siegtreffer.
Drei Dinge, die bei Borussia Dortmund - FC Bayern auffielen.

1. 90 Minuten Dauerwerbung

Die Freude war groß, als der Abpfiff ertönte. Kane jubelte und fiel Torwart Jonas Urbig in die Arme. Nicht immer halten Top-Spiele was sie versprechen – diesmal schon. Fünf Tore, vier davon in der 2. Halbzeit, und ein Siegtreffer kurz vor Spielende sorgten für ein Spektakel.
"Ich glaube, das war Werbung für den deutschen Fußball", sagte Bayern-Sportdirektor Christoph Freund. "Es war sehr intensiv, spannend, es ist hin- und hergegangen, gab Chancen auf beiden Seiten mit viel Laufleistung." Er würdigte auch den Gegner, der 72 Stunden zuvor die schmerzliche Niederlage bei Atalanta Bergamo kassierte: "Hut ab vor Dortmund, die Mittwoch noch in der Champions League gespielt haben. Das war physisch und fußballerisch eine starke Leistung."
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Joshua Kimmich (l.) traf in Dortmund zum 3:2 für den FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

BVB-Trainer Niko Kovac bedauerte zwar das Ergebnis, lobte aber dennoch das Spiel beider Mannschaften. "Ich finde, dass unsere Mannschaft heute ein richtig gutes Spiel gemacht hat. Nicht nur meine Mannschaft, sondern auch der FC Bayern München. Wir haben heute einen richtig guten Classico gesehen", sagte - und nutzte abschließend die gleichen Worte wie Freund: "Das war Werbung für den deutschen Fußball."
Eine 90-minütige Dauerwerbesendung quasi.

2. Kimmich bringt sogar Kovac zum Schwärmen

Kimmich ist nicht als Torjäger bekannt. Erst einmal hatte er in der laufenden Spielzeit getroffen – Ende Oktober gegen Borussia Mönchengladbach. Sein zweiter Saisontreffer war umso wichtiger. Vier Minuten nach dem Gegentreffer zum 2:2 traf er im Stil eines Stürmers. Der Klärungsversuch von Jobe Bellingham landete genau in seinem Laufweg, Kimmich ließ sich nicht zweimal bitten und setzte das Spielgerät mit links in den linken Winkel.
"Ich habe nach dem Spiel zu Jo gesagt, dass dies bei ihm das Stadion für besondere Tore ist", sagte Freund lachend. "Ich kann mich an die Corona-Zeit erinnern, als er schon einmal so ein Tor gemacht hat." Dies war im Mai 2020, als Kimmich in Dortmund den Siegtreffer zum 1:0 erzielte. "Jetzt hat er wieder ein Traumtor gemacht", so Freund.
Ebenfalls stark war, wie Kimmich den Ausgleich zum 1:1 einleitete. Gefühlvoll chippte er den Ball auf Gnabry, der für Kane vorlegte.
BVB-Trainer Kovac fasste zusammen: "Wir hätten heute einen Punkt verdient gehabt. Aber der kleine doch feine Unterschied war Joshua Kimmich. Nicht nur beim dritten Tor, das er sensationell nimmt, sondern auch beim ersten Tor."
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Joshua Kimmich wusste in Dortmund vollumfänglich zu überzeugen

Fotocredit: Getty Images

Kovac kam aus dem Schwärmen kaum noch heraus. "Ich muss hier kein Loblied auf Jo singen, aber das ist schon Weltklasse: Wie er den Serge anspielt, wie er das Ding reinhaut – andere hauen das Ding unters Dach. Und er haut das Ding ins Tor."
Wie Kimmich das hinbekommen hat? "Man konzentriert sich einfach darauf, den vernünftig zu erwischen", sagte der Matchwinner in der Mixed Zone. "Man zielt nicht viel, man will ihn einfach nur sauber treffen, damit er nicht wegfliegt." Dies gelang ihm mit Bravour.    

3. Schlotterbeck wird zum tragischen Helden

Nico Schlotterbeck zeigte, wie wichtig er für die Mannschaft ist – und wurde dennoch zur tragischen Figur. Das Spiel hätte für ihn bereits früh beendet sein können. Es lief die 22. Minute, als der Innenverteidiger gegen den stark nach vorn dribbelnden Josip Stanisic grätschte.
Manche Bayern forderten wegen zu hartem Einsteigen Rot. Selbst Schlotterbeck gab später zu, dass "man da schon Rot geben kann". Doch Schiedsrichter Sven Jablonski beließ es bei Gelb. Laut Kovac die richtige Entscheidung. "Es war sicherlich ein intensives Einsteigen, aber er trifft den Ball. Eine Rote Karte wäre überzogen gewesen", sagte er auf Nachfrage von Eurosport.
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Erzielte das 1:0 des BVB: Schlotterbeck (hinten links)

Fotocredit: SID

Glück für den BVB: Nur acht Minuten später war es nämlich Schlotterbeck, der den Signal-Iduna-Park zum Beben brachte. Daniel Svensson brachte den Ball bei einem Freistoß hoch in den Strafraum, Schlotterbeck traf daraufhin unhaltbar per Kopf zum 1:0.
Ebenfalls wichtig: Er ging als Führungsspieler voran und setzte emotionale Impulse. Dies zeigte sich nicht nur an seinem euphorischen Torjubel, sondern auch in anderen Situationen. Als Felix Nmecha in der 2. Halbzeit einen unerklärlichen Fehlpass spielte, den Michael Olise allerdings nicht verwertet bekam, beruhigte Schlotterbeck die Mitspieler – und vor allem Nmecha.
Und doch war es am Ende ebenjener Schlotterbeck, der seinen Teil zur Niederlage beitrug. Der Innenverteidiger verursachte mit einem Foulspiel, erneut gegen Stanisic, den Elfmeter zum 1:2. "Ich war trotzdem mit seiner Leistung zufrieden", stellte Kovac klar. "Er ist eine sehr wichtige Persönlichkeit für uns."
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"Nicht positiv": Kovac gibt Update zu Can-Verletzung

Quelle: Perform


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