Drei Dinge, die bei VfL Wolfsburg gegen FC Bayern München auffielen: Harry Kane scheitert an "dreckigen Spielchen"
Update 09/05/2026 um 23:13 GMT+2 Uhr
Trotz einer schwachen ersten Halbzeit gewinnt der FC Bayern München mit 1:0 beim VfL Wolfsburg. Die Niedersachsen glänzen mit guten 45 Minuten und mehr Stimmung als gewohnt. In der Pause fand FCB-Trainer Vincent Kompany offenbar die richtigen Worte. Der größte Aufreger war aber der verschossene Elfmeter der Münchner Lebensversicherung Harry Kane. Drei Dinge, die auffielen.
Harry Kane und sein verschossener Elfmeter - mit Einfluss der Wölfe
Fotocredit: Getty Images
Drei Tage nach dem Halbfinal-Aus gegen Paris Saint-Germain gab es für den FC Bayern München ein hart erkämpftes 1:0. Damit endet die Negativserie von drei sieglosen Pflichtspielen.
Die erste Halbzeit blieb torlos. Harry Kane vergab einen Foulelfmeter (36.) - sein erster Fehlschuss vom Punkt in der Bundesliga beim 25. Elfmeter. In der 56. Minute erzielte Michael Olise aus der Distanz in die obere linke Ecke zum 1:0. Ein Traumtor.
Wolfsburg bleibt mit der Niederlage auf dem 16. Tabellenplatz und blickt am 34. Spieltag einem Endspiel um den Relegationsplatz gegen den FC St. Pauli entgegen.
Drei Dinge, die bei Wolfsburg gegen Bayern auffielen:
1. Nach 45 Minuten war Paris verarbeitet
Wie lange braucht es, um einen zerplatzten Final-Traum zu verarbeiten? Antwort: Etwa 45 Minuten. Zumindest lässt das Wolfsburg-Spiel dies vermuten.
Vincent Kompany nahm gegenüber dem Rückspiel gegen Paris Saint-Germain fünf Veränderungen an der Startelf vor. Jonas Urbig, Minjae Kim, Hiroki Ito, Tom Bischof und Nicolas Jackson starteten anstelle von Manuel Neuer, Dayot Upamecano, Jonathen Tah, Aleksandar Pavlovic und Luis Díaz. Dafür standen unter anderem Kane und Olise weiterhin in der Startelf.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/05/09/image-7a1dc982-9056-4f0e-828c-1120c715801b.jpeg)
Michael Olise entschied am Samstagabend das Spiel gegen Wolfsburg
Fotocredit: Getty Images
Dennoch ließ sich zunächst nicht verbergen: Das Champions-League-Aus steckte dem deutschen Meister noch in den Knochen. Sie taten sich mit dem hohen Pressing und schnellen Umschaltspiel von Wolfsburg schwer, die Viererkette ließ sich zu einfach überspielen. Alleine in den ersten 25 Minuten kamen Vinicius Souza, Dzenan Pejcinovic und Jeanuel Belocian zu vielversprechenden Abschlüssen.
Bayern fand etwas Entlastung, als Tom Bischof in der 19. Minute nach einer Ecke die Latte traf. Die Statistik der 1. Halbzeit sprach für sich: Wolfsburg hatte ein Torschuss-Verhältnis von 15:5, der xGoals-Wert lag bei 3,37 zu 1,02. "Das war untypisch für uns", sagte Bayerns Sportdirektor Christoph Freund. "Wir haben in fast allen Spielen in dieser Saison mehr Torschüsse gehabt und mehr Chancen kreiert. Das war heute in der ersten Halbzeit nicht der Fall. Es war keine gute erste Halbzeit. Aber Jonas (Urbig) und einige gute Defensivaktionen haben uns im Spiel gehalten."
Offenbar gab es in der Halbzeit Gesprächsbedarf, denn die Bayern-Akteure kehrten deutlich später als die Wolfsburger auf das Spielfeld zurück. "Es war keine emotionale Rede", sagte Vincent Kompany auf Nachfrage von Eurosport über die Pause. "Manchmal braucht es das vielleicht, aber heute nicht. Heute lagen die Lösungen in unserem Spiel, nicht in unserer Mentalität." Die Wirkung war spürbar. Bayern - ab der 46. Minute mit Konrad Laimer und Dayot Upamecano - war nun dominant und belohnte sich mit dem 1:0 durch Olise.
2. Schlechtester Elfmeter von Kane - die Folge einer Unsportlichkeit
Es passte ins Gesamtbild der schwachen ersten Halbzeit, dass Kane den schlechtesten Elfmeter (36.) seiner Bayern-Historie schoss. Er war mit dem Standbein weggerutscht und setzte den Ball daher rechts oben am Tor vorbei. Ein möglicher Grund dafür: Belocian hatte den Elfmeterpunkt direkt vor dem Strafstoß mit dem linken Fuß "bearbeitet".
"Sky"-Experte Lothar Matthäus sagte zu der vermeintlichen Unsportlichkeit: ”Wenn es der Schiedsrichter nicht sieht… Der steht ja auch so ein bisschen teilnahmslos. Alles wartet auf den VAR. Dann mache ich halt noch einmal ein kleines Löchlein rein."
Als er noch einmal die Wiederholung des Elfmeters sah, hatte er keinen Zweifel: "Da rutscht er weg und schaut auch gleich nach hinten. Da war doch was!" "Sky"-Expertin Julia Simic bezeichnete den Vorfall als "absolut unfair".
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/05/09/image-60a1dd61-d183-4430-ae6f-23150b95bf41.jpeg)
Harry Kane setzte den Elfmeter in Halbzeit eins rechts oben neben das Wolfsburger Gehäuse
Fotocredit: Getty Images
Für den Wolfsburger Patrick Wimmer sind das die "dreckigen Spielchen", die man braucht, wenn man hinten drinsteht. Freund nahm das locker: "Das gehört sich grundsätzlich nicht. Dass er irgendwann mal einen Elfmeter verschießt, ist menschlich. Aber wir haben gewonnen und können das heute verschmerzen."
Wolfsburg-Trainer Dieter Hecking reagierte auf dieses Thema leicht gereizt: "Wenn das die einzige Geschichte ist, die um dieses Spiel wichtig ist, brauche ich darauf nicht zu antworten", sagte Hecking. Kompany reagierte locker: "Ich habe Verständnis dafür, weil was sollen die machen? Die kämpfen um das Überleben. Wir müssen den Punkt dann eben besser schützen."
3. Wolfsburg verliert - aber nicht den Glauben an den Klassenerhalt
Die erste gute Nachricht gab es für den VfL bereits vor dem Abpfiff. Konkurrent St. Pauli verlor mit 1:2 bei RB Leipzig. Damit war klar: Sofern sie gegen Bayern nicht hoch verlieren würden, dürfte Wolfsburg als Tabellen-16. in den letzten Spieltag gehen.
Um die gute Stimmung noch ein bisschen anzuheizen, wurde wenige Minuten vor Spielbeginn verkündet, dass der Verein zu einer modernen Variante des Zinnenwappen zurückehren würde. "Für immer unser Wappen", stand auf einem großen Banner im Fanbereich. Daraufhin wurden unzählige grünweiße Fähnchen geschwenkt.
Überhaupt sorgten die Wolfsburger, die ansonsten für ihre mangelnde Unterstützung oftmals belächelt wurden, mit ihren wiederkehrenden "VfL"-Rufen für eine ordentliche Geräuschkulisse. Aber auch sportlich wusste das Team von Dieter Hecking am frühen Samstagabend zu überzeugen. Der VfL-Coach konstatierte nach der knappen Niederlage bei "Sky": "Wir haben eine Mannschaft gesehen, die an sich glaubt, die Intensität gehen kann, die Grundordnung hatte."
Die Wölfe verkauften sich bei der Partie gegen den deutschen Meister teuer. Über die gesamte Partie stimmten Einsatz, Struktur und spielerische Qualität. Nur wenige Zentimeter trennten Joker Mattias Svanberg und die Gastgeber von einem Punktegewinn im Abstiegskampf. Der 27-Jährige scheiterte in der 89. Minute am Münchner Pfosten.
Auf St. Pauli wartet nun ein Entscheidungsspiel. Sollte das Hecking-Team dort eine ähnliche Leistung wie gegen den Rekordmeister hinlegen, dürfte die Relegation greifbar nah sein. Doch wie so oft sind am letzten Bundesliga-Spieltag kuriose Wendungen möglich...
Das könnte Dich auch interessieren: Titelrennen bleibt offen: City erhöht nach Heimsieg Druck auf Arsenal
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/05/07/image-e1d4b227-6754-42c5-aacb-4afb0a7516fd-85-2560-1440.jpeg)
Kompany kritisiert Schiedsrichter: "Hat jemand ein anderes Bild gesehen?"
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung