Drei Dinge, die beim Sieg des FC Bayern in Hoffenheim auffielen: Angrführt von Harry Kane lehren die Münchner der Liga das Fürchten
VonThomas Gaber
Update 20/09/2025 um 22:34 GMT+2 Uhr
Durch den 4:1 (1:0)-Sieg bei der TSG 1899 Hoffenheim macht der FC Bayern München den besten Saisonstart der Bundesliga-Geschichte perfekt. Entscheidenden Anteil daran hatte wieder einmal Harry Kane - diesmal mit einem Dreierpack. Der Engländer entwickelt sich zum absoluten Leader der Mannschaft, die den Plan von Trainer Vincent Kompany immer besser verinnerlicht. Drei Dinge, die auffielen.
Kompany verteidigt Rotation: "Kommt schon, Jungs. Wir haben 2025"
Quelle: Perform
Zwölf Punkte, 18:3 Tore, unangefochten Erster in der Tabelle - noch nie startete eine Mannschaft in der Bundesliga so gut wie der FC Bayern in dieser Saison.
Dabei scheint es (fast) egal, wer auf dem Platz steht: Beim 4:1 (1:0)-Sieg in Hoffenheim warf Trainer Kompany die Rotationsmaschine an, neben dem verletzten Josip Stanisic blieben Joshua Kimmich, Dayot Upamecano, Michael Olise und Serge Gnabry draußen.
Nach einer schwächeren ersten Halbzeit drehten die Gäste nach der Pause auf. Harry Kane erzielte seine Saisontreffer sechs, sieben und acht (44., 48., 77.), Serge Gnabry setzte nach dem Hoffenheimer Anschlusstreffer durch Vladimir Coufal zum 1:3 (82.) noch den Schlusspunkt (90.+9).
"Hoffenheim war in der ersten Halbzeit besser. Es war wichtig, dass wir die richtige Reaktion gezeigt haben. Wir sind sehr glücklich mit dem Sieg", sagte Kompany bei "DAZN".
Drei Dinge, die uns am Samstag in Sinsheim auffielen.
1. Kompanys Rotation geglückt - mit einer Ausnahme
Die ungewöhnliche Maßnahme des Bayern-Trainers, im Vergleich zum 3:1-Sieg gegen Chelsea fast die halbe Startelf zu tauschen, ging größtenteils auf. Upamecano-Vertreter Min-Jae Kim hielt sich in der Innenverteidigung bis auf ein, zwei schlampige Abspiele schadlos. Rechtsverteidiger Sacha Boey holte den Elfmeter zum 0:2 heraus und Leon Goretzka spielte im Mittelfeld seinen Stiefel unaufgeregt herunter.
Besonderes Augenmerk lag aber auf zwei Offensiven: Der 17-jährige Lennart Karl wurde nach Mathys Tel zweitjüngster Bundesliga-Debütant der Bayern in der Startelf, Nicolas Jackson feierte seine generelle Bayern-Premiere von Beginn an.
Der hochtalentierte Karl verzettelte sich in der Anfangsphase bei seinen Dribblings auf der rechten Seite und verlor einige Bälle. Nach einem Fernschuss, den TSG-Keeper Oliver Baumann abwehrte, bereitete er dann allerdings Kanes Führungstreffer mit einer flach ausgeführten Ecke auf den kurzen Pfosten musterkültig vor.
"Lennart Karl war ein bisschen nervös, das ist aber normal. Er kam dann besser rein und hat keinen Druck. Bei Bayern stehen andere Spieler im Fokus", sagte "DAZN"-Experte Michael Ballack. Kompany freute sich unterdessen über "Lennis erste Torvorlage in der Bundesliga. Er ist ein guter Junge und hat es gut gemacht."
Dagegen konnte Jackson keine Akzente setzen. Der 24-Jährige spielte auf der Zehnerposition und war bis zu seiner Auswechslung in der 62. Minute quasi unsichtbar.
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Nicolas Jackson (r.) spielte erstmals für Bayern von Beginn an
Fotocredit: Getty Images
2. Kane, Kane, Kane - Bayerns totale Lebensversicherung
Es vergeht kaum ein Spieltag, an dem Harry Kane keine neuen Duftmarken setzt. Nach dem Doppelpack gegen Chelsea legte der Engländer gegen Hoffenheim noch eins drauf: Es war Kanes zehnter Dreierpack für den FC Bayern. "In der Schule haben sie mich 'Hattrick-Harry' genannt. Damit kann ich gut leben", sagte der 32-Jährige bei "DAZN".
Acht Tore in den ersten vier Bundesligaspielen schafften vor ihm nur Serhou Guirassy 2023/24 für den VfB Stuttgart und Peter Meyer 1967/68 für Borussia Mönchengladbach (der sogar neun). Auch der Gegner am Samstag resignierte. "Man sieht ihn fast eine Halbzeit lang nicht, dann kriegt er den Ball und haut ihn halt rein", meinte TSG-Stürmer Fisnik Asllani.
Kane trifft aber nicht nur am Fließband, sondern entwickelt sich auch zum absoluten Führungsspieler der Bayern auf dem Platz. "Was er auch ohne Ball macht, ist überragend. Und man spürt, dass er immer mehr vorangeht. Was Kane für die Bayern leistet, ist beispiellos. Da kann man nur den Hut vor ziehen", lobte Ballack.
Sportvorstand Max Eberl ergänzte: "Er ist ein wahrer Leader und macht auch noch ständig seine Tore. Das ist herausragend."
3. Bayern verinnerlicht Kompanys Vorgaben immer besser
Aufgrund der groß angelegten Rotation und aggressiven, selbstbewussten Hoffenheimern dauerte es eine Halbzeit, ehe die Bayern das Kommando übernahmen.
"Fünf Wechsel sind in meinen Augen ein, zwei zu viel. Der Spielrhythmus wird doch arg gestört. Aber Kompany muss diesen Spagat hinbekommen, wenn er ohne müde Spieler durch die Saison kommen will. Und es hat ja auch geklappt", analysierte Ballack.
Ohne Taktgeber Kimmich war es ein anderes Aufbauspiel, da der offensiv denkende Goretzka lieber Achter spielt und Pavlovic nicht der Akteur ist, der sich zwischen die Innenverteidiger einreiht und von dort den Motor anwirft.
Den Bayern gelang es im Laufe des Spiels dennoch, die Hoffenheimer kaum noch aus deren eigener Hälfte zu lassen. Kompany gibt dominante Kontrolle vor, das bedingungslose vertikale Spiel entspricht nicht seiner Philosophie.
Ballzirkulation und Positionsspiel waren nach der Pause nahezu perfekt. "Wir haben die Räume nicht mehr zugekriegt. Die haben uns eingeschnürt und bringen dann noch Olise, Gnabry und Kimmich. Das ist schon brutal", litt TSG-Torhüter Baumann mit seinen Vorderleuten.
Bester Saisonstart, "Hattrick-Harry" und eine Maschine, die immer besser läuft - der FC Bayern München lehrt der Liga das Fürchten.
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Quelle: Perform
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