FC Bayern: Harry Kane als Lebensversicherung vor dem Klassiker gegen BVB - Engländer kaschiert Fehler der Kollegen

Beim Klassiker am Samstag zwischen Verfolger Dortmund und Spitzenreiter FC Bayern könnte eine Vorentscheidung im Titelrennen fallen. Die Münchner schwächelten zuletzt, kämpfen sich wie im Fall von Jamal Musiala an alte Zeiten heran oder haben wie Joshua Kimmich nicht ihre Bestform - wollen sie auch noch gar nicht. Bleiben daher die Giftpfeile früherer Tage vor dem Gipfel diesmal aus?

Kovac stellt sich hinter Kobel: "Viele gute Spiele für uns gemacht"

Quelle: Perform

Wunden lecken, den Kopf freibekommen – diese dramatische Niederlage, das Last-Minute-Aus in der Champions League bei Atalanta Bergamo irgendwie verarbeiten. Alles andere als einfach für die Dortmunder. Und zugleich eine Chance. Auf Wiedergutmachung, auf den Turnaround. Weil die Bayern kommen. Ein Spiel, ein Sieg kann die Welt wieder verändern. 
Das Ziel – auch, wenn's nach dem 1:4 in Norditalien schwerfällt: Das Positive sehen. Denn: Eine Niederlage, nur eine – in 23 Bundesliga-Spielen. Eine stolze, beeindruckende Bilanz nach etwas mehr als zwei Dritteln der Saison. Die hat Borussia Dortmund aufzuweisen – nicht nur der FC Bayern München.
Während die Bayern im Januar beim 1:2 gegen den FC Augsburg patzten, verloren die Dortmunder ihr einziges Saisonspiel gegen den Tabellenführer, die Bayern. Hart umkämpft war die knappe 1:2-Niederlage im Oktober. Für die einen Motivation, für die anderen eine Warnung.
Der deutsche Klassiker am Samstag (18:30 Uhr im Liveticker) könnte eine Vorentscheidung für die Bayern im Meisterrennen bedeuten oder aber die Spannung erst so richtig anheizen.

Keine Kampfansagen - Bayern hat etwas zu verlieren

Die Münchner wollen die Meisterschale an diesem 24. Spieltag dingfest machen. Mit einem Erfolg im Signal Iduna Park hätte die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany elf Punkte Vorsprung und die Titelverteidigung wohl eingetütet. "Vermutlich glauben das viele Leute. Klar ist dann der Titel in Reichweite. Aber", warnte Torjäger Harry Kane, "wir haben danach noch zehn Spiele vor uns."
Nanu? Warum so vorsichtig? So defensiv? Kampfansagen, Giftpfeile in Richtung der Verfolger – gibt es bei Bayern nicht mehr. Man hat schließlich etwas zu verlieren. "Wir gehen in jedes Spiel als Favorit. Das werden wir nächste Woche auch. Schauen wir mal, was da los ist", meinte Vizekapitän Joshua Kimmich ebenfalls ziemlich zurückhaltend.
Ohne damals ahnen zu können, was die Dortmunder nach der bösen Erfahrung von Bergamo leiten wird: "Jetzt geht es darum, dass wir uns schnell als Team sammeln, am Wochenende da sind und zu Hause einen geilen Fight gegen Bayern abliefern", sagte BVB-Torhüter Gregor Kobel.
Für die merkwürdige Bescheidenheit der Bayern vor dem Duell, das selbst für Kane in seinem dritten Bundesliga-Jahr nun "das größte Spiel des Jahres" ist, gibt einen weiteren Grund: Die Selbsterkenntnis. Die Münchner spüren, dass sie aktuell nicht in Top-Form sind. Wollen sie auch nicht. Sie wandeln aktuell auf dem schmalen Grat, sich einerseits in allen drei Wettbewerben möglich gut zu positionieren.
Aber andererseits die absolute Bestform möglichst erst ab Mitte März zu erreichen, wenn die K.o.-Duelle in der Champions League (u.a. gegen Dortmund oder Bayer Leverkusen) und im DFB-Pokal-Halbfinale Mitte April (in Leverkusen) anstehen. "Wir haben uns eine sehr gute Ausgangslage geschaffen", sagte Sportvorstand Max Eberl über die bisherige Saison. Mehr aber auch noch nicht. Vom Triple bis zum dreifachen Scheitern ist noch alles möglich, die Fallhöhe enorm.
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Joshua Kimmich und der FC Bayern machen keine Kampfansagen

Fotocredit: Getty Images

Kane reißt es raus und übertüncht Schwächen seiner Kollegen

Die letzten Ergebnisse und Leistungen zeugen von einer gewissen Unsicherheit, ob das Unterfangen Punktlandung klappt. Siehe das wilde 2:2 Ende Januar beim Hamburger SV oder das 3:2 gegen Eintracht Frankfurt am Samstag – nach 3:0-Führung. Mittelstürmer Kane, der in den elf Pflichtspielen seit Jahresbeginn 13 Mal traf (davon drei Doppelpacks in den vergangenen vier Partien), reißt es momentan raus und übertüncht Schwächen seiner Kollegen.
Vor allem die in der Defensive wie gegen Frankfurt, als ein Fehlpass-Patzer von Kimmich am eigenen Strafraum dazu führte, dass man am Ende zittern musste. Sehr zum Unwillen von Eberl, der den Sechser rügte: "Das ist natürlich Harakiri, was wir da gespielt haben. Das hätten wir uns sparen können." Man müsse eben auch mal "löschen, wenn die Gefahr zu groß wird". Doch die spielerische Lösung zu suchen, das ist der Ansatz des Kompany-Fußballs.
Kimmich ist wie unter anderem auch Offensivspieler Serge Gnabry auf der Suche nach seiner Topform, leistete sich zuletzt viele Ballverluste. Dadurch wirkte das Spiel der Bayern mit und gegen den Ball nicht mehr so stabil wie zu Beginn und über weite Strecken der Saison. Sie haben etwas an Struktur und Dominanz eingebüßt.
Eine einkalkulierte Delle? Klingt zu verwegen als Plan, auf den sich einer wie Kompany, dessen Credo es ist, dass jedes Spiel das nächste positiv wie negativ beeinflusst, wohl eher nicht einlassen würde.

Davies fällt aus, bei Neuer wird es ein Wettlauf mit der Zeit

Linksverteidiger Alphonso Davies fällt für den Gipfel wegen eines Muskelfaserrisses aus, während Konrad Laimer sich nach einer Verletzungspause unter der Woche im Training langsam wieder an die alte Fitness herangekämpft hat. Michael Olise und Aleksandar Pavlovic mussten aus Gründen der Belastungssteuerung am Dienstag mit dem Training aussetzen. Außer Davies sollen jedoch alle Profis einsatzfähig sein.
Bleibt die K-Frage, die Keeperfrage: Ob Torhüter Manuel Neuer bis Samstag fit wird, gestaltet sich zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Seit Anfang der Woche ist der 39-Jährige wieder im Torwarttraining, versucht nach seinem Muskelfaserriss vor knapp zwei Wochen beim 3:0 in Bremen rechtzeitig einsatzfähig zu werden.
Wird knapp – im Zweifel würden die Münchner ihre Nummer eins aber lieber noch einmal schonen und auf Stellvertreter Jonas Urbig, den Kronprinzen im Bayern-Tor vertrauen. Auch in einem heißen Klassiker wie an diesem Samstag. Doch Hauptsache, Neuer wäre dann ab März wieder bei 100 Prozent.
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Alphonso Davies fehlt den Bayern erneut länger

Fotocredit: Getty Images

Wann erreicht Musiala wieder seine Topform?

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor aktuell: Spielmacher Jamal Musiala merkt man die monatelange Pause nach seinem Wadenbeinbruch noch an. "Von Spiel zu Spiel habe ich immer mehr Vertrauen in meinen Fuß", sagte Musiala. In seinen Fuß, der sich so der Zehner, "an manchen Tagen etwas steif" anfühle.
Der Hoffnungsträger erklärte, er müsse "ein bisschen vorsichtig sein. Für mich ist es besser, ein bisschen langsamer reinzukommen und hoffentlich am Ende der Saison besser zu sein." Eben. Ab Mitte März soll Musiala ein entscheidender Faktor für die Mannschaft werden – in Topform wie am besten das gesamte Team. Ob der Plan aufgeht?
Momentan strahlen die Bayern aus: Alles Kane, aber sonst? Der Brite findet: "Wir können gegen jeden Gegner gefährlich sein und blicken der Herausforderung am Samstag mit Vorfreude entgegen." Kompany weiß, dass er "auf den Charakter dieser Mannschaft auf jeden Fall bauen kann" und verlangt von seiner Mannschaft, dass sie in Dortmund "bis zur letzten Minute Vollgas geben" solle. Damit danach nicht plötzlich bei den Bayern akutes Wundenlecken angesagt ist.
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Jamal Musiala sucht nach seiner Verletzung noch immer etwas nach seiner Form

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Arbeloa adelt Vinícius: "Wichtiger ohne Mbappé"

Quelle: Perform


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