FC Bayern München - Karl-Heinz Rummenigge übt harte Kritik wegen hoher Ausgaben: "Sind von diesem Weg abekommen"

Karl-Heinz Rummenigge hat im Streit zwischen dem FC Bayern und der Beraterszene nachgelegt und dabei Kritik an der ehemaligen Vereinsführung geübt. "Franz Beckenbauer sagte immer: Erfolg ist entscheidend, muss aber stets auf einer soliden Grundlage stehen. Irgendwann ist der FC Bayern von diesem Weg abgekommen und hat zu viel in Gehälter und Provisionen für Berater investiert", sagte er der "AS".

Karl-Heinz Rummenigge schießt gegen Berater-Provisionen

Fotocredit: Getty Images

Die Aussage des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden muss auch als Spitze gegen seinen Amtsnachfolger Oliver Kahn und Ex-Sportvorstand Hasan Salihamidzic verstanden werden. Das Duo, das die Leitung des Klubs von Rummenigge und Vereinspatron Uli Hoeneß übernommen hatte, war 2023 entlassen worden.
Neben sportlichen Problemen sollen dem Aufsichtsrat damals auch die stark gestiegenen Ausgaben für Gehälter ein Dorn im Auge gewesen sein. Das Einsparen von Kosten gilt als eine der Hauptaufgaben der neuen sportlichen Führung um Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund.
Rummenigge forderte ein Reglement für die Entlohnung von Spielerberatern. "Die Idee, dass fünf Prozent des Jahresgehalts des Spielers an den Berater gehen, ist sehr gut. Das wäre ein guter Ausgangspunkt, denn derzeit liegen wir bei etwa zehn Prozent", erklärte der 70-Jährige.
Negative Folgen durch seine Kommentare und die öffentliche Missbilligung des Status Quo durch Hoeneß für den FC Bayern fürchtet er indes nicht. "Zunächst einmal ist der FC Bayern München kein Verein, den Spielerberater so einfach ignorieren können. Wenn wir nicht mehr mit einem Berater zusammenarbeiten wollen, hat das Konsequenzen", betonte Rummenigge.

Rummenigge: "Das schadet unserem Sport sehr"

Dabei sei das Thema ein generelles für den Weltfußball. "Wir sind komplett vom Weg abgekommen. Im vergangenen Sommer wurden insgesamt 1,347 Milliarden Dollar (1,17 Milliarden Euro) an Prämien für Berater gezahlt. Vor fünf Jahren waren es 500 Millionen, was schon viel war", meinte er: "Das schadet unserem Sport sehr."
Um das Problem zu lösen, schlug Rummenigge Gespräche zwischen der Beraterseite, den Vereinen, Verbänden und den Ligen vor. Allerdings wollte er auch juristische Mittel nicht ausschließen. Vor Rummenigge hatte bereits Ehrenpräsident Hoeneß die hohen Provisionen für Berater moniert. Wenig später hatte es dafür Gegenwind gegeben.
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