Konrad Laimer vor Vertragsverlängerung beim FC Bayern: Zwar "kein Maradona", aber das Rückgrat der Stars

Konrad Laimers Vertrag beim FC Bayern München endet am 30. Juni 2027. Die Vertragsgespräche laufen, eine Einigung gab es bisher noch nicht. Knackpunkt sind die Gehaltsvorstellungen. Ehrenpräsident Uli Hoeneß urteilte über Laimer mit den Worten, er sei "kein Maradona" - und doch zeigte sich in dieser Saison erneut, wie wichtig der Österreicher für den FC Bayern und das Mannschaftsgefüge ist.

Rekorde über Rekorde - Bayerns Pokalsieg in Zahlen

Quelle: Perform

Von Bernd Dürnberger werden die Jüngeren vermutlich noch nie etwas gehört haben. Dürnberger war ein eher klein gewachsener Fußball-Allesspieler aus dem oberbayerischen Kirchanschöring und hat in 13 Jahren Profifußball beim FC Bayern eine üppige Titelsammlung vorzuweisen.
Nach Toni Kroos ist der heute 72-Jährige der Bayernspieler mit den zweitmeisten Einsätzen in Endspielen des Europapokals der Landesmeister, der heutigen Champions League.
In Erinnerung geblieben ist er trotzdem nur wenigen, weil er sich nie in den Vordergrund gespielt hat. Weil er die "Drecksarbeit" gemacht hat, von der die großen Stars des Teams, Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Uli Hoeneß, profitierten.
Ein Spieler, im aktuellen Kader des FC Bayern etwa vergleichbar mit Konrad Laimer. Einem unermüdlichen Arbeiter. Einem, dessen Starfaktor überschaubar ist.

Laimer in Vertragsverhandlungen mit dem FC Bayern

Um seine Daseinsberechtigung beim deutschen Rekordmeister muss Laimer seit seiner Ankunft vor drei Jahren mehr oder weniger in Dauerschleife kämpfen. Er sei zu langsam, habe keinen Zauberfuß und überhaupt: er ist eben kein Star.
Und doch gibt es nur wenige Spieler beim FC Bayern, die mehr Spielminuten auf der Uhr haben als er. Mit 3297 Minuten steht er auf Rang sechs der meisteingesetzten Spieler. Der Österreicher, der am 27. Mai 29 Jahre jung wird, ist ein bayerischer Dauerbrenner.
Sein Vertrag läuft bis 2027, die Verantwortlichen und er diskutieren über ein neues Arbeitspapier. Laimer sagt, er fühle sich "hier richtig wohl, es macht Spaß mit der Mannschaft."
Auch der Verein hat Interesse an einer Vertragsverlängerung, doch bislang kamen beide Seiten nicht zusammen. Wie weit die Bayern-Verantwortlichen bei Laimer gehen würden? Sicher nicht so weit wie für ihre Stars.
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Konrad Laimer hat eine überragende Saison beim FC Bayern gespielt und seinen Teil zum Double beigetragen

Fotocredit: Getty Images

Knackpunkt Gehalt: Warum verdient Laimer viel weniger als andere?

Ein zentraler Verhandlungspunkt ist das Gehalt. Der Außenverteidiger verdient laut Medien wie "Bild" und "Kicker" zwischen acht und neun Millionen Euro - und fordert aber demnach eine Aufstockung auf rund zwölf Millionen Euro.
Von Stars wie Harry Kane wie Joshua Kimmich wäre Laimer noch immer meilenwert entfernt, doch selbst Außenverteidigerkollege Alphonso Davies verdient etwa doppelt so viel wie er.
Laimer selbst stellte zuletzt klar: "Ich habe ehrlicherweise noch nie was gefordert." Er fügte aber auch an: "Aber schauen wir mal, wohin die Reise geht. Ich bin jetzt drei Jahre hier, es macht richtig Spaß. Ich habe vor, noch einige Titel mit dem Klub zu gewinnen."
Mit Blick auf seine Nominierung für die österreichische Nationalmannschaft scherzte er noch: "Wer weiß, vielleicht werde ich Weltmeister und es wird noch teurer." Heißt so viel wie: Laimer macht vieles mit, aber nicht alles. Den Bayern wird es genauso gehen.
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Konrad Laimer und Alphonso Davies.

Fotocredit: Imago

Kaum einer läuft mehr, kaum einer presst mehr

Gemessen an seiner Bedeutung für das Spiel des FC Bayern unter Trainer Vincent Kompany müsste Laimer längst zu den Topverdienern gehören. Denn: Kaum einer läuft mehr als Laimer, kaum einer ist so am Pressing des Teams beteiligt.
Er macht die Meter, er klebt am Ball, solange, bis die meisten Gegenspieler aufgeben. Der 28-Jährige ist einer, den sie "Mentalitätsmonster" nennen, weil er niemals lockerlässt.
Laimer ist vor allem einer, der das Spiel antizipiert: Lässt sich Harry Kane fallen, stößt er in die Lücke und verschafft dem Stürmer so neuen Raum und eine weitere Anspielstation - nämlich sich selbst. Auch mit Michael Olise hat er diese Kombinationen schon erfolgreich gespielt.
Das macht ihn außergewöhnlich und für Kompany unverzichtbar. Und doch stellte ihm Ehrenpräsident Uli Hoeneß bei DAZN zuletzt folgendes Zeugnis aus: "Er arbeitet unheimlich viel für das Team. Aber er ist eben nicht Maradona."

Laimer nimmt es (noch) locker

Für den stets gut gelaunten Österreicher kein Spruch über den er sich ärgert. Im Gegenteil - er nimmt Hoeneß sogar noch in Schutz: "Ich und der Uli sind schon immer auf einer Wellenlänge gewesen. Das ist sowieso kein Problem", antwortete er.
Auf einer Wellenlänge ist er gewiss auch mit seinem Trainer, für den er in der folgenden Saison durch den Abgang von Leon Goretzka vielleicht sogar im defensiven Mittelfeld wieder eine Rolle spielt.
Außenverteidiger, Aushilfs-Flügelstürmer, defensiver Mittelfeldspieler - Laimer ist überall. Und Laimer ist wichtig. So wie einst Bernd Dürnberger.
Ob er dem FC Bayern wichtig genug ist? Das wird sich noch in diesem Sommer entscheiden.
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Quelle: Perform


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