FC Bayern München - Uli Hoeneß wetzt im "Doppelpass" verbal das Messer: Wie lange tut sich Max Eberl das noch an?
Uli Hoeneß legt im "Doppelpass" einen denkwürdigen Auftritt hin. Der Ehrenpräsident des FC Bayern München demontiert Sportvorstand Max Eberl auf allen Ebenen. Und das, obwohl es zuletzt Spekulationen um einen Rücktritt des 51-Jährigen gab. Am schwersten wiegt dabei weniger die tatsächliche Kritik an Eberl, sondern viel mehr die Aussagen von Hoeneß zu seiner eigenen Rolle beim Rekordmeister.
Max Eberl galt lange als Wunschkandidat von Uli Hoeneß für die Rolle des Sportvorstands
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Es ist rund sieben Jahre her, da tat die Führung des FC Bayern München etwas Außergewöhnliches: Auf einer unvergesslichen Pressekonferenz stellten sich Ehrenpräsident Uli Hoeneß, der inzwischen ehemalige Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic, seinerzeit Sportdirektor des Klubs, vor den damaligen Cheftrainer Niko Kovac.
Der Kroate war nur wenige Monate nach Beginn seiner Amtszeit medial in die Kritik geraten, was man beim deutschen Rekordmeister gar nicht gerne sah - und schwere verbale Geschütze auffuhr.
Während Hoeneß mit Linksverteidiger Juan Bernat abrechnete, der sich zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr im Verein befand, verwies Rummenigge auf Paragraf eins des deutschen Grundgesetzes ("Die Würde des Menschen ist unantastbar") und kündigte juristische Schritte an.
Mit der Medienrunde lenkten die Vereinsgranden die Aufmerksamkeit von Kovac auf sich und erkauften dem Coach so mehr Zeit.
Sieben Jahre später, um genau zu sein an diesem Sonntag, legte Hoeneß in der Jubiläumssendung des "Doppelpass" von "Sport1" einen ähnlich denkwürdigen Auftritt mit Bezug auf einen öffentlich angezählten, hochrangigen Angestellten hin.
Eberl-Unterstützung nur ein Lippenbekenntnis?
Anders als noch 2018 handelte es sich dabei aber nicht um den Versuch einer Verteidigung, sondern um das genaue Gegenteil dessen. Denn was Hoeneß in Bezug auf Bayern-Sportvorstand Max Eberl von sich gab, kam einer Demontage gleich.
Danach gefragt, ob er hinter dem 51-Jährigen stehe, vermied Hoeneß die für ihn sonst so typische klare Kante. "Ich halte nichts von Lippenbekenntnissen. Entscheidend ist, wie wir zusammenarbeiten, und die Zusammenarbeit ist gut", erklärte der 73-Jährige. Ist die Unterstützung für Eberl also nur ein Lippenbekenntnis?
Hätte man Hoeneß diese Aussage noch als unglücklichen Versprecher auslegen können, war dies an anderer Stelle nicht mehr möglich.
Eberl müsse "endlich begreifen", dass er die Last der sportlichen Leitung "auf mehrere Schultern verteilen" könne, mahnte Hoeneß und merkte mit Blick auf die Teamfähigkeit des früheren Bayern-Profis an: "Ich glaube schon, dass er damit so seine Probleme hat."
Hoeneß: Eberl "ziemlich empfindlich"
Dass er damit effektiv seine Würdigung der Zusammenarbeit mit Eberl ad absurdum führte, schien den Schwaben nicht zu stören.
Doch dabei sollte es nicht bleiben. Da war etwa der unverhohlene Tadel an Eberls vermeintlicher Sensibilität. Er und Rummenigge hätten sich früher "oft gestritten wie die Besenbinder", was aber im Nachhinein nie zu Problemen geführt habe, erinnerte sich Hoeneß und schob hinterher: "Max ist da ziemlich empfindlich."
Ein Satz, der nachhallen dürfte. Und das vor allem bei Eberl, dem nach seinem Rücktritt als Geschäftsführer Sport von Borussia Mönchengladbach 2022 wegen eines Burnouts immer wieder das Vortäuschen seiner Erkrankung vorgeworfen worden war. Kaum vorstellbar also, dass Hoeneß' Aussage in diesem Kontext nicht zumindest für Stirnrunzeln beim gebürtigen Niederbayer sorgen dürfte.
Neben fehlender Diskussionshärte musste Eberl sich aber auch die Bemängelung seiner Strategie auf dem sommerlichen Transfermarkt gefallen lassen.
Hoeneß erteilt Eberl Rat: "Er muss schauen ..."
Zwar wollte Hoeneß einerseits nichts davon wissen, dass der frühere Bayern-Profi bei einzelnen Zielen versagt habe, aber andererseits warf ihm der Klub-Patron durch die Blume einen Anfängerfehler vor.
"Wenn ich Max einen Rat geben darf - und das habe ich ihm auch schon persönlich gesagt: Er muss schauen, dass er im Juni, Juli die Transfers für die kommende Saison macht, wenn die großen Vereine noch nicht aktiv sind. Wenn du dann in den letzten zwei, drei Tagen mittendrin bist, dann wird es schwer", philosophierte Hoeneß und traf damit den nächsten wunden Punkt.
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Uli Hoeneß mischt sich immer wieder öffentlich ins Tagesgeschehen beim FC Bayern ein
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Eberl hatte nach der Absage von Florian Wirtz und dem Veto des VfB Stuttgart bei Nick Woltemade - gefolgt vom überraschenden Wechsel des Stürmers zu Newcastle United - nach einigem Hin und Her nur in letzter Sekunde noch die Leihe von Nicholas Jackson finalisieren können.
Ohne den Mann vom FC Chelsea hätten zur neuen Saison lediglich 70-Millionen-Mann Luis Díaz sowie die ablösefrei gekommenen Jonathan Tah und Tom Bischof als Neuzugänge auf der Habenseite gestanden. Das hatte in Verbindung mit diversen namhaften Abgängen wie etwa Thomas Müller für viel Kritik an Eberl gesorgt.
Eberl nicht der Richtige?
Am tiefsten ließ Hoeneß aber bei einem anderen Thema blicken. Auf die Interviews angesprochen, in denen er und Rummenigge in der Vergangenheit immer wieder Kritik an der gegenwärtigen Bayern-Führung geäußert hatten, sah das Aufsichtsratmitglied keinen Grund zur Mäßigung.
"Für uns wäre es viel schöner, wenn wir gar nicht eingreifen müssten. Aber wir können nicht nicht eingreifen, wenn wir das Gefühl haben, dass es notwendig ist", rechtfertigte Hoeneß sich. Für die Unruhe, die im Fahrwasser der Presse-Talks entstehe, seien die Medien verantwortlich.
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Max Eberl steht bei Bayern unter Druck
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Auf die Frage, wann er aufhören werde, sich beim FC Bayern ins Tagesgeschäft einzumischen, sagte er lapidar: "Wenn die richtigen Leute am richtigen Platz sind." Eine Antwort, die im Umkehrschluss nur so zu verstehen ist, dass Eberl eben nicht der richtige Mann ist.
Insgesamt mussten sich Hoeneß' Ausführungen für Eberl wie Dolchstöße in den Rücken angefühlt haben. Schließlich ist nach diesem Sonntag eines klar: Der Klub-Patron traut seinem Sportvorstand schlichtweg (noch) nicht zu, den Verein adäquat zu führen.
Werden Eberl-Gerüchte wahr?
Eine verheerende Botschaft für Eberl, der über Jahre als Hoeneß' Wunschlösung für die sportliche Leitung gegolten hatte. Der Zeitpunkt der Kritik ist auch deswegen besonders unglücklich, da es zuletzt Gerüchte gegeben hatte, wonach Eberl an der Isar hinschmeißen könnte.
Ob es tatsächlich so kommt, muss sich zeigen, aber schon jetzt kann man festhalten, dass Hoeneß mit seinem "Doppelpass"-Auftritt dem frühere Sport-Geschäftsführer von RB Leipzig einen Bärendienst erwiesen hat. Stand er bereits vorher unter Druck, dürfte dieser nun ins Unermessliche steigen.
Niko Kovac half die unvergessliche Pressekonferenz aus dem Oktober 2018 trotz der gewonnenen Zeit übrigens nur bedingt weiter. Rund ein Jahr später war für den heutigen BVB-Coach in München Schluss. Beim FC Bayern wird man wohl hoffen, dass Eberl nach dem jüngsten Auftritt von Hoeneß sich etwas länger hält.
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Harry Kane: Die Bilanz nach 100 Bayern-Spielen
Quelle: Perform
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