FC Bayern - Max Eberl gerät beim Rekordmeister immer mehr unter Druck: USA-Abreise und Williams-Watschn
Der FC Bayern muss nach den Abgängen von Leroy Sané und Thomas Müller dringend in der Offensive nachrüsten. Bislang handelte sich der deutsche Rekordmeister aber vor allem Absagen ein. Sportvorstand Max Eberl gerät dementsprechend immer mehr unter Druck - seine Abreise von der Klub-WM aus den USA zeigt, wie sehr er sich für einen erfolgreichen Deal ins Zeug legen muss.
Bayern-Coach Kompany: "Haben Anspruch, jedes Spiel zu gewinnen"
Quelle: Perform
Die Verpflichtung von Florian Wirtz sollte Max Eberls Meisterstück als Personalplaner beim FC Bayern werden.
Lange wähnte man sich beim deutschen Rekordmeister im Rennen um den Superstar in der Pole Position. Ein Trugschluss, wie allerspätestens seit Freitag fix ist: Der Leverkusener heuert beim FC Liverpool an, die Bayern gehen bei ihrem absoluten Wunschspieler leer aus.
Letzte Überzeugungsversuche waren schon Mitte Mai fehlgeschlagen, Eberl und insbesondere Trainer Vincent Kompany wird intern offenbar eine Mitschuld für den gescheiterten Transfer gegeben. Nachdem Wirtz den Bayern abgesagt und sich ein Abschied von Leroy Sané immer mehr abgezeichnet hatte, wurde der Fokus auf einen neuen Flügelspieler gerichtet.
Die Wahl fiel auf Spaniens EM-Shootingstar und kongenialen Lamine-Yamal-Partner Nico Williams. Doch auch in Williams‘ Fall hatten die Münchner das Nachsehen - der FC Barcelona setzte sich im Werben um den Offensivmann vom Athletic Club aus Bilbao durch.
FC Bayern und die verlorene Strahlkraft
Die nächste Watschn - und die Erkenntnis, dass die Bayern offenkundig im Vergleich zu früher an Strahlkraft eingebüßt haben.
Vor allem Eberl setzt die neuerliche Absage eines großen Namens unter Druck, der 51-Jährige muss langsam, aber sicher einen Hochkaräter auf die Habenseite bringen.
Um intensiver an Transfers arbeiten zu können, verließ Eberl nun sogar überraschend die USA, wo die Bayern dieser Tage um den Titel bei der Klub-WM spielen. Kompany bestätigte die Abreise im Vorfeld des Duells zwischen seiner Mannschaft und den Boca Juniors (2:1).
Warum Eberl den Weg zurück gen München angetreten habe, wisse er aber nicht konkret, so der Belgier. Er schob nach: "Die Transferperiode hat noch nicht begonnen, ich kann mir nicht vorstellen, dass da was Unglaubliches passiert, wenn noch nichts passieren darf. Bis zum 1. Juli habe ich noch keine Hoffnungen. Danach sehen wir."
Für Lothar Matthäus ist die Maßnahme ein Zeichen, wie groß der Transferdruck beim Rekordmeister ist. "Die Abreise von Max Eberl aus den USA zeigt, dass eine gewisse Nervosität vorhanden ist. Für Eberl ist der Zugang in der Offensive wichtiger als die Klub-WM", sagte der Rekordnationalspieler der "Bild".
Eberl mit Erfolgen und Schlappen
Klar ist: Eberl muss jetzt handeln. Zwar hat er es in der jüngeren Vergangenheit geschafft, die Verträge mit Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Manuel Neuer und Alphonso Davies zu verlängern und Jonathan Tah ablösefrei von Liga-Rivale Leverkusen an Land zu ziehen, demgegenüber stehen allerdings - neben Wirtz und Williams - auch einige Schlappen.
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Der FC Bayern gab in der Causa Thomas Müller kein allzu gutes Bild ab
Fotocredit: Getty Images
Bereits im vergangenen Jahr handelte sich Eberl auf der Suche nach einem Nachfolger von Coach Thomas Tuchel Korb um Korb ein, ehe man das Wagnis mit Kompany einging. Im Umgang mit Vereinsikone Thomas Müller gab der Sportvorstand ebenfalls kein gutes Bild ab. Und auch das Hickhack um Sané hinterließ einen faden Beigeschmack.
Droht die nächste Absage?
Auf der Suche nach einem Ersatz für den Nationalspieler, den es nach Istanbul zog, hat Eberl nun offenbar Rafael Leão (AC Mailand) und Bradley Barcola (Paris Saint-Germain) ins Auge gefasst. Vor allem der PSG-Star soll bei Eberl hoch im Kurs stehen. Das Problem: Die Chancen, dass der Youngster vom Champions-League-Sieger an die Isar wechselt, sind gering. Sein aktueller Arbeitgeber denkt nämlich gar nicht daran, Barcola (Vertrag bis 2028, keine fixe Ablöseklausel) abzugeben.
Es könnte also die nächste Hängepartie drohen. Wie "Sport1" unlängst berichtete, ist die Rückendeckung für Eberl zuletzt gewachsen, demnach habe selbst der Eberl-kritische Aufsichtsrat mittlerweile Verständnis, dass die Verpflichtung eines offensiven Topspielers Zeit in Anspruch nimmt.
Wie viel er davon letztlich eingeräumt bekommt, wird sich aber erst noch zeigen.
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