Oliver Kahn teilt gegen Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge aus: Neuaufstellung beim FC Bayern "im Schneckentempo"
VonNiklas Bien
Publiziert 13/03/2026 um 09:55 GMT+1 Uhr
Oliver Kahn hat knapp drei Jahre nach seinem Ausscheiden als Vorstandsvorsitzender des FC Bayern klare Kritik an Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge geübt. Der angekündigte Rückzug der beiden Bayern-Größen ziehe sich mittlerweile schon deutlich länger hin als ursprünglich geplant. Mit Ausnahme der Verpflichtung von Rouven Kasper als Marketingvorstand bewege sich der Umbruch "im Schneckentempo".
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Quelle: Perform
Kahn schien eigentlich ausersehen, den beiden ewigen Bayern-Bossen Hoeneß und Rummenigge nachzufolgen: Von Januar 2020 bis Juni 2021 war er zunächst Vorstandsmitglied, dann der Vorsitzende der Führungsetage.
Uneingeschränkten Einfluss hatte die Bayern-Legende in seiner Zeit aber nicht - auch, weil Hoeneß und Rummenigge intern wie extern weiter sehr präsent waren.
Bei "Sky" hat sich Kahn, der im Mai 2023 sein Amt abgeben musste, nun zu den Machtverhältnissen beim deutschen Rekordmeister geäußert.
"Man hört dann: 'Wir werden uns irgendwann zurückziehen, wenn die richtigen Leute gefunden sind.' Das Ganze zieht sich jetzt viele, viele Jahre hin. Und gefunden hat man ja jetzt scheinbar immer noch niemanden", sagte der 56-Jährige.
Kahn: Umbruch "im Schneckentempo"
Nach Kahns Ausscheiden übernahm Jan-Christian Dreesen das Amt des Vorstandsvorsitzenden.
Im Januar 2026 kam mit Marketingvorstand Rouven Kasper eine neue Personalie in der obersten Etage dazu. "Ansonsten bewegt sich das Ganze, was eine Neuaufstellung angeht, im Schneckentempo", kritisierte Kahn.
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Uli Hoeneß (l.) und Karl-Heinz Rummenigge (r.) auf der Tribüne in der Allianz Arena
Fotocredit: Getty Images
Vor allem Hoeneß ist als Ehrenpräsident und Teil des Aufsichtsrats weiter sehr präsent. Der langjährige FCB-Manager hatte in der Vergangenheit mehrfach angekündigt, sich zurückziehen zu wollen, wenn die richtigen Nachfolger an Bord seien.
Mit Kahn schien der Nachfolger zunächst gefunden. Im Oktober 2023, also kurz nach der Trennung, rechnete der 74-Jährige aber harsch mit Kahn und seiner Arbeit in München ab.
Hoeneß über Kahn: "Großer Fehler"
"Die Berufung von Oliver Kahn als Vorstandsvorsitzender war ein großer Fehler. Und als ich erkannt habe, dass der das nicht kann, habe ich mit Karl-Heinz Rummenigge zusammen das geändert", sagte Hoeneß seinerzeit im "BR".
Kahn zeigte sich schon damals verwundert über das deutliche Nachtreten seines einstigen Förderers - die neuerlichen Aussagen des ehemaligen Weltklasse-Keepers zeigen, dass Kahn noch immer einen kritischen Blick auf den FC Bayern und seine Nachfolger hat.
Sportlich sieht der ehemalige Vorstandsboss indes keine Probleme. "Ich habe den FC Bayern selten so stark gesehen, wie sie im Moment auftreten, nicht nur in der Bundesliga, auch international. Die Mannschaft spielt fast schon wie ein Uhrwerk", sagte Kahn.
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