Drei Dinge, die bei FC Bayern München gegen Jeju SK FC auffielen: Minjae Kim in der südkoreanischen Heimat vorgeführt

Der FC Bayern tourt dieser Tage im Rahmen seiner Saisonvorbereitung durch Asien, am Dienstag spielten die Münchner auf der südkoreanischen Vulkaninsel Jeju gegen den dort ansässigen Erstligisten Jeju SK FC. Der deutsche Rekordmeister siegte dank eines Younster-Duos knapp 2:1, für Minjae Kim, den Lokalmatadoren, lief es in der Heimat hingegen nicht so gut. Drei Dinge, die beim Testspiel auffielen.

Minjae Kim vom FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Mit einem Mix aus erfahrenen Profis und vielen Talenten gewann der FC Bayern München das Testspiel in Südkorea gegen Jeju SK mit 2:1.
Felipe Chavez brachte den deutschen Rekordmeister in der 11. Minute in Führung. Chang-Min Lee glich nur vier Minuten später nach herrlicher Vorarbeit seines brasilianischen Teamkollegen Matheus Aias aus. Dem erst 16-jährigen Bastian Assomo (41.), der - wie Chavez - überzeugte, gelang der Siegtreffer für Bayern.
Im Verlaufe der zweiten Halbzeit wechselte Bayern-Trainer Vincent Kompany sämtliche Top-Spieler ein, darunter Neuzugang Nathaniel Brown, Konrad Laimer, Luis Díaz, Joshua Kimmich oder Jonathan Tah. Dies sorgte noch einmal für eine offensive Schlussphase, doch ein weiterer Treffer blieb aus.
Drei Dinge, die beim Bayern-Test auffielen.

1.) Kim vor Heimpublikum brasilianisch vorgeführt

Für Minjae Kim war das Spiel ein besonderes Erlebnis, da er aus Südkorea kommt und in der Heimat ein umjubelter Held ist. "Es ist eine sehr bedeutende Zeit für mich in Korea", sagte er. Passenderweise durfte er die Mannschaft als Kapitän anführen. Umso bitterer, vor heimischem Publikum so ausgetanzt zu werden wie beim Gegentor. Der Brasilianer Matheus Aias bewies regelrecht artistische Fertigkeiten.
Beim Dribbling klemmte er den Ball zwischen seine Beine, lupfte ihn rücklings über Kim hinweg (ein Trick, der auf den ehemaligen Frankfurter Ausnahmekönner Jay Jay Okocha zurückgeht) und legte den Ball für Chang-Min Lee vor, der aus kurzer Distanz unhaltbar ins Tor traf.
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Minjae Kim gab beim Test in Südkorea nicht immer ein glückliches Bild ab

Fotocredit: Getty Images

Vergangene Saison hatte Kim gegenüber Dayot Upamecano und Jonathan Tah meist das Nachsehen. Kompany unterstrich bei der Pressekonferenz vor dem Spiel, dass der Konkurrenzkampf wieder offen sei. "Wir sprechen über Wettkampf", erklärte der Trainer und lobte Kim: "Seine Leistungen waren immer top für uns. Für mich ist es wichtig zu sehen, dass er leistet, was er tut. Und entsprechend müssen die anderen auch Leistungen bringen."
In der 36. Minute wurde Kim aus Gründen der Belastungssteuerung ausgewechselt. Immerhin: Kurz zuvor hatte er einen gefährlichen Angriff vereitelt. Die rund 30.000 Fans feierten Kim, als er vom Spielfeld ging. Der Bayern-Spieler klatschte den Zuschauern anerkennend zu. "Min-jae ist ein wichtiger Spieler für uns", sagte Kompany direkt nach dem Spiel. "Es war wichtig, dass er anfing und auch gut, dass er heute hier Kapitän war."
Klar ist aber auch: Einfacher wird der Konkurrenzkampf für ihn nicht - und den Auftritt vor den heimischen Fans dürfte er sich auch anders vorgestellt haben.

2.) Chavez und Assomo: Zwei Talente empfehlen sich

Kompany setzte auf eine Mischung aus Profis und Talenten.
Torwart Jonas Urbig, Kim, Hiroki Ito, João Palhinha und Tom Bischof wurden durch die Perspektivspieler Vincent Manuba (21 Jahre), Filip Pavic (16), Guido Della Rovere (19), Felipe Chavez (19), Bara Sapoko Ndiaye (18) und Bastian Assomo (16) ergänzt.
Chavez war in der ersten Halbzeit der auffälligste Akteur. Bei seinem Treffer in der 11. Minute bewies er Übersicht, indem er den Ball perfekt ins lange Eck schob. Zudem glänzte er mit Spielübersicht sowie Passqualität und bereitete jeweils eine Top-Chance für Assomo und Palhinha vor. Dem peruanischen Nationalspieler wäre der nächste Schritt zuzutrauen, nachdem er vergangene Saison neun Kurzeinsätze in der Bundesliga beim FC Bayern und später als Leihspieler beim 1. FC Köln hatte.   
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Bayerns Felipe Chávez erzielte gegen Jeju das erste Tor der Partie

Fotocredit: Getty Images

Auch Assomo belohnte sich. Als er den Ball von Palhinha an der Strafraumgrenze vorgelegt bekam, traf er gezielt in die linke obere Ecke. "Dass er solche Tore macht, kennen wir von ihm", lobte Kompany. "Er hat noch viele, viele Punkte in seinem Spiel, die er verbessern muss. Aber für einen Stürmer, 16 Jahre alt und mit seiner Größe ist es super, dass er die Tore macht."
Della Rovere und Chavez hingegen seien Spieler, "die schon ein bisschen älter sind. Das sind Jungs, die vielleicht ready sind für den nächsten Schritt – ob bei uns oder woanders. Wir versuchen, den Jungs weiter auf ihrem Weg zu helfen."

3.) Palhinha trotzt der Ausbootung

João Palhinha weiß, dass der FC Bayern ohne ihn plant. Sportvorstand Max Eberl hatte öffentlich mitgeteilt, dass der Portugiese genauso wie Sacha Boey und Bryan Zaragzoza keine Perspektive in München hat. Kurios: Auf der Vereinswebseite werden sie nicht einmal mehr als Kaderspieler der 1. Mannschaft aufgeführt.
Doch Palhinha stellte im Testspiel eindrucksvoll unter Beweis, dass er sich nicht hängen lässt. Bis zu seiner Auswechslung in der 61. Minute gehörte der Portugiese zu den auffälligsten Akteuren. Er dirigierte gestenreich das Spiel seiner Mannschaft, spielte gute Bälle wie die Vorlage zum 2:1 und glänzte insgesamt mit einer guten Spielübersicht.
Auch defensiv war der 31-Jährige zur Stelle und zeigte als Abräumer genau jene Qualität, die ihn einst zum Wunschspieler von Ex-Trainer Thomas Tuchel machte.
An der mangelnden Perspektive wird das vorerst nichts ändern. "Es ist eine positive Sache, dass der Verein mit den Spielern klar kommuniziert", sagte Kompany. "Ich als Spieler hätte das damals auch gewollt. Der Club hat ein klares Statement abgegeben, da sind wir auf einer gemeinsamen Linie."
Anderseits bewies das Beispiel Leon Goretzka, dass auch eigentlich aussortierte Spieler in München Spielzeit bekommen, sofern sie ihre Leistung erbringen. Palhinha hat angedeutet, dazu bereit zu sein.
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Quelle: Perform


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