FC Bayern München: Drei Härtefälle für Max Eberl - was einen Abgang von Palhinha, Boey und Zaragoza so schwierig macht

Transfer-Dilemma der anderen Art für den FC Bayern München: Während der deutsche Rekordmeister mit Ismael Saibari und Nathaniel Brown auf der Zugangsseite früh Nägel mit Köpfen machte, stockt es auf der Abgangsseite noch gehörig. Mit João Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza sollen drei Spieler den Verein unbedingt verlassen. Das gestaltet sich allerdings schwieriger als gedacht.

Eberl verrät: Das hat uns an Brown beeindruckt

Quelle: Perform

Der FC Bayern kommt dieser Tage aus dem Reisestress gar nicht mehr raus. Nachdem das Team von Trainer Vincent Kompany in der vergangenen Woche im Trainingslager am Tegernsee verweilt hatte, ging es am Samstagabend mit dem Condor-Sonderflug DE9544 gleich weiter Richtung Fernost.
Zuerst auf die südkoreanische Insel Jeju, wo der deutsche Rekordmeister am 4. August gegen den dort heimischen Red&Gold-Partnerverein Jeju SK FC testet. Im Anschluss geht es weiter nach Hongkong. Dort treffen die Münchner am 7. August im Rahmen des Audi Football Summit auf den Europa-League-Sieger Aston Villa.
Eine PR-Reise, klar, aber auch "ein schöner Moment, um als Gruppe wieder zusammenzuwachsen", erklärte Sportvorstand Max Eberl.
Dass statt Harry Kane und Michael Olise, die aktuell noch im WM-Sonderurlaub verweilen, João Palhinha und Sacha Boey mit im Flieger saßen, passt vor diesem Hintergrund nicht wirklich ins Bild.

Bayern will Trio loswerden

Geht es nach Eberl und der Bayern-Führungsriege, soll das einst für teures Geld verpflichtete Duo den Verein nämlich schnellstmöglich verlassen.
"Sie wissen Bescheid", sagte Sportdirektor Christoph Freund nach dem Testspiel vergangene Woche in Wiesbaden: "Sie werden in unseren Planungen keine große Rolle mehr spielen."
Eberl wurde auf einer Medienrunde am Mittwoch sogar noch deutlicher – und warf mit Bryan Zaragoza einen weiteren Namen in den Ring, der sich in München nicht mehr viel ausrechnen braucht: "Für die drei wird die Zukunft beim FC Bayern keine sein. Wenn sich einer entscheidet hierzubleiben, dann wird es relativ hart und kompliziert für ihn, weil er keine große Rolle spielen wird."
Heißt so viel wie: Gehen oder Tribüne! Oder zumindest auf die Bank.
Allerdings gestaltet sich Bayerns Plan, das entbehrliche Trio zu Geld zu machen und damit Gehalt einzusparen, als durchaus schwierig. Aus unterschiedlichen Gründen.  

João Palhinha (31 Jahre/defensives Mittelfeld)

Vertrag bis: 2028
Der Fall des Portugiesen ist ein besonderer und wohl mit dem Sprichtwort "Zur falschen Zeit am faschen Ort" am besten zu beschreiben.
2024 auf Drängen von Noch-Trainer Thomas Tuchel als Ankersechser vor der Viererkette verpflichtet, war unter Kompany schnell klar, dass der Spielertyp Palhinha nicht zu dessen kreativem und offensivem Spielstil passt.
Dass er im vergangenen Sommer nach Tottenham verliehen wurde, war also die logische Folge. Und Palhinha machte seine Sache auf der Insel auch durchaus ordentlich. In einer schwachen Saison zählte er zu den wenigen Konstanten im Mittelfeld. Die in der Klausel vereinbarten 30 Millionen wollten die Spurs aber dennoch nicht zahlen.
Dem Vernehmen nach hätten die Bayern gerne 25 Millionen Euro für den robusten Defensiv-Spezialisten, die – Stand jetzt – aber niemand zahlen will. Sporting Lissabon und Aston Villa sollen Interesse gehabt haben, sich bei diesem Preis aber zurückgezogen haben.
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João Palhinha im Testspiel gegen den FC Rottach-Egern

Fotocredit: Getty Images

Erschwerend kommt hinzu: Palhinha widersprach Eberl und Freund jüngst öffentlich. "Der Plan ist, meine Position hier zu behalten", sagte der 31-jährige selbstbewusst der "Abendzeitung". Die Fronten scheinen also verhärtet. Zu einem x-beliebig Verein verjagen lassen wird sich Palhinha, der laut "Sport Bild" 8,5 Millionen Euro Gehalt einstreichen soll, nicht.
Aber: Der Portugiese genießt weiter einen exzellenten Ruf auf der Insel, wo er von 2022 – 2024 beim FC Fulham zu einem der besten Mittelfeldspieler der Premier League reifte. Laut "ESPN" wird Palhinha beim finanzkräftigen Newcastle United als Ersatz für Bruno Guimarães gehandelt, dessen Wechsel zum FC Arsenal kurz bevorsteht. Ein möglicher Ausweg aus dem Missverständnis in München.

Sacha Boey (25 Jahre/rechter Verteidiger)

Vertrag bis: 2028
Der Härtefall Boey wäre für den FC Bayern beinahe keiner geworden. Obwohl der Franzose in der vergangenen Rückrunde während seiner Leihe zu Galatasaray Istanbul nur neunmal in der Startelf gestanden hatte, soll der türkische Top-Klub bereit gewesen sein, Boey fest zu verpflichten. Und das für 15 Millionen Euro!
Allerdings machten die Kaderbestimmungen der türkischen Süper Lig einer erneuten Rückkehr in die Bosporus-Metropole, wo Boey bereits von 2021 bis 2024 unter Vertrag stand, einen Strich durch die Rechnung. Laut Reglement darf nämlich jeder Verein nur 14 Spieler, die keinen türkischen Pass besitzen, im Kader haben. Eine Zahl, die Gala bereits jetzt überschritten hat.
Für die Münchner geht die Suche nach einem Abnehmer also wieder von vorne los. Allerdings sind derzeit selbst Gerüchte rund um den 25-Jährigen rar gesät. Gut möglich, dass der Rekordmeister nur noch einen Bruchteil der 2024 investierten 30 Millionen Euro zurückbekommt.
Fakt ist: Mit Konrad Laimer und Josip Stanisic sind die Bayern rechts hinten bestens aufgestellt, selbst als Back-up wird Boey also nicht gebraucht.
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Sacha Boey kam im Testspiel des FC Bayern bei Wehen Wiesbaden eine Halbzeit lang zum Einsatz

Fotocredit: Getty Images

Bryan Zaragoza (24 Jahre/linker Flügel)

Vertrag bis: 2029
Wie bei Palhinha wurde auch bei Flügelflitzer Zaragoza die Kaufoption nach seiner Leihe nicht gezogen. 13 Millionen Euro hätte die AS Rom für den Spanier berappen müssen. Angesichts von nur sechs Einsätzen und 200 Einsatzminuten in der vergangenen Rückrunde allerdings kein Wunder, dass sich der italienische Hauptstadtklub dagegen entschied.
Auch in München scheint die Geduld mit dem schnellen Rechtsfuß erschöpft. Der erhoffte Durchbruch blieb aus, nach insgesamt vier Leihen in zweieinhalb Jahren soll Zaragoza den Klub endgültig verlassen - zeigt dabei aber bislang wenig Kooperationsbereitschaft.
"Sky" berichtete jüngst sogar, Zaragoza wolle ähnlich wie Palhinha um seinen Platz im Bayern-Kader kämpfen. Der deutlichen Ansage der Bosse zum Trotz.
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Saß auch während seiner Leihe zur AS Rom meist auf der Bank: Bryan Zaragoza

Fotocredit: Getty Images

Die Konkurrenz auf dem linken Flügel liest sich mit Stammkraft Luis Díaz, Lennart Karl, Serge Gnabry und Leih-Rückkehrer Arijon Ibrahimović fast erdrückend.
Allerdings gestaltet sich auch ein Wechsel als schwierig. Eine Ablöse in Millionenhöhe und Zaragozas Gehalt von vier Millionen Euro schreckten bisherige Interessenten ab, berichtet die "Bild". Zuletzt wurden Espanyol Barcelona, der FC Malaga und der FC Sevilla als mögliche Abnehmer gehandelt. Konkrete Verhandlungen soll es bislang aber keine gegeben haben.
Dazu kommt eine langwierige Knieentzündung, die den jungen Spanier bereits in der Endphase der vergangenen Saison ausgebremst hatte und auch in der Saisonvorbereitung weiter beschäftigt. Bislang konnte Zaragoza noch nicht einmal mit dem Team trainieren, saß deshalb auch nicht im Flieger Richtung Südkorea.
Gut möglich, dass Zaragoza auch am 1. September noch auf dem Gehaltszettel der Münchner steht.
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"Das widert mich an" - Eberl schießt gegen FIFA-Vorhaben

Quelle: SNTV

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