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Real Madrid steht unter Schock: Keine Titel - "La Cero" droht!
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Publiziert 14/05/2015 um 11:13 GMT+2 Uhr
Real Madrid mit einer Saison ohne einen einzigen Titel? Das ist in etwa so häufig der Fall wie Schneefall in der Sahara. Und wenn es passiert, hat es Folgen. Das Binnenklima bei den "Königlichen" wird frostig bis eisig und der Boden unter den Füßen des Trainers so glatt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis er auf die Nase fällt.
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Nun ist es also Carlo Ancelotti, der gefährlich ins Rutschen gerät.
In der Copa del Rey scheiterte Real am Rivalen aus der eigenen Stadt, in der Meisterschaft aller Voraussicht nach am Erzrivalen aus Barcelona.
Und nun auch noch das Aus im Halbfinale der Champions League gegen Juventus Turin.
Nach "La Décima" im letzten Jahr, droht nun mit Blick auf Titel "La Cero" - die Null.
Trugschluss mit Folgen
Speziell im Hinspiel in Turin hatte sich Ancelottis Team nicht gerade mit Ruhm bekleckert und war von der "Alten Dame" phasenweise sogar am Nasenring durchs Juventus Stadium gezogen worden. Und dennoch sorgten traditioneller Stolz und berechtigtes Selbstbewusstsein für die Überzeugung, dass man die 1:2-Pleite bei Juventus im Estadio Santiago Bernabéu korrigieren würde.
Ein Trugschluss mit Folgen, Turin fährt nach dem 1:1 in Madrid direkt durch nach Berlin.
Der Trainer war bereits vor dem Halbfinale angezählt und alles deutet darauf hin, dass Ancelotti den Kampf um seinen Trainerposten in Madrid, wenn auch nicht durch Knock-out, dann aber am Ende der Saison nach Punkten verlieren wird. Das Handtuch will Ancelotti jedenfalls nicht werfen: "Ich habe über meine Zukunft bereits entschieden, ich möchte hier bleiben!"
Doch darüber werden andere entscheiden. Das weiß Ancelotti, denn "ich weiß auch, wie der Fußball funktioniert". Der 55-Jährige hofft dabei vor allem, dass die Erinnerung an die vergangene Saison als Argument für eine weitere Zusammenarbeit funktioniert.
"La Décima": Welker Lorbeer?
Immerhin hatten die Königlichen unter seiner Führung zwar die Meisterschaft an Atlético verloren, dafür aber den spanischen Pokal gewonnen und - was alles in den Schatten stellte - endlich den Traum von "La Décima" real werden lassen, den zehnten Gewinn der Champions League.
"Wenn der Klub mit meiner Arbeit in den vergangenen beiden Jahren zufrieden ist, kann man weitermachen", erklärt der Italiener deshalb. Nun ist allerdings im Anspruchsdenken von Real Madrid kaum etwas irrelevanter als die Meriten von gestern. Was zählt, ist die Gegenwart. Und in der sieht Ancelottis Zukunft nicht gerade rosig aus.
Daran dürften auch die Lobpreisungen von Toni Kroos wenig ändern, der betont, dass Ancelotti "ein absoluter Top-Trainer ist". Kroos verweist auf die Überlegenheit Reals im Rückspiel gegen Juventus. "So, wie wir gespielt haben, kann kein schlechter Trainer an der Seitenlinie gestanden haben. Das wissen hoffentlich alle."
Vor allem aber wissen alle in der Führungsetage von Real Madrid, dass die Überlegenheit letztlich nicht zum Erfolg und zu Titeln führte.
"Trainer von Real zu sein, ist ein ganz spezielles Kaliber", hatte Jupp Heynckes einmal trocken festgestellt. Der deutsche Erfolgscoach war bei den Königlichen am 28. Mai 1998 gefeuert worden. Und das, obwohl er Ancelotti eine Kleinigkeit voraus hatte. Eine Woche zuvor hatte Heynckes mit Real die Champions League gewonnen.
Erwarte das Unerwartete!
Es ist ein Paradoxon, dass Ancelotti aus Heynckes' Schicksal auf seinem Trainerstuhl sogar Hoffnung schöpfen kann. Denn die Bewegungen und Erschütterungen dieses weltberühmten Schleudersitzes sind unberechenbar. "Es spielt keine Rolle, ob du einen Titel geholt hast oder nicht", hatte Heynckes zu seiner Zeit als Trainer des FC Bayern festgestellt.
"Das Wichtigste als Trainer bei Real ist, von den Verantwortlichen einen gewissen Kredit zu bekommen und die Fäden dann so zu ziehen, dass du immer eloquent zu allen Seiten bist. Da sind die Medien inbegriffen, da sie einige Entscheidungen stark beeinflussen."
Auch dieser Umstand hatte einst dazu geführt, dass José Mourinho seinen Platz in Madrid räumen musste.
Ancelotti, so bestätigt Cristian Maxedo von Eurosport Spanien, soll sich dagegen "Anweisungen" und "Ratschlägen" von oben selbst bei der Aufstellung (angeschlagener Bale statt gesundem Benzema) nicht verschließen und auch seine Beziehung zu den Medien ist in keiner Weise vergleichbar mit dem vergifteten Verhältnis unter José Mourinho.
Noch ist nichts entschieden. Ancelotti genießt im Team hohes Ansehen.
Nicht ausgeschlossen also, dass diese Umstände mit einer neuen Chance zur Titeljagd honoriert werden.
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