AS Rom gegen Real Madrid: Zinédine Zidane debütiert als Trainer in der Champions League

Vor knapp zehn Jahren lief Zinédine Zidane letztmals in der Champions League auf, jetzt ist er zurück: Als Trainer debütiert er mit Real Madrid beim AS Rom. Obwohl der ehemalige Weltklassespieler neu im Geschäft ist, lassen sich bereits Stilmerkmale erkennen. Die Aura wirkt immer noch, sein Charisma packt die Spieler, Real liefert wieder Spektakel - muss aber eine entscheidende Schwäche beheben.

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Natürlich werden sich Rapahel Varane und Isco erinnern. Wenn nicht daran, woran bitte sonst? Varane war neun und Isco zehn Jahre alt, als Zinédine Zidane seinen Körper in eine physikalische Schräglage versetzte, wie sie ansprechend und anspruchsvoller kaum sein konnte. Eine Sekunde später war die Fußballwelt um ein Jahrhunderttor reicher.
Der 2:1-Siegtreffer im Champions-League-Finale 2002 zwischen Real Madrid und Bayer Leverkusen gehört zu Zidanes größten von vielen großen Auftritten.
"Als Kind sah ich ihn spielen, er genoss überall einen exzellenten Ruf", sagt Varane, inzwischen selbst Real-Profi, zu "uefa.com". Teamkollege Isco nickt:
Heute ist dieser Schrägschuss-Fußballer ihr Vorgesetzter, und Zidane kehrt zurück in einen Bewerb, den er einst dominierte: Das Achtelfinal-Hinspiel beim AS Rom (Mittwoch ab 20:45 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) wird seine Trainer-Premiere in Europas Eliteliga.

Zidane wie Ancelotti und Beckenbauer?

"Die Champions League besitzt etwas Besonderes", bekundet der Franzose. "Als Spieler träumt man davon, alle vier Jahre Weltmeister zu werden. Jedes Jahr träumt man hingegen davon, die Champions League zu gewinnen."
Er hat sie nach 2002 im Übrigen noch einmal gewonnen, 2014 als Co-Trainer von Carlo Ancelotti, erneut mit Real. Jetzt der Anlauf als Chef. Der designierte Bayern-Coach Ancelotti ist dabei ein gutes Exempel für Vorbild, er hat vorgemacht, wie es gehen kann - erst als Spieler triumphieren, dann als Trainer mit demselben Klub.
Bei Ancelotti war's Milan, während Franz Beckenbauer die Bayern als "Aushilfskraft" immerhin zum UEFA-Cup-Sieg dirigierte. Pep Guardiola und Luis Enrique (jeweils Barcelona) oder Thomas Schaaf (Bremen) trainierten Vereine in der Champions League, nachdem sie für selbige gegen den Ball traten. Und sie erledigten das ja nicht ganz erfolglos.

"Großer Spieler, junger Coach - das sorgt für Nähe"

Zidane hat gerade sechs Spiele als Coach eines Profiteams bestritten, seit er Anfang Januar für Rafael Benítez installiert wurde. Ob dieser Weltklassespieler auch ein Weltklassetrainer wird, muss sich herausstellen, jedenfalls sind schon Ansätze seines Stils zu erkennen. Real tritt auf, als wäre ein Korsett gesprengt, Varane erkärt:
Zidane verhält sich eher wie Ancelotti als Guardiola; die Gesten an der Seitenlinie sind sparsam und dosiert. "Ich denke, ich habe eine natürliche Autorität, ich muss Spieler nicht anschreien", bestätigt er "France Football".
Der 43-Jährige hat nichts von seiner Aura eingebüßt, die ihn mit Grandezza über das Feld fegen ließ. "Sein Charisma ist sehr wichtig für uns. Wenn er spricht, hängt jeder an seinen Lippen", sagt Luka Modric und klingt beinahe ehrfürchtig. "Er war ein großer Spieler und ist ein junger Coach. Das sorgt für Nähe", betont Varane.

Reals Problem: Gala-Dinner versus Schonkost

Der Aufgalopp in der Primera Divison war spektakulär: 5:0, 5:1, 6:0, zuletzt 4:2 über Athletic Bilbao, in Heimspielen beeindruckten die Madrilenen mit jener Virtuosität, die Zidane als Aktiver verkörperte. "Ich bin zufrieden mit allen Partien, die wir bestritten haben. Wir sind bereit für Rom", glaubt er. Toni Kroos, Torschütze gegen Bilbao, wendet berechtigterweise ein: "Aber jetzt müssen wir auch auswärts so gut spielen."
Tatsächlich herrscht bisher eine Diskrepanz, die Gala-Dinner im Bernabéu wurden von Schonkost auf fremden Plätzen konterkariert - 1:1 bei Betis, 2:1 in Granada, spät und glücklich. Gegen Rom, Vierter der Serie A, muss Real das Heim-Gesicht offenbaren, zumal die Champions League die letzte Chance auf einen Titel sein könnte. Vom Pokal wurde der Klub ausgeschlossen, in der Liga beträgt der Rückstand auf Barca vier Punkte.
80 Spiele, 14 Tore, 14 Vorlagen, das ist Zidanes Spieler-Bilanz der "Königsklasse". Vor zehn Jahren, am 8. März 2006, lief er letztmals auf, ein 0:0 im Achtelfinal-Rückspiel bei Jens Lehmanns FC Arsenal bedeutete seinerzeit das Aus. Das soll sich nicht wiederholen. Verteidiger Danilo gibt die Parole aus:
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