Bayern, Arsenal, Atlético und City: 4 Fragen und 4 Antworten zum Achtelfinale

Während es für Pep Guardiola und den FC Bayern München um mehr als nur das Viertelfinale geht, wartet auf den FC Arsenal eine scheinbar unlösbare Aufgabe. Atlético Madrid und PSV Eindhoven liefern sich das Duell der Unterschätzten, Manchester City will den größten internationalen Erfolg der Vereinsgeschichte. Eurosport.de beatwortet die wichtigsten Fragen zum Achtelfinale der Champions League.

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Kommt Manchester City endlich in Europa an?

Als Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan im Jahr 2009 Anteile an Manchester City erwarb, rechneten die Experten mit einem Durchmarsch. Nicht nur in der Premier League, auch auf internationaler Bühne. Der Champions-League-Triumph? Eine reine Zeitfrage - die sich in den nächsten zwei bis drei Jahren beantwortet. Schließlich sind die "Skyblues" einer der reichsten Fußball-Klubs der Welt.
ManCity lockt seitdem Weltstars mit Gehältern jenseits von Gut und Böse auf die Insel. Erfolg stellt sich aber nur schleichend ein - und das auch lediglich national. Zwei Meistertitel (2013 und 2014), ein FA-Cup-Sieg (2011) und zwei League-Cup-Erfolge (2014 und 2016) sind die Ausbeute der Nord-Engländer seit dem Geldsegen aus den Emiraten. Auf der größten europäischen Bühne, der Champions League, traten die "Citizens" Jahr für Jahr enttäuschend auf.
Es ist nur schwer vorstellbar, dass der Einzug ins Viertelfinale der größte Erfolg der "Skyblues" in der "Königsklasse" wäre - wahr ist es trotzdem. In den ersten beiden Jahren war bereits in der Gruppenphase Schluss, zuletzt scheiterte man im Achtelfinale zwei Mal am FC Barcelona.
Dieses Jahr wurden die Hausaufgaben gemacht. In einer Gruppe mit Juventus Turin, Borussia Mönchengladbach und dem FC Sevilla setzte sich das Team von Manuel Pellegrini als Erster durch. Die "Belohnung" ist das Achtelfinale gegen Dynamo Kiew. Das Hinspiel wurde auswärts mit 3:1 gewonnen.
Im Rückspiel (20:45 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) steht City nun vor der Chance, endlich in der Champions League für Furore zu sorgen – und die nutzt die Pellegrini-Auswahl. Herzlich willkommen in der heißen Phase der "Königsklasse", Manchester City.

Wer gewinnt das "Duell der Unterschätzten"?

Nach einem echten Leckerbissen hört sich die Partie Atlético Madrid gegen PSV Eindhoven (20:45 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) nicht an. Auf den zweiten Blick ist sie aber eines Champions-League-Achtelfinals durchaus würdig.
Die Niederländer spielen eine Rekordsaison in der Eredivisie. Nach 27 Spieltagen steht der amtierende Meister bei 66 Punkten, verlor in dieser Saison erst ein Spiel. Der beste Zweite der Bundesliga-Geschichte, Borussia Dortmund, wäre im Nachbarland hinter PSV und Ajax Amsterdam sogar nur Dritter. In der Gruppenphase ließ PSV ZSKA Moskau und Manchester United hinter sich und zog das erste Mal seit 2006/2007 wieder in die K.o.-Phase der Champions League ein.
Gegner Atlético ist längst kein Geheimtipp mehr, dennoch fliegen die Spanier meist etwas unter dem Radar, wenn über den Titel gefachsimpelt wird. In der Primera División ist der Klub zweite Kraft hinter Barcelona. Stadtrivale Real Madrid ist längst distanziert. 2014 holte man sich den Titel und scheiterte im Champions-League-Finale an Real. Atlético gehört zu den Kandidaten, die für das Halbfinale und mehr in Frage kommen.
Im Hinspiel gab es ein 0:0 in Eindhoven. Die Ausgangslage für Madrid ist also ordentlich. Antoine Griezmann und seine Kollegen werden sich das Viertelfinale im eigenen Stadion nicht nehmen lassen und gewinnen das "Duell der Unterschätzen" klar und deutlich. Es kann erneut weit gehen für die "Rojiblancos".

Scheitert die Mission von Guardiola?

Es hätte alles so entspannt sein können. Die ersten 60 Minuten des Hinspiels in Turin waren eine Machtdemonstration des FC Bayern München. Juventus Turin hatte nicht den Hauch einer Chance. Die Bayern hatten den Ball, kombinierten sich mit Leichtigkeit durch die Turiner Abwehrreihen und begeisterten nicht nur die eigenen Zuschauer. Trotz haushoher Überlegenheit schafften sie es aber, die sichere 2:0-Führung zu verspielen und mit einem 2:2 aus Italien abzureisen.
Die Frage nach einem möglichen Scheitern Guardiolas in München, nichts anderes wäre ein frühes Aus in der Champions League, stellt sich somit zum ersten Mal schon im März anstatt im Mai.
Der Spanier ist für den Champions-League-Titel an die Isar geholt worden. Die deutsche Meisterschaft und den DFB Pokal gewinnt man als Trainer in München quasi automatisch. Der letzte Coach, der keinen nationalen Titel mit den Bayern holte, obwohl er die Mannschaft mehr als nur eine Saison trainierte, war Erich Ribbeck (1991-1993).
Mit einer Niederlage wäre Guardiola in München nur ein Trainer von vielen, jedoch keiner der ganz Großen - wie etwa Ottmar Hitzfeld oder Jupp Heynckes. Davor hat der charismatische Katalane Angst. Die Münchener werden deshalb von der ersten Minute an attackieren und den Trainer schnell beruhigen. In der Allianz Arena (die Partie am Mittwoch ab 20:45 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) gibt es für die "Alte Dame" nichts zu holen. Die Bayern bleiben auf Kurs.

Raus mit Applaus - Achtungserfolg für Arsenal?

Gerade im FA Cup im eigenen Stadion am FC Watford gescheitert, wartet auf bemitleidenswerte "Gunners" das nächste Pokal-Ausscheidungsspiel. Dieses Mal geht es aber nicht - bei allem Respekt - gegen ein "machbares" Watford, sondern zur wohl besten Vereinsmannschaft des Planeten. Es wartet der FC Barcelona (die Partie am Mittwoch ab 20:45 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de), der Mesut Özil, Per Mertesacker und Co. im Hinspiel schon mit 2:0 besiegte und damit bereits für das Viertelfinale planen kann.
Mit diesem Rückstand nach Barcelona: eine unlösbare Aufgabe. Wirklich? Ja! Die Katalanen um den "MSN-Supersturm" (Messi, Neymar, Suárez) sind für 99 Prozent aller Fußballmannschaften ein unüberwindbares Hindernis.
Worum geht es also noch für die Londoner, die in den letzten zehn Jahren gleich drei Mal gegen den FC Barcelona ausschieden? Klare Antwort: Um einen Achtungserfolg.
Frei nach dem Motto "Raus mit Applaus" muss Arsène Wenger zeigen, dass seine Mannschaft auch mit dem Rücken zur Wand "fighten" kann. In der Liga brauchen die "Gunners" diese Einstellung ebenfalls. In Sachen Meisterschaft gibt es nur noch Resthoffnungen, auch die neuerliche Qualifikation für die Champions League ist noch nicht gesichert.
Eine deutliche Niederlage in Barcelona wäre zwar keine Überraschung im eigentlichen Sinne, könnte aber einen Knacks im Saisonendspurt nach sich ziehen. Teammanager Wenger ist erfahren genug, seiner Mannschaft das deutlich zu machen. Arsenal reißt sich am Riemen und scheidet erhobenen Hauptes aus der "Königsklasse" aus - mit einer knappen Niederlage.
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