3 Dinge, die auffielen bei BVB-Sporting: Tuchel-Frust, brotlose Kunst und das Aubameyang-Rätsel
Borussia Dortmund hat durch ein 1:0 (1:0) gegen Sporting Portugal vorzeitig das Ticket fürs Achtelfinale der Champions League gelöst. BVB-Coach Thomas Tuchel war allerdings wenig begeistert, während die Gäste aus Lissabon mit mutigem Offensiv-Fußball überraschten. Das Topthema des Abends war die geheimnisvolle Ausbootung von Superstar Pierre-Emerick Aubameyang. 3 Dinge, die auffielen.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Doppelpass und Tuchel-Frust
Die Defensive der Dortmunder geriet zwar immer wieder in Bedrängnis, das Offensivspiel der Borussia war dafür in der ersten Halbzeit ein echter Hingucker. Wunderschön herausgespielt gingen die Schwarz-Gelben durch Adrián Ramos (12.) in Führung. Dazu ließen gleich zwei Doppelpass-Stafetten Fußball-Feinschmecker mit der Zunge schnalzen. Mario Götze und Christian Pulisic spielten in der 34. Minute die Sporting-Abwehr schwindlig, ehe Götze die Kugel an die Latte zimmerte. Wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff zeigten Ramos und Raphaël Guerreiro ihre Doppelpass-Qualitäten, ehe Letzterer den Ball ans Außennetz setzte.
Umso unverständlicher dann das Vabanquespiel der Gastgeber in der zweiten Hälfte. Sporting hatte eine torgefährliche Szene nach der anderen, während Dortmund im Angriff überhaupt nicht mehr zum Zug kam. Matthias Ginter versuchte sich nach der Partie im "ZDF" an einer Erklärung. "Wir haben nach der ersten Halbzeit auf eine Fünferkette umgestellt, da Sporting überraschend offensiv war. Vorne hatten wir dann nicht mehr so viele Chancen. Das ist derzeit bei uns eine Frage der Balance", so der 22-Jährige. Trainer Thomas Tuchel wirkte trotz des Erfolges geknickt und gefrustet. "Es war sehr zäh. Defensiv haben wir in allen Formationen keinen Zugriff bekommen, offensiv zu viele unerzwungene Fehler gemacht", so der BVB-Coach, der über den Abend lieber den "Mantel des Schweigens" hüllen wollte.
Brotlose Kunst
Sporting spielte schön, Sporting spielte offensiv, Sporting verspielte fast alle Chancen aufs Achtelfinale der "Königsklasse". Dabei hielten die Portugiesen in den ersten 45 Minuten munter dagegen und hatten in der zweiten Hälfte sogar ein Chancen-Plus.
Vor allem über die starke rechte Seite mit Gledson Martins und Matias Schelotto kam Lissabon immer wieder gefährlich nach vorne. "Wir haben richtig Gas gegeben. Es hat Spaß gemacht, mitzuspielen, aber wir haben leider 0:1 verloren", analysierte Sporting-Angreifer Bas Dost. Und so blieb am Ende die bittere Erkenntnis für Sporting, in Dortmund nur brotlose Kunst abgeliefert zu haben. Der einzige Lichtblick: Durch das 3:3 von Legia Warschau gegen Real Madrid besteht für Lissabon immerhin noch die theoretische Möglichkeit, ins Achtelfinale einzuziehen.
Das Aubameyang-Rätsel
65 Minuten vor Anpfiff twitterte Borussia Dortmund seine Aufstellung - und trat damit eine Spekulations-Lawine los. Goalgetter Pierre-Emerick Aubameyang war nicht im Kader, die Borussia verzichtete auf seine gefährlichste Offensiv-Waffe. Freiwillig.
"Das hat interne Gründe. Das hat der Trainer so entschieden", blieb BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke geheimnisvoll und heizte die Debatte weiter an. Trainer Thomas Tuchel ließ sich ebenfalls nicht in die Karten schauen. "Intern bedeutet intern", stellte der 43-Jährige lapidar fest. Spekulationen nehme man in Kauf.
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/22/image-98b602cb-ae46-4c06-8857-c6197f655aaf-68-310-310.jpeg)