1. FC Bayern München

Die beiden 5:1-Siege gegen Arsenal haben die letzten Zweifel ausgeräumt: Die "Bestia Negra" ist zurück, der Triumph in der Champions League führt nur über den FCB. Die Eurosport-Redaktionen in London, Paris, Mailand und ja, München, sind sich einig: Aktuell ist der FC Bayern der stärkste der acht Viertelfinalisten.
Widerspruch kommt allein von den spanischen Kollegen aus Madrid - sie sehen die Münchner nur auf Rang drei. Florian Bogner über die Stärke des Rekordmeisters:
Champions League
Champions League: Auslosung Viertelfinale jetzt live im TV und im Livestream
15/03/2017 AM 10:03
Carlo Ancelotti schafft, woran Pep Guardiola scheiterte: die Topform im Frühjahr rauszukitzeln. Mit dem 4-2-3-1 im Stile von Jupp Heynckes sind Effizienz und Dominanz zurückgekehrt. Bayerns Plus: Robert Lewandowski trifft beinahe wie noch nie, Thiago hat sich von Guardiola emanzipiert und Mats Hummels macht sich beckenbaueresk wichtig in der Defensive. Minus: Alonso (35), Philipp Lahm (33), Franck Ribéry (33) und Arjen Robben (33) werden nicht jünger und Thomas Müller hat irgendwie sein Mojo verloren.

2. Real Madrid

Souverän, auch ohne Tore von Cristiano Ronaldo: Der Titelverteidiger in der Königsklasse hat zwar nicht brilliert, ist aber eben auch nicht gestolpert. In der Liga auf Titelkurs und in der Champions League unaufgeregt und effizient: Niemand wird sich Real als Gegner in der Viertelfinal-Auslosung (Freitag, 12:00 Uhr live im TV bei Eurosport und im kostenlosen Livestream) - das sagt eigentlich schon alles.
Das sind sich die Redaktionen auch einig: Selbst wenn nur die Spanier die Madrilenen als Nr. 1 sehen - auf Platz zwei oder drei haben sie auch alle anderen Kollegen eingereiht. Jorge Ordas von Eurosport.es erklärt:
Obwohl Gareth Bale jetzt schon verletzt seit drei Monaten fehlt, siegt Real einfach weiter. Sie mögen nicht so stark sein wie in anderen Jahren (was auch für Barça und Atlético gilt), aber sie haben ein Ass im Ärmel: Sergio Ramos als Mann für die wichtigen Tore kurz vor Schluss. Der Schwachpunkt ist die Abwehr: In 13 der letzten 15 Spiele haben sie den Kasten nicht sauberhalten können.

3. Juventus Turin

Der Finalist von 2015 ist fast auf Augenhöhe mit Real - für drei der fünf Eurosport-Experten rangiert die "Alte Dame" sogar vor dem Vorjahressieger. Ungefährdet in der Serie A, ohne Gegentor im Achtelfinale gegen den FC Porto, ist die Mannschaft von Massimiliano Allegri ein fast fixer Kandidat für Halbfinale. Erfahrung ist der große Trumpf von Gianluigi Buffon, Dani Alves, Sami Khedira, Gonzalo Higuaín & Co, und genau diese Qualität ist in den ganz großen K.o.-Spielen ein kaum zu überschätzender Faktor.
Ohne das kritische Urteil aus Frankreich (Platz 5) wäre Juve im Blick auf das Kräfteverhältnis der Top-Klubs mit Real auf Augenhöhe. Das unterstreicht auch Simone Eterno von Eurosport.it:
Die Heimstärke von Juve in der Liga wie der Champions League ist bekannt, dazu haben sie die beste Abwehr in der Königsklasse - für Buffon, Barzagli, Chiellini ist es vielleicht die letzte gemeinsame Saison. Die Mannschaft spielt nicht mehr so attraktiv wie in den Jahren zuvor, aber sie ist taktisch enorm flexibel und hat mit Higuaín endlich den Vollblutstürmer, den Juve seit David Trezeguet suchte. Mit diesem Selbstvertrauen kann es in Europa weit gehen.
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4. FC Barcelona

Ein Spiel für die Geschichtsbücher macht noch keinen Favoriten. Die "Remontada" gegen PSG in allen, wirklich allen Ehren - aber Barças Glanz wird langsam matter. Dass die Abschiedstour von Trainer Luis Enrique mit einem weiteren Henkelpokal endet, glaubt derzeit außerhalb Kataloniens kaum jemand. Denn so einmalig das 6:1 im Camp Nou gegen Paris auch war, das 0:4 zuvor hat gezeigt, wie groß die Ausschläge bei Barcelona aktuell sind. Zu groß, um wie in vielen Jahren einer der absoluten Topfavoriten zu sein.
Zwischen Platz drei und fünf pendelt das Potential der "Blaugrana" in der Einschätzung der Kollegen. Jorge Ordas von Eurosport.es sieht das Spiel aber als möglichen Wendepunkt:
Das Viertelfinale ist ein unerwartetes Geschenk nach dem Wunder gegen PSG. Diese Partie könnte die Mentalität der Mannschaft ändern und stärken. Es bleibt aber dabei, dass hinter dem Sturmtrio Lionel Messi, Luis Suárez und Neymar ein Mittelfeld spielt, das nicht mehr die Klasse früherer Jahre hat. Xavi ist weg, Andres Iniesta inzwischen 32 und Sergio Busquets spielt seine vielleicht schlechteste Saison. Dazu haben Neuzugänge wie Andre Gomes, Arda Turan, Paco Alcácer und Denis Suárez die Mannschaft nicht besser gemacht.
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5. AS Monaco

Für viele Fans der Überraschungsgast aus der Ligue 1, wo fast alle noch vor einer Woche viel eher PSG als Vertreter im Viertelfinale gesehen haben. Doch die Tormaschine aus dem Fürstentum ist nicht ohne Grund Tabellenführer in Frankreich und hat sich gegen Manchester City nicht glücklich, sondern verdient durchgesetzt. Wer sich ohne Stürmerstar Radamel Falcao und Abwehr-Ass Kamil Glik die "Citizens" gönnt, ist alles andere als ein leichtes Los.
Die Rolle eines vermeintlichen Außenseiters im Viertelfinale ist ganz sicher nicht für ASM reserviert. Vincent Bregevin von Eurosport.fr meint:
Schon vor zwei Jahren stand Monaco im Viertelfinale, aber jetzt haben sie viel mehr Waffen im Arsenal. Jeder Gegner muss sich vor dem besten Angriff in Europa in Acht nehmen, aber die Mannschaft beeindruckt vor allem als starkes Kollektiv mit herausragenden Einzelkönnern wie Bernardo Silva, Kylian Mbappé oder Fabinho. Fehlende Erfahrung haben die Youngster mit Teamgeist und mentaler Stärke ausgeglichen. Sie stehen verdient im Viertelfinale und das muss noch nicht Endstation sein.

6. Atlético Madrid

Zwei Finals in den letzten drei Jahren sprechen für sich, doch aktuell ist Atleti nicht mehr so furchteinflößend wie es schon war. Die kriselnde Werkself von Bayer 04 Leverkusen auszuschalten war keine Großtat, in der Liga geht es für Antoine Griezmann und seine Teamkollegen nicht wie sonst im März ums Titelrennen, sondern darum, die Teilnahme an der Champions League für nächstes Jahr zu sichern.
Zwischen Platz fünf und sieben - so das Urteil zu Atlético Madrid, für das sich wenig Widerspruch regen dürfte. Auf dem Zettel hat Jorge Ordas von Eurosport.es das Team dennoch:
Das ist vielleicht ihre schlechteste Saison seit Diego Simeone 2012 als Trainer kam. Der Kampf mit Sevilla und Real Sociedad um Platz drei und vier in der Liga dürfte sie viel Kraft kosten, Aber Vorsicht: Atlético ist ein Spezialist für K.o.-Duelle, auf europäischer Ebene haben sie 12 von 14 für sich entschieden. Steigerungspotential besteht im Sturm, wo Antoine Griezmann nicht alles alleine machen kann, und bei Spielern wie Godín, Gabi oder Koke, die nicht auf dem Niveau der Final-Jahre 2014 und 2016 auftrumpfen.

Champions League: Stars des Viertelfinals

Fotocredit: AFP

7. Borussia Dortmund

Zwei durchaus ansehnliche Auftritte gegen Benfica Lissabon haben den Gesamteindruck noch nicht ganz verdrängen können, dass der BVB noch zu sehr Wundertüte und zu wenig gefestigtes, mit allen Wassern gewaschenes Topteam ist. Der Aufwärtstrend der letzten Wochen ist unverkennbar, aber er macht die Elf von Thomas Tuchel im Konzert der größten Namen Europas nicht zu einem logischen Anwärter aufs Halbfinale der Champions League.
Extreme Einigkeit bei den Experten: Mehr als Rang sechs im erlauchten Kreis der acht besten Teams mag der Borussia niemand geben. Florian Bogners Urteil:
Der BVB ist nicht dort, wo er 2013 war - basta. Es fehlt nach den Abgängen von Lewandowski, Gündogan, Hummels und Mkhitaryan an Erfahrung und individueller Klasse auf dem höchsten Niveau. Das 'Aber', pro Borussia: Sie haben Talente im Überfluss und einen Top-Trainer, was einen Coup gegen einen der Top-Favoriten durchaus möglich macht. Nicht vergessen: Sie haben ihre Gruppe vor Real gewonnen. Und im Stadion formely known as Westfalenstadion spielt niemand gerne - außer der BVB.

8. Leicester City

Kaum jemand hat den "Foxes" den Coup im Achtelfinale nicht gegönnt. Doch der in der Liga böse schlingernde Meister wird sich nicht regelmäßig wieder zu jener Klasse aufschwingen können, der ihn zur Sensation der Premier League 2015/16 und der Champions-League-Gruppenphase machte. Ein beliebtes Los wird Leicester zwar dennoch nicht sein, schließlich kann die Rolle des Außenseiters sehr beflügeln - und die ist Leicester gegen jeden Gegner garantiert.
Seltener Fall von Einigkeit zum Abschluss des Rankings: Platz acht ist für Jamie Vardy, Robert Huth und Wes Morgan reserviert. Tom Adams von Eurosport.co.uk warnt aber:
Leicester war ein hoffnungsloser Fall, aber sie ziehen einfach ihr Ding durch - letztes Jahr in der Liga, diese Saison in Europa, entgegen aller Erwartungen. Der Trainerwechsel von Claudio Ranieri zu Craig Shakespeare hat ihnen frischen Schwung gegeben. Ihr Konterfußball ist perfekt dazu geeignet, gegen große Klubs aufzutrumpfen. Wenn man sie unterschätzt, können sie auch im Viertelfinale für eine Überraschung sorgen. Trotzdem bleibt es ein Fakt, dass Leicester mit Abstand das schlechteste Team der Viertelfinalisten ist.
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