Verschwörung? Die Antworten auf 4 Aufreger nach dem Bayern-Aus gegen Real im Viertelfinale
Publiziert 19/04/2017 um 10:55 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern ist nach einem 2:4 bei Real Madrid im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League ausgeschieden. Eurosport.de erklärt, über welche vier Aufreger am Tag danach noch emotional diskutiert wird. Mit dabei natürlich die Leistung von Schiedsrichter Viktor Kassai und die vermeintlichen Wechselfehler von FCB-Trainer Carlo Ancelotti.
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Adios, FC Bayern! Der Traum vom erneuten Triple geht für den FC Bayern München auch unter Trainer Carlo Ancelotti nicht in Erfüllung.
Nach dem unglücklichen 2:4 (2:1, 0:0) nach Verlängerung in einem Fußball-Krimi bei Titelverteidiger Real Madrid steht der deutsche Rekordmeister erstmals seit 2011 nicht mindestens im Halbfinale der Champions League.
In den entscheidenden Phasen des Spiels hatten die aufopferungsvoll kämpfenden Münchner allerdings jede Menge Pech, doch auch sie selbst müssen sich Fragen stellen. Eurosport.de erklärt, über welche vier Aufreger jetzt emotional diskutiert wird.
Welche Fehler beging Schiedsrichter Viktor Kassai?
Kassai hatte beim 2:2 (105.) und 3:2 (110.) durch Cristiano Ronaldo jeweils eine Abseitsposition übersehen. Zudem stellte er Arturo Vidal in der 84. Minute mit Gelb-Rot vom Platz.
"Es war nicht mal Foul, geschweige denn eine Gelb-Rote-Karte, das war ein Killer!", polterte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge über "die kuriosen Fehlentscheidungen".
Dass Kassai allerdings auch vor dem Eigentor durch Sergio Ramos zum 2:1 (78.) daneben gelegen hatte, als Müller zuvor im Abseits stand - und dass Vidal schon viel früher hätte Gelb-Rot sehen müssen, übersahen die Bayern geflissentlich.
Richtig ankreiden lässt sich Kassai eigentlich "nur" der Platzverweis. Bei den Abseitsstellungen ließen ihn auch seine Assistenten im Stich.
Dabei sind explizit die Fehler beim 2:1 und 2:2 unverzeihlich; beim 3:2 hatte der Assistent zudem einen sehr schlechten Winkel zum Ball, weil er nicht so schnell wie die Real-Stars war. Hinzu kam noch ein falscher Abseitspfiff Mitte der zweiten Halbzeit, als FCB-Stürmer Robert Lewandowski zurückgepfiffen wurde. Ansonsten wäre er frei durch gewesen.
Bayerns Mittelfeldmotor Thiago deutete nach dem Spiel sogar eine Verschwörung an. "Externe Elemente, die ihr alle kennt, haben uns eliminiert", sagte er kryptisch. Verteidiger Mats Hummels bilanzierte etwas moderater: "Der Schiedsrichter hat einfach einen eklatant schlechten Tag erwischt."
Hätte Ancelotti Arturo Vidal auswechseln müssen?
Höchstwahrscheinlich ja. Der Chilene kam als Abräumer im defensiven Mittelfeld oft einen Tick zu spät, konnte sich oftmals nur mit einem Foul behelfen. Die erste Verwarnung ging vollkommen in Ordnung, danach spielte er auf Bewährung. Kurios und ärgerlich nur für Bayern: Das Foul in der 84. Minute, für das er vom Platz gestellt wurde, war strittig. Im TV war eindeutig zu erkennen, dass Vidal auch den Ball gespielt hatte.
Möglich ist aber, dass Kassai sich letztlich aufgrund der Summe der schlechten Eindrücke von Vidal dazu entschloss, ihn in die Kabine zu schicken - kein ganz ungewöhnlicher Vorgang bei vorbelasteten Spielern. Nicht in die Linie passt, dass Reals Casemiro ebenfalls sehr robust zu Werke gehen durfte und dennoch auf dem Platz blieb.
Ancelotti sah es nach dem Spiel nicht unbedingt als seinen Fehler an, Vidal nicht früher ausgewechselt zu haben. "Es war alles unter Kontrolle", rechtfertigte er sich. Viele Fans in den sozialen Medien sahen das jedoch komplett anders und darin einen groben Schnitzer des Trainers.
Warum musste Robert Lewandowski raus?
Viele rieben sich verdutzt die Augen, als kurz vor Ende der regulären Spielzeit Joshua Kimmich ausgerechnet für Super-Stürmer Robert Lewandowski eingewechselt wurde. Es wurde vermutet, dass seine zuvor erlittene Schulterverletzung ihm wieder Probleme bereitete, doch Ancelotti erklärte, dass das nicht der Fall gewesen war. "Es waren taktische Gründe", sagte der Italiener stattdessen. Und so falsch es zunächst wirkt, den Torjäger herauszunehmen, obwohl noch Treffer gebraucht wurden, aus Sicht des Trainers ist die Entscheidung auch ein Stück weit nachvollziehbar.
Mit Thomas Müller hatte er schon einen Angreifer gebracht, in Unterzahl opferte er Lewy für mehr Kompaktheit in der Zentrale. Er wollte mit Müller und Robben auf Konter spielen, sich vielleicht ins Elfmeterschießen retten und nicht wie im Hinspiel überlaufen werden. Allerdings ging das Konzept nicht auf und die Auswechslung von Lewandowski brachte die Fans auf die Palme.
Wie verletzte sich Neuer?
Es ist ein weiterer bitterer Nachgeschmack, der dem FC Bayern vom Auftritt im Bernabéu bleibt. Manuel Neuer hat sich unmittelbar vor dem Gegentreffer zum 2:3 durch Cristiano Ronaldo in der Verlängerung den Fuß gebrochen und humpelte auf Krücken aus der Kabine.
Der Keeper soll nach der Rückkehr der Bayern am Mittwochmittag in München eingehend untersucht werden. "Danach wird die weitere Behandlung festgelegt", teilte der Klub mit.
Der Fuß war schon zuvor mit einem Haarriss lädiert und Neuer deshalb Anfang April operiert worden. Die nun schlimmere Verletzung erweckt den Eindruck, dass Neuer zu früh wieder eingesetzt wurde. Jetzt ist die Saison für ihn gelaufen, er wird laut Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge acht Wochen pausieren müssen.
Bei Mats Hummels und Jerome Boateng, die ebenfalls stark angeschlagen waren und sie ganz offensichtlich mit Schmerzen durchbeißen mussten, ging hingegen alles gut.
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