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Borussia Dortmund - FC Brügge | 3 Dinge, die auffielen: Der BVB kann auch dreckig gewinnen
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Publiziert 19/09/2018 um 01:00 GMT+2 Uhr
Borussia Dortmund feiert einen gelungenen Champions-League-Auftakt. Beim 1:0 (0:0) beim FC Brügge zeigt der BVB eine positive Reaktion nach schwacher erster Halbzeit. Endlich gelingt auch ein dreckiger Sieg. Mario Götze, der erstmals in dieser Saison in der Startelf steht, enttäuscht. Drei Dinge, die uns beim Spiel zwischen dem FC Brügge und Borussia Dortmund auffielen.
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1. Positive Reaktion
Vor dem Spiel auf seine Veränderungen in der ersten Elf angesprochen, hatte Trainer Lucien Favre gegenüber "Sky" erklärt:
Doch ob er nach diesem Spiel seine Achse im zentralen Mittelfeld tatsächlich sprengt, auch wenn er nicht muss, ist zu bezweifeln. Ohne das bis dato erfolgreiche Duo Thomas Delaney und Axel Witsel - Delaney fiel wegen Knieproblemen aus - krankte das Spiel der Borussia an alten Problemen.
Der BVB war vor dem Seitenwechsel zu brav, nicht robust genug, gewann nur 42 Prozent der Zweikämpfe. Brügge knüpfte dem Bundesligazweiten den Schneid ab. Nichts war zu sehen vom stabilen, erwachsenen Fußball, der den BVB mit Delaney und Witsel in dieser Saison bisher so auszeichnete.
Der lange verletzte julian Weigl, der zum ersten Mal in dieser Spielzeit in der Startelf stand, fand lange nicht in die Partie.
Aber - und das wird Favre ganz besonders freuen - nach der Pause zeigte die Borussia eine positive Reaktion. Vor allem Weigl biss sich regelrecht in die Duelle, fing viele Bälle ab und lief sich den Rost aus den Klamotten. Doch auch seine Kollegen nahmen den Kampf gegen immer noch unbequeme, allerdings auch müder werdende Belgier an.
Beleg ist die Zweikampfquote des BVB in Halbzeit zwei: 58 Prozent.
2. Der BVB kann auch dreckig
Nach der Partie meinte BVB-Sportdirektor Michael Zorc bei "Sky":
Er traf den Nagel auf den Kopf.
Vor allem in der ersten Hälfte, aber eigentlich über die gesamte Spieldauer hinweg, fiel dem BVB offensiv sehr wenig ein. Zwar hatten die Schwarz-Gelben am Ende 65 Prozent Ballbesitz - bei einem Auswärtsspiel in der Champions League ein bemerkenswerter Wert - doch klare Chancen waren quasi Fehlanzeige.
Favres Plan vor der Partie lautete, "sehr kompakt zu verteidigen und sehr schnell nach vorne zu spielen". Während Teil eins zumindest nach Wiederanpfiff funktionierte, blieben die Borussen ein schnelles, variables und ideenreiches Angriffsspiel auch in der zweiten Halbzeit schuldig.
Mario Götze auf der Zehn fehlte die Spritzigkeit, Jaden Sancho und Marius Wolf auf den Außen die Durchschlagskraft und Marco Reus in der Sturmspitze die Bindung zum Spiel. Der BVB hatte fast das gesamte Spiel über keine Antworten auf die Einigelungstaktik der Belgier, die sich nicht zu schade waren, auch mit zehn Mann am eigenen Strafraum zu verteidigen.
Dietmar Hamann fasste die BVB-Misere im Angriff bei "Sky" treffend zusammen:
Erst als die Brügger Beine schwerer wurden und Favre mit Shinji Kagawa und Christian Pulisic frisches Personal einwechselte, kam etwas Schwung in die BVB-Offensive.
Bezeichnend, dass die biederen Dortmunder einen kuriosen Glückstreffer benötigten, um das Spiel zu gewinnen: Über ein, zwei schnelle Kontakte landete der Ball bei Reus, der mit der Sohle für Pulisic liegen ließ. Brügges Mitrovic war zwar zuerst am Ball, schoss aber den US-Amerikaner an. Von dessen Schienbein prallte der Ball ab, segelte in hohem Bogen über Keeper Letica hinweg und landet hinter der Linie - 1:0 (84.).
Ein Tor, wie es Pulisic sicher noch nie geschossen hat und wohl auch nie mehr schießen wird. Aber es reichte für den ersten Erfolg auf Champions-League-Ebene nach zuletzt acht sieglosen Spielen. Nach acht Partien, in denen dem BVB oft das Glück fehlte, gelang endlich wieder einer jener Siege, die mit "glücklich" gut beschrieben sind. Oder eben mit "dreckig".
3. Wo ist nur Super-Mario?
Zugegeben: Die Probleme des BVB in der Offensive nur an einem Mann festzumachen, wäre zu einfach. Aber diese Frage muss erlaubt sein: Was ist eigentlich mit Mario Götze los?
Wie Weigl stand Götze gegen Brügge zum ersten Mal in dieser Saison in der BVB-Startelf. Doch während Erstgenannter zumindest nach dem Seitenwechsel eine deutliche Leistungssteigerung zeigte, sich in die Partie kämpfte, die Zähne zusammenbiss, blieb der WM-Held von 2014 das gesamte Spiel über alles schuldig.
Das "gesamte Spiel", das waren in Götzes Fall 61 Minuten. Dann hatte Favre genug gesehen, ersetzte ihn durch den deutlich aktiveren Kagawa. Götze schlich mit gesenktem Kopf vom Feld und verkroch sich auf der Bank.
Fahrig in der Ballverarbeitung, schlampig in seinen Abspielen, keine Spritzigkeit im Antritt, dazu eine Körpersprache, die die Mitspieler nicht gerade mitreißen dürfte: Der Mario Götze, der in Brügge auf dem Feld stand, der schon seit geraumer Zeit beim BVB auf dem Feld steht, ist nur noch ein Schatten des "Super-Mario" aus vergangenen Tagen, der Fußball-Deutschland mit seinem Talent in helle Aufregung versetzte.
Das blieb sicher auch den BVB-Verantwortlichen nicht verborgen, die sich zuletzt noch vehement vor Götze gestellt hatten. Geschäftsführer Hans-Joachim Watze etwa hatte gegenüber "Funke Sport" gesagt:
Das Spiel heute war keines davon.
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