Champions League | 3 Dinge, die auffielen: Halbe Dortmunder mit Südtribünen-Schub

Borussia Dortmund hat das Wunder im Achtelfinal-Rückspiel gegen Tottenham Hotspur in der Champions League verpasst. Beim 0:1 (0:0) im eigenen Stadion verpassten es die Dortmunder gerade in Durchgang eins das Tor zu erzielen - ganz im Gegensatz zum Gegner. Unterstützung gab es aber dennoch von den eigenen Fans. Was uns auffiel.

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1. Kane Weltklasse, Alcacer ein Phantom

Der Mann des Abends war happy, aber längst nicht zufrieden. "Wir müssen noch erwachsener, noch besser werden", forderte Harry Kane, eiskalter Torschütze bei Tottenhams 1:0-Sieg in Dortmund. "Er ist einfach einer der besten Stürmer auf der Welt", schwärmte Spurs-Coach Mauricio Pochettino über den Mann, von dem in der ersten Halbzeit nichts zu sehen war. Der aber den Angriffswirbel der Borussen vor der Pause mit seinem Treffer gleich nach Wiederbeginn dann aber mit einem Schlag zum Erliegen brachte.
Paco Alcacer, Kanes Pendant auf BVB-Seite, geistert hingegen zunehmend als Phantom durch die Dortmunder Offensive. Im Herbst machte der 25-jährige Spanier fast aus jeder Chance ein Tor, gegen Tottenham trat er erneut kaum in Erscheinung. Oder scheiterte er am überragenden Gästekeeper Hugo Lloris – so wie in der 89. Minute, aus erstklassiger Position.
Ein großes Problem für die Dortmunder dieser Tage, die gegen Tottenham in 180 Minuten kein eigenes Tor zu Stande brachten.

2. Halbe Dortmunder

Gegen den Tabellendritten der Premier League erinnerten die Schwarz-Gelben an Piraten, die ihr Pulver schon nach der Hälfte der Schlacht verschossen haben. Wieder einmal. Lloris‘ Paraden vor der Pause und Kanes Coolness in der 49. Minute reichten, um dem BVB endgültig den Zahn zu ziehen. Vor allem die zweite Halbzeit bereitet dem jungen Ensemble von Lucien Favre erkennbar Probleme.
Beim 0:3 im Hinspiel in London, für Favre die Wurzel für das klare Aus im Achtelfinale der Champions League, kassierte Dortmund alle Treffer nach der Pause. Beim Adieu vom DFB-Pokal gegen Bremen verspielte die Mannschaft in der Verlängerung gleich zwei Mal eine Führung.
Beim 3:3 gegen Hoffenheim düpierte die TSG ihre Gastgeber nach 0:3-Rückstand mit drei Treffern in der Schlussviertelstunde. Höchste Zeit also, für den wackelnden Bundesliga-Spitzenreiter, das vorhandene Niveau wieder mal über 90 Minuten hochzuhalten.

3. Schub von der Südtribüne

Kein Punkt, 0:4 Tore – so lautete die ernüchternde Bilanz des BVB aus den beiden Duellen mit Tottenham. Den Fans war es egal, die versammelte Südtribüne stand auch nach dem Abpfiff wie eine Wand vor und hinter den Dortmunder Profis.
"Deutscher Meister wird nur der BVB", schmetterten die Anhänger dem geknickten Häuflein auf dem Rasen zu – ein klarer Auftrag für die verbleibenden zehn Partien in der Liga. Die Meisterschaft ist das letzte Ziel, das Favres Team noch geblieben ist, von einst neun Punkten Vorsprung auf die Bayern ist nur noch ein winziges Plus von zwei Toren übrig.
"Der Schulterschluss mit den Fans gibt uns Kraft für den Rest der Saison", glaubt Sportdirektor Michael Zorc. "Was die Fans heute angestellt haben, war Weltklasse", kommentierte Marco Reus beeindruckt, dem Kapitän der Borussia schwant aber auch: "Der Kredit hält vielleicht nicht so lange an."
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