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Endlich Führungsspieler: Marco Reus kann beim BVB eine Ära prägen
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Publiziert 05/11/2018 um 23:20 GMT+1 Uhr
Ewiges Versprechen? Von wegen! BVB-Star Marco Reus ist in dieser Saison endlich zum unumstrittenen Führungsspieler gereift - und erstaunlich selten verletzt. Hatte Thomas Tuchel bei seinem Amtsantritt vor drei Jahren noch vergeblich versucht den Mittelfeld-Virtuosen aufs nächste Level zu heben, ist das BVB-Trainer Lucien Favre nun eindrucksvoll gelungen. Reus kann beim BVB sogar eine Ära prägen.
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Die Ruhe in seiner Stimme hat sich BVB-Profi Marco Reus weiter bewahrt, aber seine Aussagen sind viel klarer und deutlicher geworden.
Wenn's Probleme gibt, taucht Reus nicht mehr ab. Der 29-Jährige - dessen fußballerischen Qualitäten immer unbestritten waren - stellt sich jetzt auch in den Gegenwind.
Als seine Mannschaft nach dem Gala-Auftritt in der Champions League gegen Atlético Madrid (4:0) nicht über ein Unentschieden gegen Hertha BSC (2:2) hinaus kam, gab's kritische Worte vom Kapitän.
Reus schießt auch scharf
"Die letzten zehn Minuten haben wir naiv gespielt", legte Reus nach dem späten Gegentor von Salomon Kalou (91.) und zwei verlorenen Punkten den Finger in die Wunde. Das gab's in dieser Form unter Tuchel nicht.
Sein neues Selbstvertrauen stellte der Nationalspieler auch Ende September eindrucksvoll unter Beweis, als sich Reus schützend vor seinen massiv in die Kritik geratenen Mitspieler und Freund Mario Götze stellte.
Auslöser war eine Frage von Sky-Experte Lothar Matthäus ("Leidest du mit Mario Götze?"), worauf Reus der Kragen platzte. Er wies den 150-maligen Nationalspieler zurecht:
Auch das gab's in den vergangenen Jahren nicht. Klarer Fall: Reus ist gereift - zu einem unumstrittenen Führungsspieler in seinem Verein, so wie es sich die eigenen Fans immer gewünscht hatten.
Der Mittelfeldstar glänzt aber auch durch überragende Leistungen auf dem Platz. Mit elf Scorerpunkten (6 Tore, 5 Assists) in zehn Spielern steht er in dieser Bundesliga-Saison auf Platz zwei hinter Sebastien Haller (13).
Bei Reus läuft's einfach rund, auch weil der BVB-Profi nur noch selten verletzt ist. Seine letzte schwere Verletzung hatte er im vergangenen Jahr, als er aufgrund eines Kreuzbandrisses 27 Spiele verpasste.
In dieser Saison musste er im Oktober während der Länderspielpause zehn Tage wegen leichten Kniebeschwerden pausieren. Ansonsten hat Reus seit mehr als einem halben Jahr keine Probleme mehr.
Bestes Pferd im BVB-Stall
Hinzu kommt, dass er die volle Rückendeckung von Trainer Lucien Favre genießt. Der Schweizer ernannte Reus zu Beginn der Saison zum Kapitän. Die Beförderung verleiht seinem Star zusätzliche Flügel.
Jetzt ist es endlich soweit: Reus kann bei Borussia Dortmund in aller Ruhe an seinem Legenden-Status basteln, so wie es sich Sportdirektor Michael Zorc bereits 2015 vorstellte.
Zorc meinte vor drei Jahren kurz nach Tuchels Amtsantritt:
Aktuell stehen die Zeichen so gut wie lange nicht. Dortmund ist das Maß aller Dinge in der Liga. Als erster Trainer in der BVB-Geschichte ist Favre in den ersten 15 Pflichtspielen einer Saison ungeschlagen.
Zwar tummeln sich bei den Schwarz-Gelben viele Topspieler, aber Reus ist Favres bestes Pferd im Stall. "Ein Kapitän muss ein Vorbild für die anderen Spieler sein. Wir zählen auf Marco, dass er den Job gut macht", so Favre.
Dass der Schweizer ein goldenes Händchen besitzt, stellte er bislang nicht nur durch seine schlauen Einwechslungen und die darauffolgenden Jokertore unter Beweis. Sein Kniff mit Reus zahlt sich ebenfalls aus.
"Der beste Reus aller Zeiten"
Ihn zum Kapitän zu ernennen, war wohl der entscheidende Faktor, dass Reus den nächsten Schritt in seiner Persönlichkeitsentwicklung vollzogen hat.
Selbst Atlético-Star Koke schwärmte in "Sport Bild" über Reus:
Wenn Reus im vorderen Angriffsdrittel einmal Fahrt aufnimmt, ist der Ball-Virtuose kaum vom Spielgerät zu trennen. Dann wird's für alle Gegner brandgefährlich.
"Das ist vielleicht der beste Reus aller Zeiten", meinte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke nach dem 1:0-Arbeitssieg gegen Wolfsburg, als Reus zum ersten Mal in dieser Saison per Kopf traf.
BVB-Kollege und Shootingstar Jacob Bruun Larsen legte nach:
Im Pokal gegen Union Berlin (3:2) rettete Reus seiner Mannschaft mit einem verwandelten Elfmeter kurz vor Ende der Verlängerung den Sieg - und bewahrte den BVB damit vorm Elfmeterschießen.
Reus ist nicht nur Anführer, Torjäger und Vorbereiter, sondern auch der Mann für die entscheidenden Tore. Im DFB-Pokal traf er zwei Mal (1 Assist), in der Champions League netzte er in drei Spielen einmal ein und bereitete ein Tor vor.
Beim Spiel gegen Hoffenheim kam Reus während der gesamten Partie sogar auf drei verschiedenen Positionen zum Einsatz, was seine Flexibilität und seinen Wert fürs Team zusätzlich unterstreicht.
Jetzt fehlen Reus nur noch die großen Erfolge, um beim BVB zu einer wahren Legende zu werden. Zwar wurde er mit Dortmund 2017 Pokalsieger, aber ein deutscher Meistertitel fehlt ihm noch in seiner Vita.
Reus kann Müller überholen
Außer drei Vizemeisterschaften (2012/13, 2013/14, 2015/16), dem Champions-League-Finale 2012/13 sowie dem Gewinn des DFL-Supercups (2013, 2014) hat er noch nicht viele Pokale in seiner Vitrine stehen.
Aber das soll sich ändern. Jetzt geht der Blick nach vorne - für den BVB stehen in der Champions League gegen Atlético Madrid und dieses Wochenende gegen Bayern in der Bundesliga zwei wichtige Spiele an.
Spiele, in denen Reus wieder glänzen möchte - und vielleicht sogar Thomas Müller überholen kann. Mit einem weiteren Bundesliga-Treffer könnte er den Bayern-Profi in der Liste der aktiven Bundesliga-Torschützen überholen.
Aktuell steht Reus (243 Spiele/105 Tore) auf Rang sechs knapp hinter Müller (295/106), der für seine Tore mehr Spiele benötigte. Wie gesagt, die Zeichen stehen gut, dass Reus weiter durchstarten kann.
Zwar wird es auch wieder Rückschläge geben, aber Reus in dieser Form kann Berge versetzen.
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