FC Bayern gegen Athen in der Einzelkritik: Müller braucht 75 Minuten bis zu einem Geistesblitz

Der FC Bayern München beendet die Heimmisere mit einem ordentlichen, aber erneut wenig glanzvollen 2:0 (1:0) gegen AEK Athen in der Champions League. Robert Lewandowski ist mit zwei Toren der Matchwinner, Franck Ribéry rechtfertigt seinen Einsatz nicht. Und Thomas Müller braucht 75 Minuten bis zu einem Geistesblitz. Die Einzelkritik aus der Allianz Arena.

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Vom FC Bayern berichtet Florian Bogner
Manuel Neuer: Sieh da, doch nicht jede Großchance des Gegners geht rein, Lampropoulos köpfte knapp daneben (5.). Durfte nach 65 Minuten tatsächlich mal einen Ball halten.
Defensiv-Note: 3Offensiv-Note: 3
Joshua Kimmich: Leitete mit seiner Ecke das 2:0 ein (72.). Dazu zwei Zuckerflanken auf Goretzka (7./55.) und ein guter Freistoß auf das Haupt von Lewandowski (63.) – reichte, um Bayerns kreativste Offensivkraft zu sein. Dazwischen aber auch mit Leerlauf offensiv und einigen Ballverlusten. Hatte seine Seite sonst gegen Hult, Alef und Mantalos ganz gut im Griff.
Defensiv-Note: 2,5Offensiv-Note: 2
Jérôme Boateng: Gut gemeint, könnte man sein Spiel bedächtig nennen – schlecht gemeint: schlicht behäbig. Streute mal einen klugen Diagonalball ein, war wenig gefordert, wirkte aber hinten nie ausnehmend souverän.
Defensiv-Note: 3,5Offensiv-Note: 3
Mats Hummels: Erhielt wie Boateng den Vorzug vor Süle und strahlte ein bisschen mehr Souveränität aus als sein Nebenmann. Hatte Ponce ganz gut im Griff. Allerdings mit Stellungsfehler bei der größten AEK-Chance (6.).
Defensiv-Note: 3Offensiv-Note: 3
David Alaba: 70. Champions-League-Match, suchte die Automatismen mit seinem langjährigen Komplizen Ribéry und fand sie nicht. Auffälligste Szene: ein Freistoß in Barkas' Arme (65.).
Defensiv-Note: 3Offensiv-Note: 4
Javi Martínez: 75. Europacup-Spiel. Bemühte sich und räumte defensiv sehr viel weg, wirkt als Sechser aber auch ein bisschen wie ein Auslaufmodell: kaum Impulse im Spielaufbau, schleppende Vorträge – mit Ausnahme des fast besten Passes des Spiels, dem Zuspiel auf Lewandowski vor dessen Großchance (61.).
Defensiv-Note: 2Offensiv-Note: 4
Serge Gnabry (bis 87. Minute): In Abwesenheit von Robben (Knie) rechts und damit erstmals zusammen mit Ribéry in der Startelf aufgeboten. Schwache Leistung in Halbzeit eins, rannte sich oft fest und strahlte, anders als im Hinspiel, so gut wie keine Torgefahr aus. Legte nach der Pause an Tempo zu, bolzte drüber (57.) und vergab frei vor Barkas (74.).
Offensiv-Note: 4Defensiv-Note: 3,5
Leon Goretzka: Sollte sich von der Achterposition auch mal in den Strafraum stehlen. Scheiterte per Kopf und Fuß nach Kimmichs Flanken zweimal an Keeper Barkas (7./55.). Ansonsten als Thiago-Ersatz in Sachen Spielwitz natürlich aufgeschmissen, leitete kaum eine Chance selbst mit ein.
Offensiv-Note: 3,5Defensiv-Note: 3
Thomas Müller: Hatte erst nach 74 Minuten einen Geistesblitz, als er Gnabry bediente – Gruß an Frau Müller. Stand vermutlich nur aus Ermangelung an Alternativen wieder in der Startelf (nicht, weil seine Frau das so wollte). Startete sein engagiertes, aber erneut wenig effektives Spiel mit einem Fehlpass (1.) und einem abgeblockten Schuss (3.). Ließ im Strafraum komplett die Kaltschnäuzigkeit vermissen (siehe Riesenchancen, 37./77.). Auffälligste Szene war neben dem Pass auf Gnabry, dass er mit einer Flanke exakt die gegnerische Eckfahne traf (41.).
Offensiv-Note: 4,5Defensiv-Note: 3
Franck Ribéry (bis 84.): Vor Anpfiff äußert intensiv ins Gebet versunken – und dann einfach nicht da. Schleppte sich als schlechtes Abziehbild seiner einstigen Brillanz über den Rasen, war selten in Angriffsmuster eingebunden und agierte in Strafraumnähe schlicht zu langsam und zu zögerlich. Rannte einmal Alaba in den Rücken, als ob die zwei noch nie zusammen Fußball gespielt hätten. Liefert so aktuell eigentlich kaum Argumente, um in der Startelf zu stehen. Bekam bei der Auswechslung dennoch warmen Applaus.
Offensiv-Note: 5,5Defensiv-Note: 4,5
Robert Lewandowski (bis 90.+1): Europacup-Tore 55 und 56 im 100. Spiel. Nach einer halben Stunde böse umgerissen von Cosic (oder so ähnlich) – verwandelte den etwas schmeichelhaften Strafstoß persönlich zum 1:0 (31.). Brauchte weitere 30 Minuten, um erneut gefährlich vor dem Tor aufzutauchen, scheiterte aber an Barkas. Köpfte kurz drauf drüber (62.) und stand in der 75. Minute goldrichtig, als er die von einem Griechen verlängerte Kimmich-Ecke zum 2:0 ins Netz spitzelte (75.).
Offensiv-Note: 2Defensiv-Note: 3,5
Rafinha (ab 84. Minute für Ribéry): Kam spät, um das Ergebnis zu sichern.
Renato Sanches (ab 87. für Gnabry): Durfte noch ein bisschen Champions-League-Luft schnuppern.
Sandro Wagner (ab 90.+1): War das Mittel zum Zweck, um Lewandowski den verdienten Applaus zu lassen.
Alle drei ohne Benotung
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