FC Bayern München - Ajax Amsterdam | 3 Dinge, die auffielen: Franck Ribéry in der Krise

Der FC Bayern München ist in der Champions League mit einem blauen Auge davongekommen. Gegen starke Youngster von Ajax Amsterdam gab's aber nur ein 1:1 (1:1). Franck Ribéry setzt dabei seine zuletzt schwachen Leistungen fort und steht so sinnbidlich für die Offensivkrise. In der Defensive wackelt ein sonst für Stabilität stehendes Dreieck. Drei Dinge, die uns auffielen.

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1. Ribéry-Krise = Angriffskrise

Bayern-Trainer Niko Kovac hatte sich vor dem Spiel nichts sehnlicher gewünscht als eine effizientere Chancenverwertung und Tore. Doch daraus wurde nichts.
Für die aktuelle Schwächephase in der Offensive steht Franck Ribéry Pate. Der Franzose versuchte zwar immer wieder ins Eins-gegen-Eins zu gehen und Räume zu schaffen, konnte aber keine nennenswerten Akzente setzen.
Ernüchternde Bilanz beim 1:1 gegen Ajax: ein Schuss am Tor vorbei, keine Torschussvorlage, nur 48 Ballberührungen. Von links schaffte er es erneut nicht, Robert Lewandowski im Sturmzentrum in Szene zu setzen.
Insgesamt wirkte der Angriff mit Arjen Robben, Lewandowski und Ribéry äußerst statisch.
Bayern hatte sichtlich Probleme, das Spiel wie gewohnt aufzubauen. Wenn der Ball einmal beim Franzosen war, wusste Ribéry mit dem Spielgerät meistens nichts Effektives anzufangen. Wie in der 36. Minute, als sich Ribéry nach Hackenzuspiel von Lewandowski am langen Pfosten festlief.
Erst in der 69. Minute tauchte Ribéry wieder auf, als er den Ball in die Mitte spielte, aber Lewandowski erneut nicht erreichte. Sechs Minuten später reagierte Kovac und nahm Ribéry vom Platz (75.).
Für ihn kam Serge Gnabry ins Spiel, der sofort viel agiler und gefährlicher wirkte. Gnabry machte sowohl über links als auch über rechts Druck. In der 77. Minute spielte er den Ball auf James Rodríguez, der nur knapp an Ajax-Keeper Andre Onana scheiterte.
Thomas Müller kritisierte bei "DAZN":
Bezeichnend: Der FC Bayern brachte zwischen Minute 19 und 77 keinen einzigen Torschuss aufs Tor des Gegners. Von insgesamt 16 Schüssen gingen nur vier aufs Tor. Die Effizienz bei Großchancen war diesmal also nicht das Problem - sondern schon der Schritt davor.

2. Dreieck mit Macken

Mats Hummels, Jérôme Boateng und Javi Martínez stehen eigentlich für große Stabilität im defensiven Zentrum, strahlten dieses Attribut gegen Ajax aber keineswegs aus.
Vor allem Martínez auf der Sechs wurde von den cleveren Gästen immer wieder durch einfache Pässe überspielt, sodass die Ajax-Offensive teilweise in Gleichzahl auf die Bayern-Abwehr mit den beiden deutschen Nationalspielern als Innenverteidiger zulaufen konnte.
In der 20. Minute deutete sich mit dem Schuss von Hakim Ziyech bereits an, was auf den Rekordmeister zukommen sollte. Beim Gegentor durch Noussair Mazraoui nur zwei Minuten später nutzte Ajax, dass Hummels und Boateng zu weit auseinander standen.
Sowohl Martínez als auch Alaba konnten den Weg nicht mehr dicht machen. Mazraoui netzte nach einem sehenswerten Doppelpass mit Dušan Tadić ein.
Bayern-Trainer Kovac erklärte bei "Sky":
In direkten Duellen überzeugte nur Martínez mit einer Zweikampfquote von 64,3 Prozent (Hummels: 55,6, Boateng: 50,0). Frappierend auch, dass Boateng keines seiner drei Luftduelle gewann. Am Ende war es Manuel Neuer mit seinen Paraden zu verdanken, dass Bayern nicht verlor.

3. Ajax-Youngster zauberhaft

Mutig, willig, aggressiv: Die junge Truppe von Ajax Amsterdam (Durchschnittsalter 21,4 Jahre) dachte gar nicht daran, sich in der Allianz Arena zu verstecken. Nach zögerlichem Beginn drehten die Youngster auf.
Bester Mann auf dem Platz war Hakim Ziyech. Mit seinen Tempoläufen sorgte der Außenstürmer immer wieder für Gefahr, wie in der 44. Minute, als er in die Schnittstelle zwischen Ribéry und Martinez lief und Neuer aus 20 Metern prüfte.
Nach der Pause spielte Ziyech einen langen Ball auf David Neres, der in die Mitte weiter auf Tadić leitete. Riesenglück für Bayern, dass Tadić die Kugel fünf Meter vor Neuer nur mit dem Knie traf (47.). Kovac schäumt an der Seitenlinie vor Wut.
Neuer meinte bei "DAZN":
Dabei hatte Trainer Erik ten Hag vor dem Champions-League-Spiel gegen die Bayern noch gesagt, dass er sein Team eher auf dem Niveau der zweiten Bayern-Mannschaft (die er einst trainierte) sieht. Eine glatte Untertreibung.
Denn die glänzenden Ajax-Youngster hatte die Entscheidung mehrmals auf dem Fuß. Wie in Minute 90.+2, als Lasse Schöne mit einem klasse Freistoß aus 20 Metern Neuer, der den Ball mit seinen Fingerspitzen an die Latte lenkte, alles abverlangte.
Am Ende reichte es nicht zum Sieg, aber das spielerisch überlegene Team von Ajax hat bleibenden Eindruck in München hinterlassen.
Ten Hag:
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