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Champions League | BVB-Debakel gegen Tottenham Hotspur im Achtelfinal-Hinspiel

Tottenham nimmt BVB auseinander: "Sehr schwer zu akzeptieren"

13/02/2019 um 22:46Aktualisiert 14/02/2019 um 01:38

Für Borussia Dortmund ist das Erreichen des Champions-League-Viertelfinals nach dem Achtelfinal-Hinspiel in weite Ferne gerückt. Gegen Tottenham Hotspur verlor der BVB im Wembley-Stadion mit 0:3 (0:0) und verpasste damit auch das dringend nötige Auswärtstor. Der frühere Hamburger und Leverkusener Heun-Min Son (47. Minute), Jan Vertonghen (83.) sowie Fernando Llorente (86.) trafen für die "Spurs".

So lief das Spiel:

Wochen der Wahrheit bei Borussia Dortmund.

Nachdem der BVB zuletzt schwächelte und seit drei Spielen wettbewerbsübergreifend auf einen Sieg wartete, wollte die Mannschaft um Cheftrainer Lucien Favre ausgerechnet in der "Königsklasse" zurück in die Erfolgsspur finden. Gegen Tottenham Hotspur, das auf Stürmerstar Harry Kane verzichten musste, setzte Favre überraschenderweise unter anderem auf Mahmoud Dahoud und Ömer Toprak.

Trotz arger Personalprobleme zeigten die Dortmunder eine starke Performance gegen die "Spurs", benötigten allerdings ein wenig Zeit, um sich einzugrooven. So hatte Tottenham in der 7. Minute die große Chance zur Führung. Lucas Moura kam aus 14 Metern halblinker Position volley zum Abschluss, schoss die Kugel haarscharf rechts am Tor vorbei.

Diese Szene diente als Wachmacher. Die Dortmunder verlagerten das Spiel danach zunehmend in die gegnerische Hälfte und kamen immer wieder mit schnellem Vertikal- und Kombinationsspiel in die Gefahrenzone. Einzig beim letzten Pass hatten die Dortmunder noch Probleme.

Die beste Möglichkeit verzeichnete der BVB kurz vor der Halbzeitpause in der 45. Minute. Nach einer Hereingabe von Jadon Sancho von der rechten Seite köpfte Dan-Axel Zagadou den Ball am zweiten Pfosten auf den Kasten - Hugo Lloris hielt auf der Linie mit einer Glanztat.

Kurz nach der Pause unterlief der Borussia ein großer Fehler mit Folgen. Achraf Hakimi verlor den Ball in der 47. Minute leichtsinnig auf der rechten Abwehrseite, Jan Vertonghen brachte die Kugel anschließend punktgenau ins Zentrum. Heung-Min Son war blank, Zagadou nicht auf der Höhe, und so verwandelte der Stürmer technisch versiert volley ins linke Toreck.

Nach dem frühen Rückstand im zweiten Durchgang kamen die Dortmunder nur schwerfällig zurück in die Partie. Tottenham stellte sich taktisch situativ ein, setzte in der Folge auf schnelles Umschaltspiel. So erspielten sich die "Spurs" eine Vielzahl an Chancen, bauten die Führung jedoch vorerst nicht weiter aus.

Tottenham Hotspur - Borussia Dortmund

Tottenham Hotspur - Borussia DortmundGetty Images

Die Dortmunder blieben in der zweiten Halbzeit nahezu aktionslos. Tottenham hatte alles unter Kontrolle und war drückend überlegen. In der 83. Minute belohnten sie sich schließlich doch noch für ihren Aufwand. Nach einem Ballverlust im Aufbauspiel des BVB, brachten die Londoner den Ball aus dem rechten Halbfeld auf den zweiten Pfosten, Vertonghen war zur Stelle und markierte das 2:0.

Noch bitterer aus BVB-Sicht wurde es nur drei Minuten später. Kurz nach seiner Einwechslung war Fernando Llorente in der Offensive zur Stelle. Nach einer Ecke von der linken Seite setzte sich der Stürmer am ersten Pfosten durch und köpfte ein zum 3:0 ein. Mit diesem Gegentor begrub Tottenham nahezu alle Hoffnungen des BVB, durch eine Top-Leistung im Rückspiel doch noch ins Viertelfinale einzuziehen.

Die Stimmen:

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, aber das Tor eine Minute nach der Pause war ein Geschenk. Nachher haben wir überhastet gespielt, und es war sehr schwer, Torchancen zu kreieren. Nach der ersten Halbzeit ist es sehr schwierig, das 0:3 zu akzeptieren."

Roman Bürki (Borussia Dortmund): "Wir hatten nicht viele Chancen nach vorne. In der ersten Halbzeit hatten wir eigentlich nur eine Chance, und in der zweiten Halbzeit hatten wir fast gar keine Chancen. Immer wenn es gegen robuste Mannschaften geht, haben wir unsere Schwierigkeiten, weil wir nicht dagegenhalten können. Vor allem vorne nicht. Wenn du keinen kräftigen Spieler wie Tottenham beispielsweise mit Llorente oder Son hast, der den Ball halten kann, dann wird es extrem schwierig. Schon mehrere Wochen hintereinander bekommen wir jetzt die Gegentore durch Standards und Flanken. Wir haben einfach zu schwach verteidigt."

Tottenham Hotspur - Borussia Dortmund

Tottenham Hotspur - Borussia DortmundGetty Images

Mario Götze (Borussia Dortmund): "Wir haben ganz schnell das Tor gekriegt, das hat uns aus der Ruhe gebracht hat. In der ersten Halbzeit waren wir da - das sind dann Kleinigkeiten, die es ausmachen. Wir haben uns viel vorgenommen, aber das ist nicht aufgegangen. Wir müssen jetzt von Spiel zu Spiel denken."

Heung-Min Son (Tottenham Hotspur): "Die Flanke war super, ich musste nicht so viel machen, nur noch den Ball berühren. In der ersten Halbzeit hat es Dortmund besser gemacht, danach aber nachgelassen, und wir haben es gut gemacht. Das 1:0 fällt zu einem guten Zeitpunkt, wir haben es super gemacht."

Das fiel auf: Der personifizierte Dortmund-Killer

Die Dortmunder zeigten in Summe eine gute Leistung, machten dabei die Rechnung allerdings ohne Son. Der Ex-Leverkusener ist der personifizierte Dortmund-Killer und zeigte sich in Wembley einmal mehr von seiner besten Seite. Gegen seinen Lieblingsgegner ist Son einfach nicht zu stoppen.

In elf Pflichtspielen gegen den BVB erzielte der Torjäger satte neun Treffer. Zuletzt schoss er Borussia gleich doppelt ab. In der Champions League-Gruppenphase der vergangenen Saison brachte Son sein Team mit zwei Treffern in zwei Partien zweimal auf die Gewinnerstraße. Jetzt winkt den "Spurs" dank des Südkoreaners das Viertelfinale - Tottenham gewann in dieser Saison alle 13 Pflichtspiele, in denen der Stürmer erfolgreich war.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 7

Auf ihn haben die "Spurs" ganz besonders geachtet: Sancho, der große Nachwuchsstar des BVB. Durch seinen Einsatz in Wembley ist der Flügelspieler der siebte Engländer nach Reiss Nelson, Ashley Cole, David Beckham, Jonathan Woodgate, Owen Hargreaves und Steve McManaman, der mit einer ausländischen Mannschaft auf ein englisches Team in der Champions League traf.

Video - Dortmund vs. Gladbach: Welche Borussia krallt sich Lukebakio?

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