BVB | Drei Dinge, die auffielen: Hummels im Barça-Modus - Haaland toppt Mbappé
Borussia Dortmund hat sich im Achtelfinal-Hinspiel gegen Paris Saint-Germain mit einem 2:1 (0:0)-Sieg für einen couragierten Auftritt belohnt. Zum Matchwinner wurde einmal mehr Erling Haaland, der das Duell mit Kylian Mbappé klar für sich entschied. Der Schlüssel zum Erfolg war jedoch die oft gescholtene BVB-Defensive. Im Mittelfeldzentrum nahm Emre Can das Zepter in die Hand. Was uns auffiel.
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1. Haaland gewinnt Duell der Hochbegabten
Das Grinsen im Gesicht von Erling Haaland beim Ertönen der Champions-League-Hymne ließ bereits erahnen, wie groß seine Vorfreude auf die kommenden 90 Minuten war.
Der 19-jährige Youngster blendete den Hype der letzten Wochen um seine Person vollständig aus und zeigte auch bei seinem Debüt auf internationalem Parkett für seinen neuen Arbeitgeber eine herausragende Leistung. Haaland bediente seine Nebenleute an vorderster Front mit überlegten Zuspielen und arbeitete zudem stark gegen den Ball.
Trotzdem musste der Norweger bis weit in die 2. Halbzeit warten, ehe er seine Kaltschnäuzigkeit ein weiteres Mal unter Beweis stellte - und wie.
Erst schaltete er nach einem geblockten Schussversuch von Raphaël Guerreiro frei vor PSG-Keeper Keylor Navas am Schnellsten (69.) und keine zehn Minuten später ließ ihm Gegenspieler Thiago Silva nur für einen Moment zu viel Raum, was Haaland eiskalt mit einem fulminanten Linksschuss unter den Querbalken auszunutzen wusste (78.).
"Er ist im Strafraum immer bereit. Seine Bewegung beim 2:1, sein Tempowechsel, das ist einfach gut", honorierte Trainer Lucien Favre den Auftritt seines Schützlings.
Der "Man of the Match" selbst zeigte sich hingegen nach der Partie gewohnt bescheiden:
Während auf der anderen Seite des Platzes der ebenfalls hochbegabte Kylian Mbappé über weite Strecken der Partie in der Luft hing, stellte sein Gegenüber mit seinen persönlichen Champions-League-Treffern neun und zehn (nach sieben Partien) einen neuen Rekord auf.
Der französische Weltmeister konnte gerade einmal 37 Ballaktionen (Haaland 49) und lediglich halb so viele Abschlüsse wie der BVB-Stürmer (zwei) verzeichnen. Einzig beim zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer durch Neymar (76.), begünstigt durch einen Ausrutscher von Dan-Axel Zagadou, blitzte die Genialität Mbappés für einen kurzen Moment auf.
2. Hummels im Barça-Modus
Elf Gegentreffer in den vergangenen sechs Partien - zuletzt verging kaum ein Tag, an dem nicht über die fragile Defensive des BVB diskutiert wurde.
Umso überraschender war die Abwehrleistung ausgerechnet zu Beginn der K.o.-Phase gegen die hochgelobte Offensiv-Armada aus der französischen Hauptstadt.
"Wir haben extrem gut verteidigt und immer wieder Nadelstiche gesetzt. Großes Kompliment an die Mannschaft. Wenn wir alle zusammenhalten, dann können wir Körperlichkeit - gegen jede Mannschaft der Welt", schickte Mittelfeldregisseur Emre Can eine Warnung an die europäische Konkurrenz hinaus.
Die Borussia verteidigte in der Tat im Kollektiv sehr diszipliniert und ließ bis zum 1:1 durch Neymar keine einzige nennenswerte Offensivaktion der Gäste zu.
Insbesondere Abwehrchef Mats Hummels zeigte wie schon am 1. Vorrundenspieltag gegen den FC Barcelona im Defensivverbund eine starke Leistung. Mit seinem Pass auf den eingewechselten Giovanni Reyna leitete er zudem den Siegtreffer durch Haaland ein.
Gemeinsam mit Zagadou, der mit seiner Abgeklärtheit im Zweikampf und seinen klugen Pässen im Aufbau an eine jüngere Version von Hummels erinnerte, und dem fehlerfreien Rekordspieler Lukasz Piszczek (50. CL-Einsatz für den BVB) entnervte der ehemalige Nationalspieler das Trio Mbappe, Neymar und Ángel Di María.
Auf diese Defensivleistung lässt sich aus Sicht des BVB in den kommenden Wochen aufbauen.
3. Zweikampfmonster Can schon jetzt der Chef
Die erste gute Nachricht gab es für alle, die es mit dem BVB halten, bereits vor dem Anpfiff des Champions-League-Krachers: Der von Juventus Turin zunächst ausgeliehene Can wird auch über den Sommer hinaus das schwarz-gelbe Trikot tragen.
Wirklich überraschend kam die Nachricht jedoch nicht. Schließlich hat sich der deutsche Nationalspieler an der Seite von Axel Witsel innerhalb kürzester Zeit zum Führungsspieler in der Dortmunder Mittelfeldzentrale entwickelt.
"Er läuft extrem viel, scheut keinen Zweikampf und ist dann extrem wichtig für die Umschaltsituationen. Du brauchst jemanden wie ihn, der den Gegner attackiert und den Ball dann schnell nach vorne spielt. Da ist Emre mit seiner Physis prädestiniert", schwärmte BVB-Kapitän Marco Reus, der aufgrund einer Muskelverletzung auch den Showdown mit Ex-Trainer Tuchel verpasste, im Vorfeld der Partie.
Den Beleg für die Lobeshymnen seinen Teamkollegen lieferte Can dann in den darauffolgenden 92 Minuten. Der 26-Jährige nahm von der ersten Minute an das Zepter im Spiel des BVB in die Hand und dirigierte immer wieder seine Nebenleute. Darüber hinaus sorgte er im Spiel nach vorne mit seinen überlegten Pässen für die von Reus angesprochenen Umschaltsituationen, aus denen etliche gefährliche Situationen resultierten.
Dass Can keinen Zweikampf aus dem Weg geht, ist allgemein bekannt. Gegen Paris zog er sie aber regelrecht an und konnte am Ende ganze 19 direkte Duelle auf seinem Konto verbuchen. Und auch wenn seine Zweikampfquote noch ausbaufähig ist (36,8 Prozent), konnte er mit seiner körperbetonten Spielweise insgesamt zehn Bälle erobern und damit so viele wie kein anderer Akteur.
Gelingt es ihm in den kommenden Wochen und Monaten, die Rolle des Dirigenten im Mittelfeld weiter so auszufüllen, ist er möglicherweise genau der Spielertyp, der dem BVB lange Zeit gefehlt hat.
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