BVB zittert sich mit Sieg gegen Slavia Prag ins Achtelfinale - Roman Bürki überragend

Borussia Dortmund hat am letzten Spieltag der Gruppenphase in der Champions League mit einem 2:1 (1:1)-Zittersieg gegen Slavia Prag das Ticket für das Achtelfinale gebucht. Jadon Sancho (10.) und Julian Brandt (61.) trafen für den BVB, das Tor für die sehr stark aufspielenden Gäste schoss Tomáš Soucek (43.). Bei Dortmund sah Julian Weigl Gelb-Rot (77.), Torwart Roman Bürki verhinderte eine Pleite.

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So lief das Spiel:

Der Begriff "Offensivfeuerwerk" trifft die erste Halbzeit ganz gut. Von Abtasten keine Spur: Beide Mannschaften spielten von Beginn an forsch nach vorne und erarbeiteten sich mehrere Großchancen.
Nachdem Mats Hummels (5.) und Peter Olayinka (8.) gute Möglichkeiten vergaben, stellte Jadon Sancho in der zehnten Minute auf 1:0. Der Bundesligist startete aus dem Zentrum gegen weit aufgerückte Tschechen einen Angriff, indem Julian Brandt nach rechts in den Lauf von Marco Reus passte. Dieser marschierte mit hohem Tempo in die Box und legte auf Sancho quer, der aus geringer Entfernung einschob.
Die Gäste ließen sich davon allerdings nicht verunsichern und agierten weiter zielstrebig in Richtung gegnerisches Tor. Die mangelnde Kaltschnäuzigkeit in den Gefahrenzonen sowie die prächtig aufgelegten Schlussmänner sorgten dafür, dass es lange 1:0 stand.
In der 34. Minute erwarteten die Borussen von rechts eine Hereingabe in den Strafraum, doch Nicolae Stanciu passt wenige Meter vor die Box. Dort wurde Lukáš Masopust Flachschuss von Reus abgefälscht und flog in hohem Bogen aufs Tor. Roman Bürki machte sich lang und lenkte den Ball sehenswert über das Tor - eine Riesentat des Schlussmanns.
Kurz vor dem Seitenwechsel glich Slavia Prag leistungsgerecht zum 1:1 aus. Der tschechische Meister kombinierte sich aus dem zentralen Mittelfeld über rechts in den Sechzehner. Die vierte Anspielstation war Milan Škoda, der den Ball mit der Schulter auf Tomáš Souček querlegte. Dieser schoss flach zum 1:1-Pausenstand ins lange Eck (43.).
Dortmund bestimmte die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel. Slavia tauchte im zweiten Abschnitt lange nicht nennenswert in der Offensive auf.
In der 61. Minute ging der BVB in Front: Brandt passte im rechten Halbfeld zu Achraf Hakimi und positionierte sich anschließend in der Spitze. Sancho wurde bedient und steckte in die linke Strafraumhälfte auf Brandt durch. Dieser wuchtete aus etwas spitzem Winkel zum 2:1 ins kurze Eck.
Im Anschluss kontrollierte der derzeitige Bundesligadritte das Geschehen. Er verdiente sich den knappen Vorsprung und hielt den Ball weit vom eigenen Kasten entfernt. In den letzten 20 Minuten erhöhten die Prager den Druck und vergaben einen Hochkaräter, indem Ondřej Kúdela aus kurzer Entfernung am Kasten vorbeinickte (74.).
Drei Minuten später flog Julian Weigl wegen eines Fouls an Souček mit Gelb-Rot vom Platz, doch die Gäste schafften es in Überzahl kaum, für Torgefahr zu sorgen. Es blieb beim 2:1.

Die Stimmen zum Spiel:

Julian Brandt (Borussia Dortmund): "Heute hat vieles funktioniert. Am Ende wurde es nochmal knapp, aber wir haben gut dagegengehalten. Wir mussten unsere Hausaufgaben heute machen und dann haben wir noch das nötige Glück gehabt. Wir machen viele Tore in der zweiten Halbzeit - auch zuhause. Es gibt einem immer Kraft, wenn man auf die Kurve spielt."
Roman Bürki (Borussia Dortmund): "Wir sind ein Team. Es war klar, dass auch Arbeit auf mich zukommen würde und dafür bin ich ja auch da."
Tomáš Souček (Slavia Prag): "Ich bin stolz auf unsere Leistung. Wir haben um unseren Stolz gespielt, wir haben alles gegeben. Łukasz Piszczek lobte unsere Leistung nach dem Spiel und sagte, er habe noch nie eine tschechische Mannschaft so gut spielen sehen."
Ladislav Takács (Slavia Prag): "Ich musste mich an das hohe Tempo der Dortmunder Spieler gewöhnen. Ich habe einen Fehler gemacht, als ich nicht schnell genug reagiert habe. Ich bin froh, dass (Anm. d. Red.: Ondřej) Kolář parierte. Was meine Chance angeht: Der Ball war zu weit von mir entfernt - ich habe ihn nicht gut getroffen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Siebenfacher Bürki

Die Ausgangslage vor dem Matchday war klar: Die Borussen mussten gegen Slavia Prag besser abschneiden als Inter Mailand im Parallelspiel gegen den FC Barcelona. Dass die Tschechen auswärtsstark sind, das bewiesen sie in dieser Gruppenphase (1:1 bei Inter, 0:0 in Barcelona). Doch dass BVB-Keeper Bürki gar so viel zu halten bekommen würde, davon war nicht auszugehen. 18 Schüsse standen auf Slavias Habenseite - und damit zwei mehr als beim BVB. Bürki avancierte zum Dortmunder Matchwinner, überzeugte vor allem mit tollen Reflexen. Seine sieben Paraden stellten seinen persönlichen Champions-League-Bestwert dar.

Die Statistik: 6

Schon wieder ein "Endspiel" zum Abschluss der Gruppenphase: Für die Borussen ging es in der Königsklasse seit der Spielzeit 2011/12 bereits zum sechsten Mal darum, den Achtelfinaleinzug in ihrer letzten Gruppenpartie klarzumachen.
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