Champions-League-Vorhersage: "Die Party ist vorbei für Zidane"
Von Adrián G. Roca
Publiziert 17/09/2019 um 08:37 GMT+2 Uhr
Die Titel-Jagd in der Champions League ist wieder eröffnet. Das Eurosport-Netzwerk gibt Vorhersagen ab und spekuliert auf ein Scheitern von Real. Auch die Titelverteidigung von Jürgen Klopp und dem FC Liverpool sehen die Redakteure auf wackeligen Beinen. Beim Torschützenkönig sind sich alle einig, dass sie sich nicht einig sind. Nur beim Newcomer für die kommende Saison sind sich fast alle einig.
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Die neue Saison in der Champions League steht an. Während auf Borussia Dortmund mit Inter Mailand und dem FC Barcelona schwere Aufgaben in Gruppe F warten, hat der FC Bayern unter anderem Tottenham zugelost bekommen.
Die neue Saison wird spannend, nicht nur in den Gruppen mit deutschen Teams. Schafft Liverpool mit Jürgen Klopp die Titelverteidigung, und wer könnte die Überraschung in der Königsklasse werden? Das Eurosport-Netzwerk diskutiert und die Redakteure geben ihre Prognosen ab.
Welches Team wird gewinnen?
Alessandro Dinoia (Eurosport Italien): Juventus hat alle Voraussetzungen, um die Champions League zu gewinnen. Die Verantwortlichen wollten eine Philosophieveränderung und haben Massimiliano Allegri durch Maurizio Sarri ersetzt. Denn nur mit schönem Fußball ist es möglich, die begehrteste Trophäe zu gewinnen. Es braucht Zeit, aber die anfänglichen Schwierigkeiten werden schnell vergessen sein, wenn Juves Projekt langfristig funktioniert. Nach acht Jahren der Machtdemonstration in der Serie A, könnte in diesem Jahr die Champions League hinzukommen. Auch Manchester City, Barcelona und Real Madrid, die größten Konkurrenten in Europa, müssen ihre Kontinuität erstmal unter Beweis stellen. Nur Liverpool ist bereits stark gestartet.
Adrian Garcia (Eurosport Spanien): Der FC Barcelona, wenn Lionel Messi will. Ein Fakt, der sich jedes Jahr erneut wiederholt im Camp Nou. Der Albtraum gegen Liverpool war ein Unfall (wie bereits zwei Jahre zuvor gegen den AS Rom). Ernesto Valverde hat neben Messi mit Antoine Griezmann, Luis Suarez on fire und einem funktionierenden Frankie de Jong, die besten Offensive.
Florian Bogner (Eurosport Deutschland): Manchester City. Warum? Tabelle der Premier League letztes Jahr anschauen. Kader anschauen. Trainer anschauen. Noch Fragen? Das einzige Aber ist für mich Peps Versessenheit, seine Mannschaft zu verkopft aufzustellen. Ich denke aber, dass er aus seinen Fehlern gelernt hat und sich sein Team dieses Mal bei den einfachen Dingen besser anstellen wird.
Marcus Foley (Eurosport England): Ich denke, es ist ziemlich schwierig, an Manchester City vorbeizukommen – vergangene Saison war ihre größte Schwäche, die übermäßige Abhängigkeit von Fernandinho, der der beste Mittelfeldspieler der Liga war. Also haben sie mit Rodri einen 70-Millionen-Euro-Spieler unter Vertrag genommen, der mit dem Brasilianer in Konkurrenz tritt. Aymeric Laporte zu verlieren ist ein harter Schlag, aber Pep Guardiola hat John Stones in der Reserve und könnte noch jemanden im Transferfenster vor der K.o.-Phase verpflichten. Barcelona hat immer eine Chance, aber Ernesto Valverde bleibt ein zu konservativer Trainer, der sie in den wichtigsten Momenten zurückhält.
Welches Team wird enttäuschen?
Alessandro Dinoia (Eurosport Italien): Borussia Dortmund muss gegen Barcelona antreten, nach drei Siegen und einer Niederlage in der Bundesliga. Gruppe F ist wohl am ausgeglichensten und für Überraschungen gut: Hinter Barca, die Favorit auf den Gruppensieg sind, könnte Inter auf Rang zwei landen und Dortmund damit in die Europa League schicken. Egal wie, es wird ein spannender Kampf um die ersten beiden Plätze.
Adrian Garcia (Eurosport Spanien): Vielleicht Real Madrid und bestimmt auch Manchester City. Das Team von Pep Guardiola kann sehr schön spielen, hat aber nicht diesen Wettbewerbsgedanken und das Glück wie Liverpool oder Real Madrid in den wichtigen Phasen.
Florian Bogner (Eurosport Deutschland): Real Madrid. Die Party ist vorbei für Zidane. Eden Hazard reicht in der Champions League nicht aus. Die anderen talentierten Jungs (Vinicius, Jovic, Rodrygo) werden mindestens noch eine Saison brauchen, um auf internationalem Niveau zu wachsen. Man kann sich also spätestens im Viertelfinale von Real verabschieden. Zweiter Kandidat für eine Spielzeit zum Vergessen: Tottenham. Das vergangene Jahr war märchenhaft bis zum Finale - ein weiterer (Glücks-)Lauf wird nicht wieder passieren.
Marcus Foley (Eurosport England): Juventus scheint alles darauf gesetzt zu haben, dass Cristiano Ronaldo ihnen die Champions League sichert, also stellt alles andere als ein Sieg eine Enttäuschung dar. Man sollte berücksichtigen, dass Maurizio Sarri eine Weile brauchen wird, um seine Methoden zu verwirklichen und sie sind in einer Gruppe, die augenscheinlich ein sehr starkes Atleti enthält. Es sieht aus, als könnte es ein enttäuschendes Jahr werden.
Wer wird Torschützenkönig?
Alessandro Dinoia (Eurosport Italien): Wir wetten auf Cristiano Ronaldo. Er ist eine Lebensversicherung in der Königsklasse. Das Duell mit Lionel Messi wird aufregend, wie immer. Aber Messi erholt sich noch von einer Verletzung und das hat ein paar Zweifel gelassen, ob er schon so früh auf Topniveau sein kann.
Adrian Garcia (Eurosport Spanien): Lionel Messi. Auch wenn seine ominöse Verletzung ein bisschen besorgniserregend ist.
Florian Bogner (Eurosport Deutschland): Hm... Messi oder Ronaldo? Messi oder Ronaldo? Messi oder Ronaldo? Messi oder ... Ich glaube, ich nehme Robert Lewandowski. Der Pole ist in seiner sechsten Saison bei den Bayern absolut heiß drauf, es in der Champions League nochmal richtig krachen zu lassen. Der Bayern-Stürmer ist prinzipiell in der Lage, Olympiakos und Roter Stern alleine aus der Gruppe zu schießen, dazu sind bestimmt auch ein, zwei Tore gegen Tottenham drin. Bleibt die Frage, ob er anschließend mit dem Makel aufräumen kann, in der Königsklasse meistens nur in der Gruppenphase Zielwasser getrunken zu haben ...
Marcus Foley (Eurosport England): Lionel Messi.
Wer wird der aufstrebende Star?
Alessandro Dinoia (Eurosport Italien): Atlético Madrid hat 126 Millionen Euro für Joao Felix ausgegeben. Ein Rekord für den spanischen Klub, der auch mit Jorge Mendes verhandelt hat. Felix ist ambitioniert und hat mit 19 Jahren bereits sein Können gezeigt. Es wird spannend, ihn direkt gegen Juventus zu sehen. Auch auf Duvan Zapata sollte man ein Auge haben, ein Torjäger, der in der Serie A den Unterschied macht. Er könnte Atalanta helfen, zu überraschen.
Adrian Garcia (Eurosport Spanien): Joao Félix. Allerdings liegt der Fokus jetzt eher auf dem 16-jährigen Ansu Fati. Trifft er gegen Dortmund, ist der jüngste Torschütze in der Champions-League-Geschichte.
Florian Bogner (Eurosport Deutschland):
Er schafft es vielleicht nicht über die Gruppenphase hinaus - trotzdem sollte die Champions League Kai Havertz schon mal auf der großen Bühne begrüßen. In den kommenden Jahren wird der Youngster sie mit prägen - allerdings nicht mit Bayer Leverkusen. Im Endeffekt ist Havertz das größte Talent der Bundesliga, seit ... ja, wem eigentlich? Havertz ist vielseitiger als Toni Kroos, ein besserer Scorer als Mesut Özil und ein kompletterer Spieler als Leroy Sané. Also einfach genießen!
Marcus Foley (Eurosport England): Joao Felix – sie haben ein Vermögen für ihn ausgegeben, aber er ist erst seit Januar 2018 wirklich ein Star und hat noch nie in der Champions League gespielt.
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