Drei Dinge, die bei Real Madrid gegen Manchester City auffielen

Manchester City hat den ersten Teil des Gigantenduells im Achtelfinale gegen Real Madrid verdient für sich entschieden (2:1). City-Coach Pep Guardiola überraschte dabei wie sein Gegenüber Zinédine Zidane mit personellen Veränderungen in der Startformation - letztlich gingen jedoch nur die des Spaniers auf. In der Real-Defensive entpuppte sich Dani Carvajal als Schwachpunkt. Was uns auffiel.

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1. Ohne Kroos fehlt Real die Kreativität

Die Fans von Real Madrid dürften sich bei Bekanntgabe der Startformation verwundert die Augen gerieben haben: Toni Kroos nur auf der Ersatzbank? Immerhin bestritt der deutsche Nationalspieler in der laufenden Spielzeit 31 der 36 Pflichtspiele für die Königlichen - 30 Mal von Beginn an. An Stelle von Kroos begann jedoch Youngster Federico Valverde im Mittelfeldzentrum an der Seite von Casemiro und Luka Modric.
Die Rolle von Kroos im Offensivspiel konnte jedoch keiner der drei adäquat ausfüllen. Während sich Casemiro wie gewohnt auf seine Qualitäten als Abräumer konzentrierte, fehlte Modric und Valverde schlichtweg die zündende Idee, um das Spiel nach vorne anzukurbeln. Am Ende konnte weder der Weltfußballer von 2018 noch der Kroos-Ersatz seine Nebenmänner entscheidend in Szene setzen.
Gerade diese Qualitäten zeichnen dagegen Kroos aus, was die Frage aufwirft, warum Trainer Zinédine Zidane den Regisseur über die komplette Spielzeit auf der Bank schmoren ließ. Nach dem Spiel erklärte der Real-Coach auf der Pressekonferenz seine Entscheidung:
Zidane erklärte weiter: "Ich habe für dieses Spiel einen anderen Spieler gewählt." Nationalmannschaftskollege Ilkay Gündogan brachte nach der Partie ebenfalls etwas Licht ins Dunkel. Nach dem Spiel verriet Kroos ihm:
Letztlich konnten die Hausherren lediglich drei Schüsse auf den Kasten der Citizens verbuchen, was auch auf das Fehlen von Kroos zurückzuführen ist.

2. ManCity macht Carvajal als Schwachpunkt aus

Es war die entscheidende Szene im Estadio Santiago Bernabéu: Der eingewechselte Raheem Sterling zog auf der linken Seite mit viel Tempo an Dani Carvajal vorbei, der sich nur mit einem plumpen Foul zu helfen wusste. Den fälligen Strafstoß verwandelte Kevin De Bruyne humorlos (83.) und bescherte den Skyblues somit eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel auf der Insel.
Der Dauerbrenner auf der Rechtsverteidigerposition erlebte insgesamt einen gebrauchten Abend und heizt damit die Diskussionen über eine Rückholaktion von Borussia Dortmunds Achraf Hakimi weiter an. Der 28-Jährige verlor die meisten Bälle auf dem Platz (17) und offenbarte im Defensivverhalten immer wieder Geschwindigkeitsdefizite gegen Gabriel Jesus und Joker Sterling.
Bereits beim 1:1-Ausgleich durch Jesus gab Carvajal gemeinsam mit seinen Nebenmännern keine gute Figur ab, als er Flankengeber De Bruyne zu viel Platz ließ (78.). Manchester City wusste die Schwachstelle der Madrilenen geschickt auszunutzen und initiiere den Großteil ihrer Angriffe über die linke Außenbahn. Gleichzeitig hinderten sie den spanischen Nationalspieler an einem seiner durchaus gefürchteten Flankenläufe.
So verwundert es nicht, dass der Führungstreffer (60.) und nahezu alle gefährlichen Situationen von Real über die linke offensive Seite eingeleitet wurden.

3. Guardiola liegt mit Agüero-Verzicht goldrichtig

Nicht nur Zidane überraschte vor dem Gipfeltreffen mit seiner Startformation, sondern auch City-Coach Pep Guardiola zauberte einen Joker aus dem Ärmel. Der ehemalige Bayern-Trainer verzichtete auf Torjäger Sergio Agüero und ersetzte ihn durch Gabriel Jesus, der jedoch größtenteils auf dem linken Flügel zu Hause war. Den Part der einzigen Sturmspitze übernahm etwas überraschend De Bruyne in Form der falschen Neun.
Eine gewagte Personalentscheidung, die am Ende vollends aufgehen sollte. Jesus war in der ersten Halbzeit der auffälligste Akteur auf dem Platz und hätte City bereits um ein Haar früh in Führung gebracht (21./45.). Seinen starken Auftritt krönte der Youngster mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich, als er sich im Kopfballduell mal eben gegen Real-Kapitän Sergio Ramos robust durchsetzte.
Der Titel Spieler des Spiels wanderte trotzdem in den Besitz seines belgischen Sturmpartners, der erst das 1:1 mit einer butterweichen Hereingabe vorbereitete und schließlich vom Elfmeterpunkt selbst traf. Darüber hinaus war De Bruyne in ungewohnter Rolle der Dreh- und Angelpunkt im Spiel des englischen Meisters und kreierte zahlreiche Chancen für seine Mannschaftskollegen.
"Ich denke wir haben ein gutes Spiel gemacht. Am Anfang haben wir etwas zu viel Respekt gehabt. Die zweite Halbzeit war viel besser. Vor allem die Reaktion der Mannschaft auf den Rückstand war sehr gut. Wir haben einige Chancen bekommen und ich bin glücklich, dass wir noch zwei Tore gemacht haben ", konstatierte der Matchwinner.
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