FC Bayern in der Einzelkritik: Barça-Albtraum Thomas Müller

Der FC Bayern München zerlegt den FC Barcelona im Viertelfinale der Champions League mit 8:2 (4:1). Thomas Müller wird erneut zum Albtraum der Blaugrana. Robert Lewandowski zeigt seine Teamplayer-Seite und Alphonso Davies liefert einen Moment für die Ewigkeit. Manuel Neuer entscheidet das Duell mit Marc-André ter Stegen klar für sich und Philippe Coutinho glänzt mit Effizienz. Die Einzelkritik.

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Manuel Neuer: Gewann das Duell mit Marc-André ter Stegen haushoch und hatte paradoxerweise auch seinen Anteil am 8:2, weil er beim Stand von 1:1 gegen Suárez im Eins-gegen-Eins cool bleib (9.). Von Alabas Bogenlampe (7.) überrascht, beim 2:4 (Suárez, 57.) machtlos. Spielte anders als sein Kontrahent ums DFB-Tor keinen Fehlpass in die eigene Hälfte (22 von 22) und parierte insgesamt vier Torschüsse.
Note: 2
Joshua Kimmich: Wie gegen Chelsea für den noch verletzten Pavard rechts hinten gebraucht. Am Anfang zweimal überlaufen, so auch beim 1:1 durch Jordi Alba (7.), wurde dann aber souveräner. Spätestens mit seiner Vorlage zu Müllers 4:1 (31.) im Soll, veredelte später Davies' Solo zum 5:2 (63.). Am Ende mit acht Flanken und sieben Torschussvorlagen - Bestwerte auf dem Platz. Gewann zudem zehn seiner zwölf Zweikämpfe.
Note: 2
Jérôme Boateng (bis 76. Minute): Stand seinen Mann gegen Suárez, wenngleich dieser ihn zur Gelben Karte zwang (43.) und vor dem 2:4 (57.) austanzte. Umsichtig mit drei klärenden Aktionen.
Note: 2,5
David Alaba: Schaute nach seinem ersten Eigentor im 384. Pflichtspiel für Bayern ungläubig in den Himmel. Zu Beginn dem Pressing-Stresstest ausgesetzt, spielte er mit fortlaufender Uhr immer sicherer raus und war in der zweiten Halbzeit defensiv kaum mehr gefordert.
Note: 2,5
Alphonso Davies (bis 84.): Nervöser Beginn, machte die Seite teilweise zu weit auf, wenn er auf Messi schob - alles spätestens in der 63. Minute vergessen. Wie er dort Messi, Vidal und Semedo stehen ließ und Kimmich das 5:2 auflegte, gehört auf ein Poster. Oder ins Lehrbuch. Gewann zudem zehn von zwölf Zweikämpfen. Absoluter Shootingstar in die Weltspitze, der 19-Jährige.
Note: 1,5
Leon Goretzka (bis 85.): Mit Davies die Entdeckung der Saison. Hatte seine auffälligste Szene, als er Gnabry genial per Direktchip über Piqué zum vorentscheidenden 3:1 bediente (28.). Mit Perisic nach Lewandowski (sechs Torschüsse) der Abschlussfreudigste (vier), wenn auch ohne Fortune. Sonst sehr mannschaftsdienlich, lief fiele Löcher zu, antizipierte gut (vier abgefangene Bälle).
Note: 2
Thiago Alcántara: Gegen seinen Ex-Klub in Zockerlaune, daran änderten auch ein paar Misshandlungen durch Suárez nichts. Meiste Ballkontakte (84), meiste erfolgreiche Pässe (71 von 74) - Bayerns Gehirn war dabei oft der Initiator vor dem entscheidenden Assist. Ein Hingucker definitiv sein No-Look-Pass auf Goretzka vor dem 3:1 (28.).
Note: 1,5
Serge Gnabry (bis 75.): Immer zielstrebig, immer giftig. Entnervte Barcelonas Abwehr durch seine Läufe. Trieb sich auch oft zentraler rum. Ganz wichtige Balleroberung und Vorbereitung vor Perisics 2:1 (22.), zudem eiskalt vor ter Stegen beim 3:1. Spielte keinen (!) Fehlpass.
Note: 1
Thomas Müller: Die personifizierte Geilheit auf den Sieg. Oder kurz gesagt: In WM-Form bei dieser Mini-WM. In seinem 113. Champions-League-Spiel erneut Lauf- und Ansagenwunder, eröffnete den Torreigen schon nach vier Minuten, nachdem er selbst den Ball in der eigenen Hälfte erobert hatte, und gab Barcelona mit dem 4:1 schon den Rest (43.) - bereits sein sechster Treffer gegen die Katalanen, niemand traf international häufiger gegen die Blaugrana. Hintenraus noch Vorlagengeber für Coutinhos 7:2 (85.). Oder kurz: Man of the Match.
Note: 1
Ivan Perisic (bis 67.): Bekam von Flick den Vorzug vor Coman und Coutinho und rechtfertigte diesen erneut mit phantomartiger Kaltschnäuzigkeit. Seinen Treffer zum 2:1 (22.) erzielen - leicht abgefälscht hin oder her - jedenfalls nur sehr wenige auf diese Art. Warum hat Bayern den eigentlich noch nicht fest verpflichtet?
Note: 2
Robert Lewandowski: Musste lange 82 Minuten plus einen Videocheck auf sein Tor warten - dann war der Pole auch erlöst. Wirkte zuvor ein bisschen verbissen, schmiss sich aber aufopferungsvoll in seine Gegenspieler und schaffte so viele Räume, in denen andere glänzen konnten. Zudem mit dem umsichtigen Assist für Müller beim 1:0 (4.), als er nicht mit dem Kopf durch die Wand wollte, sondern den besser postierten Mitspieler sah. Beim 4:1 außerdem mit der entscheidenden Pressingaktion. Führte nach Messi (15) die meisten Zweikämpfe (14) auf dem Platz.
Note: 2
Kingsley Coman (67. Minute für Perisic): Machte nahtlos da weiter, wo Perisic aufgehört hatte, wurde sogar noch häufiger angespielt - wird sich fürs Halbfinale aber erneut auf einen Bankplatz einstellen müssen.
Note: 2
Philippe Coutinho (75. für Gnabry): Sicherlich enttäuscht, gegen seinen eigentlichen Klub nicht in der Startelf zu stehen. Der Leihspieler steckte das aber bravourös weg, legte Lewandowski das 6:2 auf (82.) und traf selbst überlegt zu 7:2 (85.) und 8:2 (89.) - drei Scorerpunkte in 15 Minuten.
Keine Note
Niklas Süle (76. für Boateng): Bayern-Maskottchen in Portugal, der Gute-Laune-Hüne kommt nach Kreuzbandriss aber auch zu Spielminuten. Diesmal als Absicherung für den gelbbelasteten Boateng.
Keine Note
Lucas Hernández (84. für Davies): Den 80-Millionen-Mann beim Stand von 6:2 gegen Barcelona sechs Minuten vor Schluss einwechseln - kann man so machen. Schluckte seinen Stolz runter, legte Coutinho zum 8:2 (89.) auf. Hat allerdings das Pech, dass seine Positionen weiter von Davies und Alaba belegt sind.
Keine Note
Corentin Tolisso (84. für Goretzka): Regelte in den letzten Minuten den Verkehr im Bayern-Mittelfeld. Wie Coman, Coutinho und Hernández aber weiter nur Edeljoker.
Keine Note
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