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Mit einem Bein im Viertelfinale: Bayern überrollt chancenloses Chelsea

Mit einem Bein im Viertelfinale: Bayern überrollt chancenloses Chelsea

25/02/2020 um 22:52Aktualisiert 26/02/2020 um 08:44

Der FC Bayern hat sich im Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Chelsea eine exzellente Ausgangsposition für das Rückspiel in drei Wochen geschaffen. Das Team von Trainer Hansi Flick bezwang die Blues an der Stamford Bridge verdient mit 3:0 (0:0). Serge Gnabry brachte den Rekordmeister mit einem Doppelpack binnen vier Minuten in Führung (51./54.), Robert Lewandowski besorgte den Endstand (76.).

So lief das Spiel:

Es war nicht nur das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den FC Chelsea für die Münchner, sondern gleichzeitig die Revanche für das missglückte "Finale Dahoam" - dem Endspiel der Königsklasse 2012, das der FC Bayern München im Elfmeterschießen gegen die "Blues" unglücklich verlor. Den Schmerz liefen sich die Münchner bereits ein Jahr später aus den Knochen. Dennoch: Ganz abgeschlossen hatten sie mit diesem Finale noch nicht.

Gegen Chelsea setzte FCB-Trainer Hansi Flick wieder auf eine Viererkette, brachte zudem Thomas Müller zurück in die Startelf. Die Hausherren variieren zwischen Dreier- und Viererkette und agierten in Person von Olivier Giroud mit einer einzigen Spitze. Die Münchner übernahmen hierbei den dominanten Part, Chelsea nahm die Außenseiterrolle an, setzte auf eine kompakte Defensive und schnelles Umschaltspiel.

Bis zur Pause generierte der deutsche Rekordmeister 68 Prozent Ballbesitz, konnte diesen jedoch nur selten nutzen. Die beste Gelegenheit vergab Müller in der 35. Minute. Nach einer Flanke von der linken Seite von Serge Gnabry war der Offensivspieler im Strafraum mit dem Kopf zur Stelle und scheiterte am Querbalken.

Chelsea hatte in dieser Szene Glück, zeigte sich allerdings auch selbst in der Offensive gefährlich. In der 43. Minute kam Marcos Alonso aus 14 Metern halblinker Position frei zum Abschluss, nachdem Benjamin Pavard ins Leere grätschte. Manuel Neuer hielt mit einer starken Parade.

Im zweiten Durchgang zeigte der FC Bayern ein anderes Gesicht und stellte die Weichen binnen drei Minuten auf Sieg. In der 51. Minute setzte sich Thiago im Zentrum durch, spielte den Pass auf Gnabry, der aufdrehte und einen Ausrutscher von César Azpilicueta ausrutschte. Er steckte durch auf Robert Lewandowski, der die Schusschance hatte, sich jedoch für den Querpass auf Gnabry entschied. Schuss aus zehn Metern - 1:0 für die Bayern.

In der 54. Minute der nächste Streich - wieder war es eine Koproduktion zwischen Gnabry und Lewandowski. Nach einem doppelten Doppelpass kam Gnabry aus zwölf Metern halblinker Position zum Abschluss und verwandelte punktgenau ins rechte Toreck zum wichtigen 2:0 für den FC Bayern.

Chelsea musste aufgrund der zwei Gegentore im heimischen Stadion antworten, die Münchner verringerten die Pressingmomente auf höchster Linie und setzten vermehrt auf das eigene Umschaltspiel. So wie in der 76. Minute: Der eingewechselte Philippe Coutinho passte auf Alphonso Davies, der den Turbo anschmiss, allen Chelsea-Akteuren davonrannte und den Ball von der linken Seite im Strafraum querlegte. Lewandowski war aus kurzer Distanz zur Stelle und markierte das 3:0.

In der 84. Minute folgte der nächste Rückschlag für Chelsea. Nach einem Schlag ins Gesicht von Lewandowski zeigte Referee Clément Turpin nach Eingreifen des VAR die Rote Karte gegen Marcos Alonso. Er fehlt den "Blues" im Rückspiel in rund drei Wochen genauso wie Jorginho, der mit einer Gelbsperre ausfällt.

Die Stimmen:

Serge Gnabry (FC Bayern München): "Wir sind stark rausgekommen, haben viel Druck gemacht auf Chelsea und haben unsere Umschaltmomente gut genutzt. Es tut gut, immer wieder zurückzukommen (nach London, Anm. d. Red.), viele Freunde waren im Stadion, die verleihen mir ein bisschen Kraft und so lief es."

Thomas Müller (FC Bayern München): "Natürlich brauchst du immer ein bisschen Glück, aber im Moment fühlen wir uns einfach richtig gut. Wir wussten, dass wir das Tempo erhöhen mussten, um zu gewinnen und das haben wir getan. Wir sind nicht perfekt und wir wissen, dass noch viel Arbeit auf uns wartet."

Frank Lampard (Trainer FC Chelsea): "Es war eine harte Nacht. Das ist Fußball auf diesem Niveau. Wir waren nicht zuversichtlich, was den Ball angeht und es war eine harte Lektion für uns."

Das fiel auf: Polnischer Topscorer

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 6

Gnabry und London - das passt. Alle seine sechs Champions League-Tore erzielte der deutsche Nationalspieler in London: vier gegen Tottenham, zwei Gegen Chelsea. Er ist der erste Spieler in der "Königsklasse", dem das gelang.

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