35 Grad, leichter Wind, portugiesische Atlantikküste.

Wo andere traumhaften Urlaub machen, bereitet sich der FC Bayern auf das Champions-League-Finalturnier in Lissabon vor.

Champions League
Messi oder Lewandowski? Die unnötigste Debatte der Welt
11/08/2020 AM 09:40

"Es ist ganz wichtig, dass wir uns an die Temperaturen gewöhnen", sagte Flick vor der ersten Trainingseinheit des deutschen Meisters und Pokalsiegers in Portugal.

Doch der Coach steuert die Vorbereitung auf das Viertelfinale in der Königsklasse gegen den FC Barcelona am kommenden Freitag (ab 21:00 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) bewusst, gab seinem Team am Montagnachmittag trainingsfrei. "Wir müssen die Akkus aufladen", meinte Flick.

Müller: "Lockerheit darf nicht fehlen"

Die Regeneration vor dem Gigantenduell mit Lionel Messi und Co. ist angesichts der hohen Temperaturen natürlich enorm wichtig. Genauso wie die Stimmung innerhalb des Teams.

"Wir müssen eine Wohlfühlatmosphäre schaffen. Wir müssen frisch sein am Freitag, nicht sagen: Wir sind in Portugal, in der Nähe des Meeres, jetzt machen wir eine Urlaubsreise", fasste Thomas Müller die Situation zusammen und fügte an: "Aber der Schuss Lockerheit darf trotzdem nicht fehlen."

Coman und Boateng wieder im Training

Für den Kracher gegen den FC Barcelona kann Flick fast aus dem Vollen schöpfen. Lediglich der verletzte Benjamin Pavard sowie der angeschlagene Joshua Zirkzee standen dem Bayern-Coach am Montag noch nicht zur Verfügung.

Hingegen waren sowohl der zuletzt gegen Chelsea geschonte Kingsley Coman sowie der angeschlagene Jérôme Boateng mit dabei.

Beste Voraussetzungen, um gegen die zuletzt etwas kriselnden Katalanen zu bestehen. "Wir freuen uns auf Barcelona und fiebern dem Spiel entgegen. Wir wollten nicht nur das Ergebnis verwalten und uns locker flockig durchmogeln, sondern klar machen, dass mit uns zu rechnen ist", schickte Müller nach dem Weiterkommen gegen Chelsea gar eine Kampfansage an den Kontrahenten voraus.

Bayern gegen Barcelona: Gute Erinnerungen an 2013, schlechte an 2009 und 2015

Dreimal standen sich die Bayern und Barcelona in der jüngeren Vergangenheit in der Champions-League-K.o.-Runde gegenüber, zweimal zogen Münchner allerdings den Kürzeren.

2009 gingen die Münchner mit Trainer Jürgen Klinsmann im Viertelfinale unter (0:4/1:1), 2015 unterlag das Guardiola-Team den Spaniern im Halbfinale (0:3/3:2). Beide Male sicherte sich Barça anschließend den Titel.

Der FC Bayern schaltete die Katalanen lediglich 2013 im Semifinale deutlich aus (4:0/3:0) und holte sich dann im Finale gegen Borussia Dortmund auch den Pokal im Wembley-Stadion (2:1).

Champions-League-Halbfinale 2013: Der FC Bayern schlägt den FC Barcelona insgesamt mit 7:0. Arjen Robben (r.) erzielte im Hin- und im Rückspiel jeweils ein Tor

Fotocredit: Getty Images

FC Bayern ist 2020 Favorit

Während alle Duelle im Vorfeld auf Augenhöhe erwartet wurden, sind in diesem Jahr die Bayern Favorit. Haushoher Favorit.

Das liegt zum einen an der überragenden Form der Münchner, seitdem Hansi Flick das Zepter Anfang November übernommen hat. Lediglich zwei Niederlagen stehen seitdem zu Buche. In der Bundesliga-Rückrunde holte der FCB beeindruckende 49 von 51 möglichen Punkten, schnappte sich nach der Meisterschaft auch den DFB-Pokal und hat in der Champions League zudem alle acht Partien gewonnen. Neuer Rekord.

Torjäger Robert Lewandowski spielt die Saison seines Lebens, kommt in 44 Pflichtspielen auf atemberaubende 53 Treffer und acht Torvorlagen. Die Bayern sind in dieser Form der Topfavorit auf den Titel.

Doch Müller warnt: "Barcelona ist nicht spanischer Meister. Aber in einem Spiel, mit diesen Spielern, kann alles passieren. Da kannst du die ganzen Rekordserien schnell in die Tonne kloppen."

Lionel Messi ist der Unterschiedsspieler

Allen voran haben die Katalanen mit Lionel Messi den Unterschiedsspieler schlechthin in ihren Reihen. 31 Tore und 27 Vorlagen in 43 Pflichtspielen sprechen eine deutliche Sprache, der sechsmalige Weltfußballer ist auch in dieser Saison eine absolute Ausnahmeerscheinung. Erwischt er einen Sahnetag, ist mit Barça mit einem Spiel immer zu rechen.

Doch mit Luis Suárez, Antoine Griezmann, Frenkie de Jong und Sergio Busquets stehen viele weitere Superstars in den Reihen der Spanier. Flick warnte daher davor, sich nur auf Messi zu konzentrieren. "Das kann ein Problem sein, denn sie haben viele starke Spieler, auf die man aufpassen muss", erklärte der 55-Jährige.

Sein Gegenüber, Quique Setién, hat seinerseits Respekt vor dem FCB, glaubt aber auch an die Stärke seiner Mannschaft. "Es wird schwierig für uns, aber auch für sie. Sie sind ein exzellentes Team, aber das sind wir auch", machte der 61-Jährige deutlich.

Auf ihn wird es am Freitag wieder einmal ankommen: Barça-Superstar Lionel Messi

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Barça-Trainer Setién: "Müssen alles gewinnen"

Barça wäre nicht Barça, wenn sie sich selbst in einer Außenseiterrolle sehen würden. Denn ähnlich wie beim FC Bayern streben die Katalanen immer nach dem Maximum. "Wir sind der FC Barcelona und daher müssen wir alles gewinnen", betonte Setién. Understatement sieht trotz der Bayern-Dominanz anders aus.

Der Trainer steht allerdings bereits gewaltig unter Druck, dabei übernahm er das Team erst Anfang des Jahres von Ernesto Valverde. Doch nach der verpassten Meisterschaft im Fernduell mit Real Madrid sowie dem Pokalaus im Viertelfinale gegen Bilbao (0:1) ist Barcelona noch titellos.

Bayern wollen das zweite Triple nach 2013

Die bisher letzte Saison in der Barça komplett leer aus ging, war die Spielzeit 2007/08. Die Königsklasse ist daher die letzte Chance diese Erfolgsserie aufrechtzuerhalten.

Auf der anderen Seite peilen die Bayern das zweite Triple der Vereinsgeschichte nach 2013 an und lassen nach außen hin auch keine Zweifel an ihren Ansprüchen aufkommen. "Das Triple ist unser Ziel, keine Frage", sagte Leon Goretzka und fügte mit Blick auf das Abenteuer in Lissabon hinzu: "Wir sind total heiß und freuen uns auf die Reise."

Am Donnerstag geht es für den FC Bayern dann von der Atlantikküste in die portugiesische Hauptstadt. Doch Barcelona und der Triple-Traum sind trotz 35 Grad schon jetzt fest in den Köpfen aller Spieler verankert.

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