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Erster Schritt gemacht: Hans-Dieter-Fußball macht Bayern fit für den BVB

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Hans-Dieter Flick - FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

VonFlorian Bogner
07/11/2019 Am 13:08 | Update 07/11/2019 Am 13:08
@flopumuc

Hat Hans-Dieter Flick eine Zukunft als Trainer des FC Bayern München? Seine erste Aufgabe erfüllt der Interimscoach gegen Olympiakos Piräus in der Champions League routiniert. Beim 2:0 führen konservative Mittel mit aggressiven Elementen zum gewünschten Erfolg. Die Mannschaft kann sich nun voll auf das Duell mit Borussia Dortmund konzentrieren - und die Bosse weiter über die Trainerfrage grübeln.

Aus der Allianz Arena berichtet Florian Bogner

Uli Hoeneß schlenderte recht vergnügt durch die Interviewzone der Allianz Arena. Für ein Statement blieb er nicht stehen, reagierte aber auf einen Zuruf.

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"Wer wird denn Trainer?", wollte ein Journalist wissen. Und Hoeneß lachte im Vorbeigehen:

Gute Frage!

Hoeneß in Trainerfindung nicht involviert

Für den scheidenden Präsidenten des FC Bayern München war es, nur mal so, tatsächlich das letzte Champions-League-Spiel in Amt und Würden.

Der 67-Jährige räumt dieser Tage sein Büro an der Säbener Straße, am Freitag in der kommenden Woche wird er bei der Jahreshauptversammlung des Klubs abdanken. Und sich, natürlich, nochmal gebührend feiern lassen.

Das Zepter hat er bereits abgeben. Über den neuen Trainer entscheidet er nur noch indirekt, als Aufsichtsrat.

"Karl-Heinz Rummenigge und ich haben die Aufgabe, den Trainer zu finden", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic am Mittwochabend nach dem glanzlosen 2:0 in der Champions League gegen Olympiakos Piräus: "Wir werden gemeinsam entscheiden, aber dann selbstverständlich dem Aufsichtsrat vorlegen, was wir vorhaben."

Hans-Dieter, genannt Hansi, Flick ist dabei weiter eine Option - wenn auch nicht die aktuell angestrebte 1a-Lösung. Darauf deuten alle aktuellen Aussagen.

Flick erfüllt seinen (aktuellen) Zweck

Seinen ersten Auftakt hat der ehemalige Co-Trainer von Niko Kovac und derzeit offizielle Interimscoach gegen Piräus allerdings gleich in dreierlei Hinsicht erfüllt: Ruhe reinbringen, Defensive stabilisieren, Sieg einfahren. Nicht mehr, nicht weniger.

"Es ist für mich jetzt wirklich eine Aufgabe für diese zwei Spiele", sagte Flick auf der Pressekonferenz mit Blick auf das bevorstehende Spiel gegen Borussia Dortmund (Samstag ab 18:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) und die danach folgende Länderspielpause, in der bei den Bossen die Trainer-Entscheidung gereift sein soll - nicht verratend, wie er es denn gerne hätte.

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Weil es wohl keinen Unterschied macht. "Hansi ist in diesem Moment der richtige Trainer für uns", sagte dafür Salihamidzic zufrieden. Darauf, wie lange dieser "Moment" denn andauern möge, ging der Sportdirektor nicht ein.

Der 54-Jährige habe allerdings schon den richtigen Draht zur Mannschaft bewiesen. "Er hat das in den letzten Tagen wirklich sehr fokussiert und selbstbewusst gemacht", lobte Salihamidzic: "Er hat viel mit der Mannschaft gesprochen. Er ist bis auf Weiteres Trainer und alles andere werden wir sehen."

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Flick genießt die Champions League

Sein erstes Champions-League-Spiel als Trainer habe Flick jedenfalls "sehr genossen, weil die Mannschaft Qualität gezeigt hat. Es ist Luft nach oben, aber ich bin sehr zufrieden."

Als Bayern das letzte Mal ohne Gegentor blieb, war kalendarisch schließlich noch Sommer gewesen - am 21. September beim 4:0 gegen den 1. FC Köln.

Flick brachte nach dem 1:5 gegen Eintracht Frankfurt am Samstag sichtbar mehr Ordnung rein, wenngleich Olympiakos überaus harmlos agierte und die Bayern diesmal auch nicht 81 Minuten in Unterzahl spielen mussten.

FC Bayern spielt ein gutes Gegenpressing

Die Sneak-Preview auf Hans-Dieter-Fußball sah dann so aus: Der Interimstrainer gab den Außenverteidigern gegen Piräus im 4-3-3 den Auftrag, erstmal keine großen Offensivaktionen zu starten und ließ zudem Joshua Kimmich vor der Abwehr den Staubsauger spielen.

Diesen recht konservativen Ansatz paarte er jedoch mit einer recht hohen Grundordnung und der Anweisung an die Offensivspieler, bei Ballverlusten in der gegnerischen Hälfte sofort ins Gegenpressing zu gehen - ein vertretbares Risiko gegen die schwachen Griechen.

"Wir haben genau das, was wir am Dienstag trainiert haben, auch umgesetzt", freute sich Flick:

Wir haben den Gegner sehr hoch gepresst, gut nach vorne verteidigt. Die Intensität war sehr hoch.

Müllers Bilanz nach dem Sieg: "Nicht himmelhoch jauchzend"

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Trainer und Spieler sprechen dieselbe Sprache

Auffällig dabei: eine Kongruenz der Analysen von Trainer und Spielern - unter Kovac zuletzt nicht immer der Fall.

So sagte Manuel Neuer: "Es war wichtig, gut zu stehen und hier Ruhe reinzukriegen. Die Vorgabe war, nach vorne zu verteidigen und hoch zu stehen. Wir hatten viele Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte und haben so den Gegner auch ständig unter Druck gesetzt." Der Kapitän verband das gerne mit einem Lob für Flicks Auftritt in den letzten Tagen:

Er ist erfahren und auch besonnen mit der Situation umgegangen. Er hat das sehr professionell gemacht.

Manuel Neuer - FC Bayern München

Fotocredit: Imago

Thomas Müller meinte ebenfalls zufrieden: "Die Abläufe gegen den Ball haben für die kurze Vorbereitungszeit wirklich gut funktioniert."

Als Kritikpunkt führten alle unisono an, dass Bayern aus einer gewissen Dominanz mit insgesamt 27:3 Torschüssen zu wenig rausgeholt habe. "Zwei Treffer aus 27 Torschüssen sind eindeutig zu wenig", sagte Flick.

Reicht das für Dortmund?

Womit man bei der Frage ist, ob das so auch gegen Borussia Dortmund am Samstag reichen kann - mit Interimstrainer und improvisierter Abwehr.

"Wir wissen, worum es geht. Es ist ein Duell auf Augenhöhe, der deutsche Clásico - und der hat auch seine eigenen Gesetze", sagte Neuer angriffslustig.

"Von der Atmosphäre her, wie sich die Jungs gegeben haben, wie sie sich gegenseitig unterstützt haben - das macht mir schon Mut", meinte dagegen Salihamidzic.

Flick freut sich auf den BVB

"Ich erwarte hohe Intensität", sagte Flick. "Wir können ein weiteres Zeichen setzten. Ich freue mich auf das Duell."

Die Mannschaft selbst kann sich solange aufs Wesentliche konzentrieren. "Wir können das alles erstmal beiseitelegen", sagte Neuer. Denn:

Wir haben ja jetzt einen Trainer, der uns so einstellt, dass wir gegen Borussia Dortmund gewinnen können.

Ob er danach allerdings weitermachen darf, weiß derzeit nicht mal Uli Hoeneß.

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